Absperrblasen 2,5 bar — von Hausanschluss bis Hauptsammler
Die Absperrblasen 2,5 bar sind pneumatische Rohrabsperrgeräte für das provisorische Verschließen von Abwasser-, Kanal- und Mischwasserrohren. Mit einem Betriebsdruck von 2,5 bar und einem maximalen Gegendruck von 1,0 bar decken sie ein breiteres Einsatzfeld ab als die Absperrblasen 1,5 bar — von kleinen Hausanschlüssen ab DN 35 bis hinauf zu großen Hauptsammlern.
Verfügbar in neun Größen von DN 35 bis DN 1.200 — größere Durchmesser bis DN 4.200 lieferbar auf Anfrage.
Was die 2,5-bar-Variante kann
Der höhere Betriebsdruck und der höhere zulässige Gegendruck sind die zwei Eigenschaften, die das 2,5-bar-Modell vom 1,5-bar-Schwesterprodukt unterscheiden. 1,0 bar Gegendruck entsprechen rund 10 m Wassersäule oberhalb der Blase — doppelt so viel wie bei der 1,5-bar-Variante. Damit bleibt die Blase auch bei tiefen Schächten und höheren Aufstauhöhen sicher in Position.
Die zweite Stärke ist die kleine Bauform: Die Variante DN 35 – DN 70 mit nur 33 mm Außendurchmesser passt durch enge Reinigungsöffnungen und Hausanschluss-Stutzen, in die ein gröberes Modell nicht hineinkommt. Bei der Hausanschluss-Dichtheitsprüfung nach DIN 1986-30 ist das oft der Unterschied zwischen „geht" und „geht nicht".
Aufbau und Material
Der Mantel besteht aus Naturkautschuk mit eingearbeiteter Gewebeeinlage. Die Gewebearmierung trägt den Druck, der Naturkautschuk gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck — auch an unebenen Rohrinnenwänden aus Beton, Steinzeug, Guss oder PVC. Im Werk werden alle Blasen mit dem 1,3-fachen Betriebsdruck geprüft, bevor sie ausgeliefert werden.
Der Temperaturbereich liegt zwischen −20 °C und +80 °C. Aufgepumpt werden die Blasen über ein Reifenventil, geregelt wird der Druck über ein Steuerorgan mit Manometer. Bei den kleinen Größen reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder, ab DN 200 lohnt sich eine Standluftpumpe.
Sicherer Einsatz auf der Baustelle
Vor jedem Einsatz wird die Blase mit einer Sicherungsleine an einem belastbaren Festpunkt außerhalb des Rohres gesichert. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — bei einer Blase, die unter Druck steht, ist das nicht verhandelbar.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — Naturkautschuk altert
Anders als ein Metallwerkzeug verliert eine Gummiblase mit der Zeit Substanz, auch wenn sie ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht, Lösungsmittel und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird der Naturkautschuk irgendwann spröde. Branchenüblich werden Absperrblasen deshalb spätestens nach acht Jahren ausgesondert.
Achtung: Eine Absperrblase, die acht Jahre oder älter ist, gehört nicht mehr in den Einsatz — auch nicht bei optimaler Lagerung und positiver Sichtprüfung. Wie bei einem Reifen: Der kann optisch noch gut aussehen, irgendwann ist der Gummi trotzdem spröde.
Technische Daten
Die folgende Tabelle zeigt das vollständige Größenspektrum. Neun Größen sind ab Lager bestellbar, weitere zehn auf Anfrage über info@ab-industrie.de lieferbar.
| Einsatzbereich |
Gesamtlänge |
Durchmesser |
Gewicht |
Verfügbarkeit |
| DN 35 – DN 70 |
300 mm |
33 mm |
0,2 kg |
Im Shop |
| DN 50 – DN 100 |
330 mm |
45 mm |
0,4 kg |
Im Shop |
| DN 70 – DN 150 |
370 mm |
64 mm |
0,6 kg |
Im Shop |
| DN 100 – DN 200 |
550 mm |
88 mm |
1,0 kg |
Im Shop |
| DN 150 – DN 300 |
550 mm |
138 mm |
1,2 kg |
Im Shop |
| DN 200 – DN 400 |
650 mm |
185 mm |
3,6 kg |
Im Shop |
| DN 300 – DN 600 |
850 mm |
285 mm |
7,0 kg |
Im Shop |
| DN 375 – DN 750 |
1.000 mm |
360 mm |
9,7 kg |
Auf Anfrage |
| DN 500 – DN 1.000 |
1.150 mm |
485 mm |
22 kg |
Im Shop |
| DN 500 – DN 1.200 |
1.400 mm |
485 mm |
28 kg |
Auf Anfrage |
| DN 500 – DN 1.400 |
1.900 mm |
480 mm |
32 kg |
Auf Anfrage |
| DN 600 – DN 1.200 |
1.300 mm |
585 mm |
26 kg |
Im Shop |
| DN 600 – DN 1.600 |
1.900 mm |
585 mm |
36 kg |
Auf Anfrage |
| DN 800 – DN 1.600 |
2.000 mm |
780 mm |
46 kg |
Auf Anfrage |
| DN 800 – DN 2.000 |
3.200 mm |
780 mm |
75 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.200 – DN 2.400 |
3.000 mm |
1.180 mm |
240 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.200 – DN 2.800 |
4.000 mm |
1.180 mm |
280 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.800 – DN 3.600 |
4.000 mm |
1.780 mm |
420 kg |
Auf Anfrage |
| DN 1.800 – DN 4.200 |
6.000 mm |
1.780 mm |
480 kg |
Auf Anfrage |
Allgemeine technische Eckdaten
| Material |
Naturkautschuk mit Gewebeeinlage |
| Betriebsdruck |
2,5 bar |
| Werkprüfdruck |
3,25 bar (1,3-fache des Betriebsdrucks) |
| Max. Gegendruck |
1,0 bar (≈ 10 m Wassersäule) |
| Temperaturbereich |
−20 °C bis +80 °C |
| Bauform |
Absperrblase ohne Durchgang |
| Anschluss |
Reifenventil / Schnellkupplung |
| Norm-Bezug |
geeignet für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 und DIN 1986-30 |
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich die Absperrblasen 2,5 bar von den 1,5-bar-Modellen?
