Absperrprüfblase mit Metallkern — Absperren und Prüfen in einem Gerät
Die Absperrprüfblase mit Metallkern ist eine pneumatische Rohrabsperrtechnik mit integrierten Druckluft-Durchgängen. Sie verschließt Rohrleitungen wie eine klassische Absperrblase, lässt aber gleichzeitig zu, dass Wasser oder Druckluft durch eingebaute Bypässe geführt wird. Damit eignet sie sich für Spülen, Befüllen und Druckprüfungen — alles über dieselbe Blase, ohne Geräte-Wechsel.
Verfügbar in acht Größen von DN 70 bis DN 1.200, mit Betriebsdruck 1,5 bar und maximalem Gegendruck 0,5 bar.
Was sie von einer normalen Absperrblase unterscheidet
Drei Punkte machen den Unterschied zur Standard-Absperrblase aus.
Erstens — der Metallkern. Im Inneren der Blase sitzt ein Stahlkörper, der die Geometrie definiert. Beim Aufpumpen rollt sich der Naturkautschuk-Gewebemantel nicht erst in Form — er sitzt von Anfang an dort, wo er sitzen soll. Das bringt zwei praktische Vorteile: schnellere Dichtwirkung beim Setzen und höhere Form-Stabilität, wenn das Rohr unter Innendruck steht. Bei Beton-Rohren mit unebener Innenwand, bei alten Steinzeugleitungen oder bei Inkrustationen ist das spürbar.
Zweitens — der austauschbare Mantel. Anders als bei einer reinen Gummiblase ist der Mantel hier vom Kern getrennt. Wenn der Naturkautschuk an einer Stelle reißt, einen Schnitt abbekommt oder nach Jahren spröde wird, muss nicht die ganze Blase verschrottet werden — der Mantel wird gewechselt, der Metallkern bleibt.
Drittens — die Durchgänge. Jede Größe hat einen oder mehrere durchgehende Kanäle in 1", 2" oder 4". Über diese Kanäle wird das abgesperrte Rohr von außen befüllt, gespült oder mit Prüfdruck beaufschlagt — die Blase muss zwischendurch nicht abgebaut werden.
Tipp: Bei Mantelschäden muss nicht die ganze Blase ersetzt werden — der Naturkautschuk-Gewebemantel lässt sich auf den Metallkern aufziehen und tauschen. Bedarf melden Sie an
info@ab-industrie.de — wir prüfen Verfügbarkeit pro Größe.
Durchgangs-Konfiguration nach Größe
Die Anzahl und Größe der Durchgänge ist nicht beliebig — sie ist auf den jeweiligen Rohrdurchmesser abgestimmt. Bei den kleineren Bauformen reicht ein einzelner Durchgang, der wahlweise zum Befüllen oder Prüfen genutzt wird. Ab DN 200 sind zwei oder mehr Durchgänge vorhanden — Befüllen und Druckmessen laufen dann parallel.
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DN 70 – DN 200: ein Durchgang in 1" oder 2" — Befüllen oder Prüfen, nicht gleichzeitig
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DN 200 – DN 600: zwei Durchgänge (1" + 2") — Befüllen und Prüfen simultan
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DN 500 – DN 1.200: drei Durchgänge (2× 1" + 1× 4") — zusätzlich für höhere Volumenströme
Die genaue Aufstellung pro Größe steht in der Tabelle weiter unten.
Material und Aufbau
Der Mantel ist aus Naturkautschuk mit eingearbeiteter Gewebeeinlage gefertigt — die Gewebearmierung trägt den Druck, der Naturkautschuk gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck. Der Temperaturbereich liegt zwischen −20 °C und +80 °C. Der Metallkern bleibt als tragende Struktur dauerhaft erhalten und wird nur bei Beschädigung ersetzt.
Aufgepumpt wird die Blase über ein Reifenventil, geregelt wird der Druck über ein Steuerorgan mit Manometer. Bei den kleinen Größen bis DN 200 reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder, ab DN 200 lohnt sich eine Standluftpumpe. An den Durchgängen werden Druckluft- oder Wasser-Schläuche per Schnellkupplung angeschlossen.
