Kurze Absperrblasen 2,5 bar — wenn die Standard-Bauform zu lang ist
Die Kurze Absperrblase 2,5 bar ist eine pneumatische Rohrabsperrtechnik für kurze Abdichtlängen — eine Bauform, die etwa halb so lang ist wie eine Standard-Absperrblase gleicher Druckklasse. Sie kommt zum Einsatz, wo der Platz im Rohr knapp ist: kurz vor einem Bogen, vor einer Abzweigung, im Schachtanschluss, oder zwischen zwei Muffen mit geringem Abstand.
Verfügbar in fünf Größen von DN 50 bis DN 400, mit Betriebsdruck 2,5 bar und maximalem Gegendruck 1,0 bar.
Was die kurze Bauform leistet
Eine Standard-Absperrblase 2,5 bar baut bei DN 100–200 rund 500 mm lang — auf einer geraden Strecke ist das kein Problem, in der Praxis aber gibt es viele Situationen, in denen 500 mm Platz schlicht nicht zur Verfügung stehen. Genau dafür ist die kurze Variante gemacht.
Drei typische Einsatz-Situationen:
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Direkt vor einem Bogen — wenn der gerade Rohrabschnitt zwischen Schacht und nächstem Krümmer kürzer ist als die Standard-Bauform.
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An einer Abzweigung — etwa um einen Hausanschluss-Stutzen knapp vor der Hauptleitung abzudichten, ohne die Hauptleitung zu blockieren.
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Im Schachtanschluss — bei kurzen Anschluss-Stutzen vom Sammelschacht in die Sammelleitung.
Die kurze Bauform sitzt in genau solchen Situationen sauber im Rohr, ohne dass die Geometrie der Anlage gegen die Blase arbeitet.
Material und Aufbau
Die Blase besteht aus Naturkautschuk mit eingearbeiteter Gewebeeinlage — die Gewebearmierung trägt den Druck, der Naturkautschuk gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck im Rohr. Der Temperaturbereich liegt zwischen −20 °C und +80 °C, im Werk wird jede Blase mit dem 1,3-fachen Betriebsdruck (3,25 bar) geprüft, bevor sie ausgeliefert wird.
Aufgepumpt wird die Blase über ein Reifenventil, geregelt wird der Druck über ein Steuerorgan mit Manometer. Bei den kleinen Größen DN 50–100 und DN 70–150 reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder, ab DN 150 lohnt sich eine Standluftpumpe.
Kein Durchgang — wer prüfen will, braucht eine Prüfblase
Die kurze Absperrblase verschließt das Rohr — sie ist nicht zum Befüllen oder Druckprüfen gedacht. Wer das Rohr abdichten und gleichzeitig befüllen oder mit Druck beaufschlagen will, braucht eine Absperrprüfblase mit Metallkern oder eine Flexible Rohrprüfblase — beide haben einen integrierten Durchgang dafür.
Sicherer Einsatz auf der Baustelle
Vor jedem Einsatz wird die Blase mit einer Sicherungsleine an einem belastbaren Festpunkt außerhalb des Rohres gesichert. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — bei einer unter Druck stehenden Blase ist das nicht verhandelbar.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — Naturkautschuk altert
Naturkautschuk verliert mit der Zeit Substanz, auch wenn die Blase ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird der Kautschuk irgendwann spröde. Branchenüblich werden Naturkautschuk-Blasen deshalb spätestens nach acht Jahren ausgesondert — auch wenn sie noch unbeschädigt aussehen.
Achtung: Eine Naturkautschuk-Blase, die acht Jahre oder älter ist, gehört nicht mehr in den Einsatz — auch nicht bei optimaler Lagerung und positiver Sichtprüfung. Ein gealterter Kautschuk kann optisch noch gut aussehen und trotzdem unter Druck reißen.
Technische Daten
Alle fünf Größen sind ab Lager bestellbar. Die Spalte „Verkürzung" zeigt, wie viel kürzer die Blase im Vergleich zur Standard-Absperrblase 2,5 bar gleicher Größe baut.
| Einsatzbereich |
Gesamtlänge |
Durchmesser |
Max. Gegendruck |
Gewicht |
Verkürzung* |
| DN 50 – DN 100 |
150 mm |
45 mm |
1,0 bar |
0,3 kg |
−55 % |
| DN 70 – DN 150 |
200 mm |
65 mm |
1,0 bar |
0,4 kg |
−50 % |
| DN 100 – DN 200 |
200 mm |
88 mm |
1,0 bar |
1,0 kg |
−60 % |
| DN 150 – DN 300 |
300 mm |
140 mm |
1,0 bar |
1,6 kg |
−48 % |
| DN 200 – DN 400 |
400 mm |
180 mm |
1,0 bar |
2,4 kg |
−41 % |
* Verkürzung gegenüber der Standard-Absperrblase 2,5 bar derselben Nennweite.
