Absperrblasen 1,5 bar zum sicheren Verschließen von Kanalrohren
Die Absperrblasen 1,5 bar sind pneumatische Rohrabsperrgeräte zum provisorischen Verschließen von Abwasser- und Kanalrohren. Im aufgeblasenen Zustand legt sich der Naturkautschuk-Mantel mit Gewebeeinlage formschlüssig an die Rohrinnenwand und dichtet die Leitung ohne Durchgang ab. Eingesetzt werden die Blasen bei Reparaturen, Havarien, Instandhaltungsarbeiten und der Dichtheitsprüfung neu verlegter oder sanierter Kanäle nach DIN EN 1610.
Verfügbar in zehn Größen von DN 50 bis DN 2.000 — größere Durchmesser bis DN 4.200 lieferbar auf Anfrage.
Aufbau und Material
Der Blasenkörper besteht aus Naturkautschuk mit eingearbeiteter Gewebeeinlage. Die Gewebearmierung gibt dem Mantel die nötige Druckfestigkeit, der Naturkautschuk die Flexibilität und Dehnung, die für den Anpressdruck an unebenen Rohrinnenwänden gebraucht wird — Beton, Steinzeug, Guss, PVC. Der Temperaturbereich liegt zwischen −20 °C und +80 °C, was den Einsatz unter den meisten Baustellen-Bedingungen abdeckt.
Das Aufpumpen erfolgt über ein Steuerorgan Manometer 1,5 bar mit angeschlossenem PVC-Druckluftschlauch und einer Pumpe — entweder einer Standluftpumpe oder, bei kleineren Größen, einer Fußluftpumpe.
Anwendung im Kanalbau
Typische Einsatzfälle sind die Abdichtung von Mischwasser-, Schmutzwasser- und Regenkanälen während Reparaturen, das Absperren der Strecke vor und nach einem Schadensbereich, das Provisorische Verschließen bei Havarien und der Aufbau einer Wasser- oder Luft-Druckprüfung nach DIN EN 1610 oder DIN 1986-30 bei der Grundstücksentwässerung. Der maximale Gegendruck im Rohr beträgt 0,5 bar — also 5 m Wassersäule oberhalb der Blase.
Vor jedem Einsatz wird die Blase mit einer Sicherungsleine an einem belastbaren Festpunkt außerhalb des Rohres befestigt. Die DGUV Regel 201-022 fordert eine Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 — das ist keine Empfehlung, sondern Vorschrift bei der Arbeit mit pneumatischen Absperrgeräten.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer und Pflege
Naturkautschuk altert — auch im Lager, auch ungenutzt. Die Gewebeeinlage kann ihre Festigkeit über die Jahre verlieren, ohne dass das von außen sichtbar ist. Branchenüblich werden Absperrblasen deshalb nach acht Jahren aus dem Einsatz genommen, unabhängig davon, wie häufig sie tatsächlich verwendet wurden.
Achtung: Absperrblasen, die acht Jahre oder älter sind, werden nicht mehr eingesetzt — auch nicht bei optimaler Lagerung und positiver Sichtprüfung. Naturkautschuk verliert über die Zeit Elastizität und Festigkeit. Wie bei einem alten Reifen: irgendwann ist er spröde, auch wenn das Profil noch gut aussieht.
Technische Daten
Die folgende Tabelle zeigt das vollständige Größenspektrum. Zehn Größen sind im Shop bestellbar, weitere zehn auf Anfrage über info@ab-industrie.de lieferbar.
| Einsatzbereich |
Gesamtlänge |
Durchmesser |
Gewicht |
Verfügbarkeit |
| DN 50 – DN 100 |
330 mm |
45 mm |
0,4 kg |
Im Shop |
| DN 70 – DN 150 |
370 mm |
64 mm |
0,6 kg |
Im Shop |
| DN 100 – DN 200 |
550 mm |
88 mm |
1,0 kg |
Im Shop |
| DN 150 – DN 300 |
550 mm |
138 mm |
1,2 kg |
Im Shop |
| DN 200 – DN 400 |
650 mm |
185 mm |
3,4 kg |
Im Shop |
| DN 200 – DN 500 |
800 mm |
185 mm |
3,7 kg |
Im Shop |
| DN 300 – DN 600 |
850 mm |
285 mm |
6,6 kg |
Im Shop |
| DN 375 – DN 750 |
1.000 mm |
360 mm |
9,4 kg |
Auf Anfrage |
| DN 500 – DN 1.000 |
1.150 mm |
485 mm |
21,3 kg |
Im Shop |
| DN 500 – DN 1.200 |
1.400 mm |
485 mm |
28,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 500 – DN 1.400 |
1.900 mm |
480 mm |
30,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 600 – DN 1.200 |
1.300 mm |
585 mm |
25,5 kg |
Im Shop |
| DN 600 – DN 1.600 |
1.900 mm |
585 mm |
32,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 800 – DN 1.600 |
2.000 mm |
780 mm |
46,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 800 – DN 2.000 |
2.400 mm |
780 mm |
75,0 kg |
Im Shop |
| DN 800 – DN 2.200 |
3.200 mm |
780 mm |
90,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.200 – DN 2.400 |
3.000 mm |
1.180 mm |
170,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.200 – DN 2.800 |
4.000 mm |
1.180 mm |
205,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.800 – DN 3.600 |
4.000 mm |
1.780 mm |
400,0 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.800 – DN 4.200 |
6.000 mm |
1.780 mm |
500,0 kg |
Auf Anfrage |
Allgemeine technische Eckdaten
| Material |
Naturkautschuk mit Gewebeeinlage |
| Betriebsdruck |
1,5 bar |
| Max. Gegendruck |
0,5 bar (≈ 5 m Wassersäule) |
| Temperaturbereich |
−20 °C bis +80 °C |
| Bauform |
Absperrblase ohne Durchgang |
| Anschluss |
Reifenventil / Schnellkupplung |
| Norm-Bezug |
geeignet für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 und DIN 1986-30 |
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich die Absperrblasen 1,5 bar von den 2,5-bar-Modellen?