Sicherer Einsatz auf der Baustelle
Vor jedem Einsatz wird die Blase mit einer Sicherungsleine an einem belastbaren Festpunkt außerhalb des Rohres gesichert. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — bei einer unter Druck stehenden Blase ist das nicht verhandelbar. Wegen ihres Eigengewichts (bei großen Bauformen bis 50 kg) und der nicht-trivialen Geometrie wird die Blase bei tiefen Schächten mit einer Luftschiebestange in Position gebracht.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — der Mantel altert, der Kern bleibt
Naturkautschuk verliert mit der Zeit Substanz, auch wenn die Blase ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird der Mantel irgendwann spröde. Branchenüblich werden Naturkautschuk-Mäntel deshalb spätestens nach acht Jahren ausgesondert. Beim Metallkern-Modell ist das ein kleinerer Aufwand als bei einer reinen Gummiblase: Der Kern bleibt, der Mantel wird getauscht.
Achtung: Ein Naturkautschuk-Mantel, der acht Jahre oder älter ist, gehört nicht mehr in den Einsatz — auch nicht bei optimaler Lagerung und positiver Sichtprüfung. Ein gealterter Mantel kann optisch noch gut aussehen und trotzdem unter Druck reißen.
Technische Daten
Alle acht Größen sind bestellbar. Die Spalte „Durchgang" zeigt Anzahl und Nennweite der integrierten Befüll- und Prüfanschlüsse pro Bauform.
| Einsatzbereich |
Gesamtlänge |
Durchmesser |
Durchgang |
Gewicht |
| DN 70 – DN 150 |
400 mm |
68 mm |
1× 1" |
2,5 kg |
| DN 100 – DN 150 |
260 mm |
85 mm |
1× 2" |
2,5 kg |
| DN 100 – DN 200 |
400 mm |
92 mm |
1× 1" |
4,5 kg |
| DN 125 – DN 200 |
270 mm |
115 mm |
1× 2" |
4,5 kg |
| DN 200 – DN 500 |
680 mm |
190 mm |
1× 1" + 1× 2" |
11,7 kg |
| DN 300 – DN 600 |
680 mm |
270 mm |
1× 1" + 1× 2" |
20,0 kg |
| DN 500 – DN 800 |
680 mm |
440 mm |
2× 1" + 1× 4" |
38,0 kg |
| DN 500 – DN 1.200 |
980 mm |
440 mm |
2× 1" + 1× 4" |
50,0 kg |
Allgemeine technische Eckdaten
| Bauform |
Absperrprüfblase mit Metallkern und integrierten Durchgängen |
| Mantel |
Naturkautschuk mit Gewebeeinlage, austauschbar |
| Kern |
Stahl, dauerhaft |
| Betriebsdruck |
1,5 bar |
| Werkprüfdruck |
1,95 bar (1,3-fache des Betriebsdrucks) |
| Max. Gegendruck |
0,5 bar (≈ 5 m Wassersäule) |
| Temperaturbereich |
−20 °C bis +80 °C |
| Anschluss Aufpumpen |
Reifenventil / Schnellkupplung |
| Anschluss Durchgang |
1", 2" oder 4" (größenabhängig) |
| Norm-Bezug |
geeignet für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 (Verfahren L und W) und DIN 1986-30 |
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Absperrprüfblase mit Metallkern von einer Standard-Absperrblase?
Drei Unterschiede: Erstens hat sie einen Metallkern, der die Geometrie definiert und für schnellere Dichtwirkung sorgt. Zweitens ist der Naturkautschuk-Gewebemantel austauschbar — bei Beschädigung wird nur der Mantel ersetzt, nicht das ganze Gerät. Drittens hat sie integrierte Durchgänge in 1", 2" oder 4", über die das Rohr trotz gesetzter Blase befüllt oder mit Prüfdruck beaufschlagt werden kann. Eine Standard-Absperrblase 1,5 bar verschließt das Rohr ohne Durchgang — sie kann also nicht gleichzeitig zum Befüllen oder Prüfen genutzt werden.
Was ist der Vorteil des Metallkerns?
Der Metallkern definiert die Geometrie der Blase auch im aufgepumpten Zustand. Beim Setzen rollt sich der Mantel nicht erst in Form — die Blase liegt sofort an, die Dichtwirkung baut sich schneller auf. Bei Innendruck im Rohr (z. B. während einer Druckprüfung) hält der Kern die Form stabil, statt dass sich die Blase in Strömungsrichtung verformt. In der Praxis macht sich das vor allem bei Beton-Rohren, alten Steinzeugleitungen und stark inkrustierten Rohren bemerkbar.
