Kurze Absperrblase MINI — wenn der Zugang kleiner ist als das Rohr
Die Kurze Absperrblase MINI ist eine pneumatische Rohrabsperrtechnik für schwer zugängliche Leitungen — als Komplett-Setup mit 1,5 m flexiblem Schlauch und Autoventil. Der wesentliche Unterschied zu allen anderen Absperrblasen im Sortiment: Sie ist gemacht für Situationen, in denen der Zugang zum Rohr kleiner ist als der Rohrdurchmesser selbst — etwa bei Inspektionsöffnungen, Reinigungsdeckeln oder kleinen Wandschächten.
Verfügbar in acht Größen von 22 mm bis 450 mm Rohrdurchmesser, mit Aufpumpdruck 1 bar (DN 25 abweichend: 3 bar) und maximalem Gegendruck 0,5 bar (DN 25: 1,5 bar).
Was die MINI-Bauform leistet
Drei Eigenschaften unterscheiden die MINI von einer regulären kurzen Absperrblase.
Erstens — der Größenbereich. Die MINI fängt bei 22 mm Rohrdurchmesser an. Damit deckt sie den Bereich ab, der für die regulären Absperrblasen-Bauformen zu klein ist (die fangen bei DN 50 an).
Zweitens — der integrierte Schlauch mit Autoventil. Die Blase wird über einen 1,5 m langen flexiblen Schlauch aufgepumpt, der fest mit der Blase verbunden ist. Das Autoventil sitzt am Ende des Schlauchs außerhalb des Rohres. Sie pumpen also nicht direkt an der Blase, sondern in 1,5 m Entfernung — das ist genau der Punkt, der den Einsatz bei beengten Zugängen erst möglich macht.
Drittens — der schmale Querschnitt im nicht aufgepumpten Zustand. Die MINI lässt sich durch Öffnungen einführen, die deutlich kleiner sind als der Rohrdurchmesser, in dem sie später dichten soll. Beispiel: Eine MINI für 70–85 mm Rohrdurchmesser passt im schlaffen Zustand durch eine Inspektionsöffnung von ca. 30 mm. Erst im Rohr wird sie aufgepumpt und füllt den Querschnitt vollständig aus.
Typische Einsatzbereiche
Die MINI kommt überall dort zum Einsatz, wo eine reguläre Absperrblase mechanisch nicht durchpasst:
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Hausanschluss-Stutzen mit kleinem Reinigungsdeckel — der Deckel ist kleiner als das dahinter liegende Rohr.
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Inspektionsöffnungen in Sammelschächten — typisch im Kanalbau, wenn die Inspektionsöffnung schmaler ausfällt als der eigentliche Sammler.
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Sanierungs- und Prüfsituationen in Bestandsgebäuden — etwa bei Leitungen hinter Wandschotts oder hinter alten Anschluss-Flanschen mit kleinem Durchgang.
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Druckprüfung kleiner Hausanschluss-Stutzen bei DN 25 — die kleinste Variante mit dem höheren Gegendruck (1,5 bar) ist genau dafür ausgelegt.
Achtung: Die kleinste Variante DN 25 (22 – 30 mm) ist konstruktiv anders ausgelegt als die übrigen Größen — Aufpumpdruck 3 bar statt 1 bar, max. Gegendruck 1,5 bar statt 0,5 bar. Bei DN 25 unbedingt diese abweichenden Werte beachten und keinen größeren Druck anlegen als für die jeweilige Variante zulässig.
Material und Aufbau
Die Blase besteht aus Gummi mit Gewebeeinlage — die Gewebearmierung trägt den Druck, der Gummi gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck im Rohr. Aufgepumpt wird über das Autoventil am 1,5-m-Schlauch, mit handelsüblicher Druckluft oder Fußluftpumpe. Bei den kleinen Varianten reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder; ab DN 200–300 lohnt sich eine Standluftpumpe.
Kein Durchgang — wer prüfen will, braucht die Schwester-Variante
Die Kurze Absperrblase MINI verschließt das Rohr — sie ist nicht zum Befüllen oder Druckprüfen gedacht. Wer das Rohr abdichten und gleichzeitig befüllen oder mit Druck beaufschlagen will, braucht die Kurze Absperrprüfblase MINI mit integriertem Durchgang.
Sicherer Einsatz
Bei der MINI ergibt sich die Sicherung aus dem Schlauch selbst — er hält die Blase im Rohr und dient gleichzeitig als Auszieh-Mittel. Bei den größeren Varianten (ab DN 200–300) empfiehlt sich zusätzlich eine Sicherungsleine — gerade wenn der Schacht tiefer ist und der Schlauch unter Spannung steht. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor; bei einer unter Druck stehenden Blase ist das nicht verhandelbar.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — Gummi altert
Gummi-Bauteile verlieren mit der Zeit Substanz, auch wenn die Blase ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird die Blase irgendwann spröde. Branchenüblich werden solche Blasen spätestens nach acht Jahren ausgesondert — auch wenn sie noch unbeschädigt aussehen. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen und Ventilschäden.