Die Absperrblasen 1,5 bar arbeiten mit einem Betriebsdruck von 1,5 bar und decken den Bereich DN 50 bis DN 2.000 ab — also vorwiegend mittlere und große Kanalquerschnitte. Die Absperrblasen 2,5 bar arbeiten mit höherem Druck und sind ab DN 35 verfügbar — bei kleinen und mittleren Durchmessern bis etwa DN 1.600. Wenn Sie hauptsächlich Hauptsammler und große Mischwasserkanäle abdichten, ist die 1,5-bar-Variante der Standard. Für kleinere Kanäle und höhere mechanische Beanspruchung nehmen Sie die 2,5-bar-Variante.
Wofür steht der maximale Gegendruck von 0,5 bar?
Der Gegendruck ist der hydraulische Druck, dem die Absperrblase im Rohr standhalten muss — also der Druck, den das angestaute Wasser von oben auf die Blase ausübt. 0,5 bar entsprechen etwa 5 m Wassersäule. Wenn das angestaute Wasser über der Blase höher als 5 m steht, reicht die 1,5-bar-Variante nicht mehr — dann ist eine Hochdruckabsperrblase nötig.
Welches Zubehör wird für den Einsatz benötigt?
Für den regulären Einsatz brauchen Sie ein Steuerorgan mit Manometer zur Druckkontrolle, einen Druckluftschlauch, eine Pumpe (Stand- oder Fußluftpumpe) und eine Sicherungsleine zur Ausschubsicherung. Bei tiefen oder schwer zugänglichen Schächten sind zusätzlich Luftschiebestangen sinnvoll, um die Blase ohne Einsteigen in Position zu bringen. Das passende Zubehör finden Sie auf der Produktseite unten verlinkt.
Welche Norm-Prüfungen lassen sich mit den Absperrblasen durchführen?
Die Absperrblasen 1,5 bar werden eingesetzt für die Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 (Verlegung und Prüfung von Abwasserkanälen) und nach DIN 1986-30 bei der Bestandsprüfung der Grundstücksentwässerung. Die Blase verschließt den Prüfabschnitt, das eigentliche Prüfmedium (Wasser oder Luft) wird über separate Armaturen aufgegeben.
Können die Absperrblasen in eiförmigen Kanälen eingesetzt werden?
Nein. Die Absperrblasen 1,5 bar sind für Rundprofile ausgelegt — die Form passt sich beim Aufpumpen an einen kreisförmigen Innendurchmesser an, nicht an ein Eiprofil. Für Mischwasser- und Hauptkanäle mit Eiprofil (Altbestand) gibt es die Ovalen Rohrdichtkissen 1,5 bar als passende Alternative.
Lassen sich die Absperrblasen auch für Druckprüfungen einsetzen?
Nicht direkt. Die 1,5-bar-Absperrblase verschließt das Rohr ohne Durchgang — Sie können den Prüfabschnitt also damit absperren, müssen das Prüfmedium aber über eine separate Armatur einbringen. Wenn Sie eine Blase brauchen, die gleichzeitig absperrt und einen Prüfanschluss bietet, sind die Absperrprüfblasen oder die Flexiblen Rohrprüfblasen die richtige Wahl.
Wie wird die Absperrblase aufgepumpt und kontrolliert?
Die Blase wird über das Reifenventil mit Druckluft befüllt — typischerweise über eine Standluftpumpe oder, bei kleineren Größen, eine Fußluftpumpe. Zwischen Pumpe und Blase wird ein Steuerorgan mit Manometer geschaltet, an dem Sie den Innendruck ablesen und nachregulieren können. Der Druck wird schrittweise aufgebaut, bis die Blase den Rohrquerschnitt vollständig ausfüllt und sich dichtend an die Innenwand legt — ohne den 1,5-bar-Maximalwert zu überschreiten.
Wie werden die Absperrblasen gelagert?
Trocken, dunkel und bei Raumtemperatur — und nicht zusammengefaltet. Naturkautschuk altert bei UV-Einstrahlung, hohen Temperaturen und Kontakt mit Lösungsmitteln, Ölen oder ozonbildenden Geräten (zum Beispiel Elektromotoren) deutlich schneller. Eine Blase, die im Werkzeugkoffer auf der Baustelle dauerhaft im Sommerfahrzeug liegt, hält nicht so lange wie eine Blase im Lagerregal. Wenn möglich, werden die Blasen flach abgelegt oder locker aufgerollt gelagert.
Wie oft muss eine Absperrblase geprüft werden?
Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person vor. Vor jedem Einsatz kommt zusätzlich eine Sichtprüfung dazu — auf Risse, Quetschstellen, Beschädigungen am Mantel und am Ventil. Spätestens nach acht Jahren Standzeit wird die Blase ausgesondert, unabhängig vom Prüfergebnis (siehe Achtung-Box oben).
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die Absperrblase 1,5 bar regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie das passende Zubehör — Steuerorgan zur Druckregulierung, Schlauch, Pumpe, Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer 1,5 bar Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026