Die Absperrblasen 2,5 bar haben einen höheren Betriebsdruck und einen höheren maximal zulässigen Gegendruck (1,0 bar gegenüber 0,5 bar bei der 1,5-bar-Variante). Außerdem decken sie kleinere Durchmesser ab — ab DN 35 statt erst ab DN 50. Für Hausanschluss-Bereiche und tiefe Schächte ist die 2,5-bar-Variante deshalb der Standard. Für sehr große Hauptsammler ab DN 1.200 nehmen Sie die Absperrblasen 1,5 bar, die im Sortiment bis DN 2.000 reichen.
Was bedeutet der maximale Gegendruck von 1,0 bar?
Der Gegendruck ist der hydrostatische Druck, den das aufgestaute Wasser oberhalb der Blase auf sie ausübt. 1,0 bar entspricht einer Wassersäule von rund 10 Metern — das ist die maximale Aufstauhöhe, bis zu der die Blase im Rohr noch sicher hält. Wird mehr Wasser zurückgehalten oder steht die Blase tiefer im Schacht, wird eine Hochdruckabsperrblase nötig.
Wann reicht die 2,5-bar-Variante nicht mehr aus?
Wenn die Aufstauhöhe oberhalb der Blase 10 m überschreitet — etwa bei tiefen Industriedruckleitungen oder bei Hochwasserrückstau in der Kanalisation. Auch bei Trinkwasser-Druckprüfungen nach DVGW W 400-2 oder bei Industrieleitungen unter höherem Betriebsdruck reicht die 2,5-bar-Variante nicht mehr; dafür gibt es die Hochdruckabsperrblasen mit 6 bar oder 12 bar Betriebsdruck.
Welche Norm-Prüfungen lassen sich mit den Absperrblasen 2,5 bar durchführen?
In der Praxis wird die Blase vor allem zur Vorbereitung der Dichtheitsprüfung verwendet. Sie verschließt den Prüfabschnitt; die eigentliche Druckprüfung mit Wasser oder Luft erfolgt dann über separate Armaturen nach DIN EN 1610 (Verlegung und Prüfung von Abwasserkanälen) oder nach DIN 1986-30 (Bestandsprüfung der Grundstücksentwässerung).
Welches Zubehör wird für den Einsatz benötigt?
Mindestausstattung: ein Steuerorgan mit Manometer, ein Druckluftschlauch, eine Pumpe und eine Sicherungsleine. Bei größeren Schachttiefen kommen Luftschiebestangen dazu, mit denen die Blase ohne Einsteigen positioniert werden kann. Das passende Zubehör ist auf der Produktseite weiter unten verlinkt.
Ist die Absperrblase auch für Hausanschluss-Bereiche geeignet?
Ja, die kleinste Variante DN 35 – DN 70 ist genau dafür gedacht. Mit 33 mm Außendurchmesser und 300 mm Länge passt sie durch enge Reinigungsöffnungen und kurze Stutzen — typisch im Hausanschluss-Bereich. Für Dichtheitsprüfungen nach DIN 1986-30 (Bestand) oder DIN EN 1610 (Neubau) ist sie damit erste Wahl, wenn der Zugang knapp ist.
Wie wird die Absperrblase im Rohr positioniert?
Bei kurzen Strecken wird die Blase manuell vom Schachteinstieg aus eingelegt und an der Sicherungsleine fixiert. Bei größeren Tiefen oder schwer zugänglichen Schächten kommen Luftschiebestangen zum Einsatz — entweder hart oder flexibel. Mit den Stangen lässt sich die Blase exakt positionieren, ohne dass jemand in den Schacht einsteigen muss; das macht die Tätigkeit nicht nur sicherer, sondern oft auch deutlich schneller.
Lassen sich die Absperrblasen 2,5 bar auch für Druckprüfungen einsetzen?
Nicht direkt — die Absperrblase verschließt das Rohr ohne Durchgang. Sie eignet sich also für die Vorbereitung einer Druckprüfung (Abschnitt absperren), nicht für die Durchführung selbst. Wenn Befüllen und Prüfen über die Blase erfolgen soll, sind die Absperrprüfblasen oder die Flexiblen Rohrprüfblasen die richtige Wahl — beide haben einen integrierten Prüfanschluss.
Wie lange ist eine Absperrblase einsatzbereit?
Bei sachgerechter Lagerung und Pflege geht man branchenüblich von einer Standzeit von acht Jahren aus — danach wird die Blase ausgesondert, auch wenn sie noch unbeschädigt aussieht. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen und Ventilschäden.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die Absperrblase 2,5 bar regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie das passende Zubehör — Steuerorgan, Schlauch, Pumpe, Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026