Technische Daten
Alle acht Größen sind ab Lager bestellbar. Die kleinste Variante DN 25 hat abweichende Druckwerte — beim Aufpumpen den jeweils zulässigen Wert beachten.
| Typ |
Einsatzbereich |
Kontaktlänge |
Aufpumpdruck |
Max. Gegendruck |
Gewicht |
| DN 25 |
22 – 30 mm |
100 mm |
3,0 bar |
1,5 bar |
0,19 kg |
| DN 40 |
30 – 45 mm |
100 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
0,2 kg |
| DN 50 |
45 – 60 mm |
100 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
0,22 kg |
| DN 80 |
70 – 85 mm |
80 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
0,24 kg |
| DN 100 |
90 – 110 mm |
80 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
0,30 kg |
| DN 150 |
140 – 160 mm |
100 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
0,70 kg |
| DN 200 – 300 |
200 – 300 mm |
200 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
1,15 kg |
| DN 350 – 450 |
350 – 450 mm |
300 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
2,40 kg |
Allgemeine technische Eckdaten
| Bauform |
Kurze Absperrblase MINI mit integriertem Schlauch, ohne Durchgang |
| Material |
Gummi mit Gewebeeinlage |
| Größenbereich |
22 mm bis 450 mm Rohrdurchmesser, in acht Varianten |
| Aufpumpdruck |
1,0 bar (DN 25 abweichend: 3,0 bar) |
| Max. Gegendruck |
0,5 bar (DN 25 abweichend: 1,5 bar) |
| Schlauch |
1,5 m flexibel, fest mit der Blase verbunden |
| Anschluss Aufpumpen |
Autoventil am Schlauchende |
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Kurze Absperrblase MINI von einer normalen Absperrblase?
Drei Punkte. Erstens deckt die MINI den kleinen Größenbereich ab 22 mm Rohrdurchmesser ab — reguläre Absperrblasen fangen erst bei DN 50 an. Zweitens hat sie einen fest verbundenen 1,5-m-Schlauch mit Autoventil, sodass das Aufpumpen außerhalb des Rohres erfolgt. Drittens lässt sich die MINI im schlaffen Zustand durch Öffnungen einführen, die kleiner sind als der Rohrdurchmesser — etwa durch Inspektionsöffnungen oder Reinigungsdeckel.
Wann brauche ich die MINI statt einer kurzen oder Standard-Absperrblase?
Immer dann, wenn der Zugang zum Rohr kleiner ist als der Rohrdurchmesser selbst. Typisches Beispiel: Sie wollen einen 90-mm-Hausanschluss-Stutzen abdichten, haben aber nur einen 30-mm-Reinigungsdeckel als Zugang. Eine reguläre kurze Absperrblase für DN 100 hat mindestens 88 mm Durchmesser im schlaffen Zustand und passt nicht durch die Öffnung. Die MINI für 90–110 mm passt — sie ist im schlaffen Zustand schmal genug.
Was bedeutet „Zugang kleiner als zu testender Durchmesser"?
Damit sind alle Situationen gemeint, in denen Sie die Blase durch eine Öffnung einführen müssen, die schmaler ist als das Rohr, in dem die Blase später dichten soll. Das ist im Kanalbau, bei Hausanschluss-Sanierungen und in Bestandsgebäuden eher die Regel als die Ausnahme — alte Inspektionsöffnungen, Reinigungsdeckel oder Wandschotts sind oft deutlich kleiner als das eigentliche Rohr dahinter.
Warum hat die DN 25-Variante andere Druckwerte als die übrigen Größen?
Die DN 25-Variante (22 – 30 mm) ist konstruktiv anders ausgelegt. Sie wird mit 3 bar aufgepumpt statt mit 1 bar und hält einen maximalen Gegendruck von 1,5 bar statt 0,5 bar aus. Das hängt mit dem kleinen Durchmesser und der größeren mechanischen Belastung pro Flächenstück zusammen. Wichtig: Bei DN 25 immer den Aufpumpdruck nach Datenblatt einhalten — höher pumpen kann die Blase zerstören, niedriger pumpen reicht nicht für die Dichtwirkung.
Kann ich mit der MINI auch Druckprüfungen durchführen?
Nein. Die Kurze Absperrblase MINI hat keinen Durchgang — sie verschließt das Rohr, lässt aber kein Wasser oder Druckluft durch. Wer das Rohr absperren UND prüfen oder befüllen will, braucht die Kurze Absperrprüfblase MINI — das ist die Schwester-Variante mit integriertem Durchgang für Befüllen und Druckmessen.
Wie wird die MINI aufgepumpt?
Über das Autoventil am Schlauchende — mit handelsüblicher Druckluft, einer Fußluftpumpe oder einer Kompressor-Anschlussleitung. Bei den kleinen Varianten (DN 25 bis DN 100) reicht eine Fußluftpumpe; bei den größeren (DN 200 – 300, DN 350 – 450) lohnt sich eine Standluftpumpe. Den jeweiligen Aufpumpdruck nach Datenblatt einhalten — bei DN 25 sind das 3 bar, bei allen anderen Größen 1 bar.
Wie lange ist eine MINI-Absperrblase einsatzbereit?
Bei sachgerechter Lagerung und Pflege geht man branchenüblich von einer Standzeit von acht Jahren aus — danach wird die Blase ausgesondert, auch wenn sie noch unbeschädigt aussieht. Gummi altert durch Wärme, UV-Licht und Ozon, selbst wenn die Blase nicht im Einsatz ist. Vor jedem Einsatz Sichtprüfung auf Risse, Quetschstellen, Schlauchschäden und Ventilfehler durchführen.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die MINI-Absperrblase regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie zumindest eine Pumpe und — bei den größeren Bauformen — eine Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026