Optisches Nivelliergerät für Aushub, Fundament und Geländevermessung
Es richtet sich an alle, die Höhen auf der Baustelle, im Tiefbau, beim Hausbau oder im Garten- und Landschaftsbau aufnehmen — Aushubsohle gegen geplante Tiefe, Fundament gegen Bezugshöhe, Geländeprofile bei der Vorvermessung.
Zwei Modelle stehen zur Wahl: 24-fache Vergrößerung für Standard-Bauvermessung bis etwa 45 m Zielweite, 32-fache Vergrößerung für längere Sichten und feinere Genauigkeitsansprüche bis etwa 75 m. Mechanisch und im Lieferumfang sind beide identisch — der Unterschied liegt im Fernrohr und in der Einspielgenauigkeit des Kompensators.
Gummiarmierte Bauweise mit Spritzwasserschutz
Das Gehäuse ist mit einer Gummiarmierung umfasst, die den Halt beim Tragen verbessert und gegen Stöße im Baustellen-Alltag schützt. Der Spritzwasserschutz deckt typische Regenschauer und Spritzer ab — kein Schutz gegen direkten Wasserstrahl oder Untertauchen.
Magnetgedämpfter Kompensator
Der Kompensator hält die Ziellinie automatisch waagerecht, sobald die Dosenlibelle eingespielt ist. Die Magnetdämpfung lässt das Pendel ruhig auspendeln statt zu schwingen — sichtbare Folge: das Fadenkreuz steht schneller ruhig und das Ablesen geht ohne Wartezeit. Arbeitsbereich des Kompensators ± 15′.
Bedienung mit endlosem Seitenfeintrieb
Der Seitenfeintrieb ist endlos ausgeführt und beidseitig zu bedienen — das spart das Umsetzen der Hand beim Drehen über mehrere Punkte. Eine Rutschkupplung verhindert das Verstellen, wenn jemand das Gerät am Trieb anfasst statt am Tubus. Der Fokussierknopf liegt seitlich und ist großzügig dimensioniert, auch mit Arbeitshandschuhen bedienbar. Ein Zielkollimator hilft beim groben Anpeilen der Latte vor dem Fokussieren.
Penta-Prisma in der Dosenlibelle
Die Dosenlibelle ist mit einem Penta-Prisma kombiniert. Das spiegelt die Libellenblase nach oben, sodass sie beim Aufstellen aus der normalen Arbeitshaltung sichtbar ist — kein Bücken auf Augenhöhe der Libelle nötig.
Welches Modell für welchen Einsatz?
Für die meisten Anwendungen im Tief-, Hoch- und Landschaftsbau reicht das Modell mit 24-facher Vergrößerung. Wer regelmäßig auf Zielweiten über 60 m arbeitet oder Höhenpunkte für genaue Längsneigungen festlegt — Druckleitungen mit minimalem Gefälle, längere Aushubgräben — fährt mit der 32-fachen Vergrößerung sicherer. Die Übersicht über alle Vermessungsgeräte hilft bei der Einordnung; zur Abgrenzung gegenüber Winkelmessung siehe die digitalen Theodoliten.
Technische Daten
| Eigenschaft |
24x |
32x |
| Vergrößerung |
24-fach |
32-fach |
| Genauigkeit 1 km Doppelnivellement |
2,0 mm |
2,0 mm |
| Einspielgenauigkeit Kompensator |
± 0,8″ |
± 0,3″ |
| Arbeitsentfernung |
90 m |
120 m |
| Objektivöffnung |
36 mm |
40 mm |
| Bildlage |
aufrecht |
aufrecht |
| Sichtfeld |
1° 20′ |
1° 20′ |
| Fernrohrlänge |
222 mm |
222 mm |
| Multiplikationsfaktor |
100 |
100 |
| Kürzeste Zielweite |
0,3 m |
0,3 m |
| Arbeitsbereich Kompensator |
± 15′ |
± 15′ |
| Magnetdämpfung |
ja |
ja |
| Dosenlibelle |
8′/2 mm |
8′/2 mm |
| Horizontalkreis |
1° / 1 gon |
1° / 1 gon |
| Gewindeanschluss |
5/8″ × 11 |
5/8″ × 11 |
| Gewicht ohne Koffer |
1,8 kg |
1,8 kg |
Die Genauigkeitsangabe bezieht sich auf das Doppelnivellement-Feldverfahren nach DIN ISO 17123-2:2024-06 (geodätische Instrumente — Feldverfahren zur Genauigkeitsuntersuchung).