Lässt sich der Naturkautschuk-Gewebemantel austauschen?
Ja. Der Mantel ist vom Metallkern getrennt und kann bei Beschädigung oder Alterung gewechselt werden — der Kern bleibt erhalten. Ersatz-Mäntel führen wir nicht standardmäßig im Shop, weil sie auf die jeweilige Größe abgestimmt sein müssen. Bei Bedarf melden Sie sich an info@ab-industrie.de — wir prüfen Verfügbarkeit und Lieferzeit für die passende Größe.
Wozu dienen die integrierten Durchgänge in 1", 2" und 4"?
Über die Durchgänge wird das gesperrte Rohr von außen erreicht, ohne die Blase zu lösen. Typische Anwendungen: Befüllen des abgesperrten Abschnitts mit Wasser oder Druckluft für eine Druckprüfung, Spülen einer Leitung, Aufbringen eines konstanten Prüfdrucks während einer Dichtheitsprüfung. Die Anzahl und Nennweite der Durchgänge ist auf den jeweiligen Rohrdurchmesser abgestimmt — größere Bauformen haben mehr und größere Durchgänge, weil entsprechend größere Volumenströme nötig sind.
Welche Größen haben welche Durchgangs-Konfiguration?
DN 70 bis DN 200 haben einen einzigen Durchgang in 1" oder 2" — Befüllen oder Prüfen, jeweils nicht gleichzeitig. DN 200 bis DN 600 haben zwei Durchgänge (1" + 2"), so dass Befüllen und Druckmessen parallel laufen. DN 500 bis DN 1.200 haben drei Durchgänge (zweimal 1" plus einmal 4") für höhere Volumenströme bei großen Querschnitten. Die genaue Aufstellung pro Größe steht in der Tabelle der technischen Daten.
Welche Druckprüfungen lassen sich mit der Absperrprüfblase durchführen?
In Verbindung mit einem Steuerorgan und einem Manometer eignet sich die Blase für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 — sowohl Verfahren L (Luft) als auch Verfahren W (Wasser). Auch die Bestandsprüfung der Grundstücksentwässerung nach DIN 1986-30 ist damit möglich. Die Blase wird gesetzt, der Prüfabschnitt über den Durchgang gefüllt oder mit Druck beaufschlagt, der Druckabfall am Manometer abgelesen.
Was ist der Unterschied zur Flexiblen Rohrprüfblase?
Die Flexible Rohrprüfblase hat keinen festen Metallkern und passt sich stärker an unrunde, deformierte oder stark verzogene Rohre an — etwa bei alten Tonleitungen mit Setzungsschäden. Die Metallkern-Variante ist dafür schneller im Setzen, formstabiler unter Druck und wegen der modularen Bauweise (Kern + austauschbarer Mantel) auf längere Sicht oft wirtschaftlicher. Faustregel: Bei intakten Rohren mit halbwegs runder Geometrie ist die Metallkern-Variante die erste Wahl, bei stark deformierten Altbeständen die flexible Variante.
Wie lange ist eine Absperrprüfblase einsatzbereit?
Beim Mantel rechnet man branchenüblich mit einer Standzeit von acht Jahren — danach wird er ausgesondert, auch wenn er noch unbeschädigt aussieht. Der Metallkern ist dauerhaft und hat keine vergleichbare Alterungsgrenze. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen, Ventilschäden und Korrosion am Kern.
Was bedeutet der maximale Gegendruck von 0,5 bar?
Der Gegendruck ist der hydrostatische Druck, den das aufgestaute Wasser oder das aufgebrachte Prüfmedium oberhalb der Blase auf sie ausübt. 0,5 bar entsprechen einer Wassersäule von rund 5 Metern — das ist die maximale Aufstauhöhe, bis zu der die Blase im Rohr sicher hält. Wird mehr zurückgehalten oder steht die Blase tiefer im Schacht, brauchen Sie eine Hochdruckabsperrblase mit höherem Betriebsdruck.
Damit die Absperrprüfblase regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie das passende Zubehör — Steuerorgan mit Manometer, Schlauch, Pumpe, Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026