Allgemeine technische Eckdaten
| Bauform |
Kurze Rohrabsperrblase ohne Durchgang |
| Material |
Naturkautschuk mit Gewebeeinlage |
| Betriebsdruck |
2,5 bar |
| Werkprüfdruck |
3,25 bar (1,3-fache des Betriebsdrucks) |
| Max. Gegendruck |
1,0 bar (≈ 10 m Wassersäule), bei allen Größen |
| Temperaturbereich |
−20 °C bis +80 °C |
| Anschluss |
Reifenventil / Schnellkupplung |
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Kurze Absperrblase 2,5 bar von der Standard-Absperrblase 2,5 bar?
Der einzige Unterschied ist die Bauform. Die kurze Variante ist je nach Nennweite zwischen 41 und 60 Prozent kürzer als die Standard-Absperrblase 2,5 bar derselben Nennweite. Material, Druckklasse, max. Gegendruck und Temperaturbereich sind identisch. Wer auf einer geraden Strecke arbeitet, nimmt die Standard-Bauform — wer kurz vor einem Bogen, einer Abzweigung oder in einem Schachtanschluss abdichten muss, nimmt die kurze Variante.
Wann brauche ich eine kurze statt einer Standard-Absperrblase?
Immer dann, wenn der gerade Rohrabschnitt zwischen Setzpunkt und nächster Geometrie-Änderung kürzer ist als die Standard-Bauform. Typisch ist das in Schachtanschlüssen, an Hausanschluss-Stutzen knapp vor der Hauptleitung, vor engen Bögen oder zwischen zwei Muffen mit geringem Abstand. Bei DN 100–200 zum Beispiel baut die Standard-Bauform 500 mm — die kurze Variante 200 mm. Wenn Sie zwischen Bogen und Schacht keine 500 mm freie Strecke haben, ist die Frage damit beantwortet.
Kann ich mit der Kurzen Absperrblase auch Druckprüfungen durchführen?
Nein. Die Kurze Absperrblase hat keinen Durchgang — sie verschließt das Rohr, lässt aber kein Wasser oder Druckluft durch. Wer das Rohr absperren UND prüfen oder befüllen will, braucht eine Prüfblase mit integriertem Durchgang: die Absperrprüfblase mit Metallkern für intakte runde Rohre oder die Flexible Rohrprüfblase für deformierte Altbestände.
Was bedeutet der maximale Gegendruck von 1,0 bar?
Der Gegendruck ist der hydrostatische Druck, den das aufgestaute Wasser oberhalb der Blase auf sie ausübt. 1,0 bar entspricht einer Wassersäule von rund 10 Metern — das ist die maximale Aufstauhöhe, bis zu der die Blase im Rohr sicher hält. Bei größeren Aufstauhöhen oder tieferen Schächten ist eine Hochdruckabsperrblase mit höherem Betriebsdruck die richtige Wahl.
Welche Druckklasse — und reicht 2,5 bar für meine Anwendung?
2,5 bar ist hier der Betriebsdruck, mit dem die Blase aufgepumpt wird. Daraus ergibt sich der zulässige Gegendruck von 1,0 bar im Rohr. Für Standard-Dichtheitsprüfungen und Sperrungen in Schachttiefen bis ca. 10 m Aufstau reicht das gut aus. Wenn Sie mit weniger Aufstau auskommen und einen kleineren Druckbedarf haben, gibt es die 1,5-bar-Variante als Alternative — die kurze Bauform in 1,5 bar ist allerdings nicht im Sortiment, da würde dann eine andere Bauform infrage kommen.
Wie lange ist eine kurze Absperrblase einsatzbereit?
Bei sachgerechter Lagerung und Pflege geht man branchenüblich von einer Standzeit von acht Jahren aus — danach wird die Blase ausgesondert, auch wenn sie noch unbeschädigt aussieht. Naturkautschuk altert durch Wärme, UV-Licht und Ozon, selbst wenn die Blase nicht im Einsatz ist. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen und Ventilschäden.
Welches Zubehör brauche ich zusätzlich?
Pflicht ist eine Sicherungsleine zur Ausschubsicherung nach DGUV Regel 201-022. Für das Aufpumpen brauchen Sie eine Pumpe (Fußluftpumpe oder Standluftpumpe) und ein Steuerorgan mit Manometer zur Druckkontrolle. Bei tiefen Schächten ist eine Luftschiebestange hilfreich, um die Blase in Position zu bringen, ohne in den Schacht steigen zu müssen.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die kurze Absperrblase regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie das passende Zubehör — Steuerorgan mit Manometer, Schlauch, Pumpe, Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026