Lieferumfang
- Nivelliergerät (24x oder 32x je nach Variante)
- Transportkoffer mit Doppelverschluss
- Schutzhaube
- Lot mit Schnur
- Einstelldorn
- Sechskant-Schlüssel
- Bedienungsanleitung
Tipp: Für den vollen Funktionsumfang braucht es ein Stativ mit 5/8"-Gewinde und eine Nivellierlatte (5 m teleskopierbar reicht für Standard-Aushub). Beides ist nicht im Lieferumfang enthalten. Passende Stative finden Sie in der Kategorie Stative.
Häufige Fragen
Welches Modell soll ich nehmen — 24x oder 32x?
Für Aushub, Fundament und Garten-/Landschaftsbau mit Zielweiten bis etwa 45 m reicht die 24-fache Vergrößerung. Wer regelmäßig längere Strecken aufnimmt oder Höhenketten mit geringer Toleranz festlegt — Druckleitungen mit Minimalgefälle, lange Gräben — nimmt die 32-fache Variante. Mechanisch sind beide identisch.
Was bedeutet „Genauigkeit 2 mm auf 1 km Doppelnivellement"?
Die Angabe stammt aus einem standardisierten Feldverfahren nach DIN ISO 17123-2 (siehe Hinweis unter der Tabelle). Bei einer hin- und zurück gemessenen Nivellement-Strecke von 1 km Gesamtlänge weicht der Schluss-Wert im Mittel um maximal 2 mm vom theoretischen Wert ab. Für die typische Baustellen-Messung über 30–50 m ist das deutlich genauer, als praktisch ablesbar.
Passt jedes Stativ mit 5/8"-Gewinde?
Ja. Der Gewindeanschluss 5/8" × 11 ist der internationale Standard für Vermessungsstative — Nivelliergeräte, Theodolite und Laser nutzen dasselbe Gewinde. Wichtig ist ein stabiles Stativ: leichte Foto- oder Vermessungs-Hilfsstative tragen zwar, dämpfen aber Erschütterungen nicht, was die Messgenauigkeit auf der Baustelle deutlich verschlechtert. Aluminium- oder Holz-Stative mit Spreizsicherung sind die richtige Wahl.
Was bedeutet „Spritzwasserschutz" konkret?
Regen, Staub und Spritzer aus normaler Arbeitsumgebung schaden dem Gerät nicht. Nicht abgedeckt sind direkter Wasserstrahl (Schlauch, Hochdruckreiniger) und Untertauchen. Bei starkem Regen über längere Zeit raten wir, das Gerät abzubauen — oder über einen Baustellenschirm abzudecken.
Was passiert, wenn das Gerät einmal kippt oder herunterfällt?
Bei jedem stärkeren Stoß muss die Justierung des Kompensators geprüft werden — eine Verschiebung der Ziellinie ist auch bei robusten Geräten möglich. Die Prüfung läuft über das Doppel-Punkt-Verfahren („Aus-der-Mitte"): zwei feste Latten, Messung aus der Mitte und einer äußeren Position, die Differenz beider Höhenunterschiede zeigt eine etwaige Verkippung. Steht in der Bedienungsanleitung. Bei deutlicher Abweichung wird das Gerät zur Werkstatt-Justierung gegeben.
Wofür ist der Horizontalkreis gut?
Der Horizontalkreis (1°-/Gon-Teilung) erlaubt einfache Winkelmessungen — etwa um rechtwinklige Baufluchten von einem Bezugspunkt aus abzusetzen. Für präzise Winkelmessung ist allerdings ein digitaler Theodolit gedacht; das Nivelliergerät kann das nur als Nebenfunktion und mit grober Genauigkeit.
Was unterscheidet ein optisches Nivelliergerät von einem Rotationslaser?
Das optische Nivelliergerät erfordert pro Höhenpunkt eine zweite Person mit Nivellierlatte und Sichtkontakt durchs Fernrohr. Ein Rotationslaser projiziert eine Höhenebene rundum — eine Person allein kann mit einem Empfänger Höhen abgreifen. Vorteil optisch: deutlich genauer auf längere Strecken, unempfindlicher gegen Sonnenlicht, keine Batterien. Vorteil Laser: Ein-Mann-Bedienung, schnellere Aufnahme mehrerer Punkte.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026