Oerlikon Fincord – dick rutil-umhüllte Stabelektrode für saubere Nähte
Die Oerlikon Fincord ist eine dick rutil-umhüllte Stabelektrode (Typ RR) für un- und niedriglegierte Stähle. Sie zeichnet sich durch feinschuppige, gleichmässige Nähte mit kerbfreiem Übergang zum Grundwerkstoff aus. Einsatzbereich: Baustahl, Feinkornbaustahl, Schiffbaustahl, Druckbehälterstahl und Rohrstahl bis Betriebstemperaturen von –10 °C bis 450 °C.
Nahtqualität und Lichtbogenverhalten
Die Schlacke der Fincord hebt sich weitgehend selbst ab, Spritzer treten kaum auf. Der Lichtbogen ist ruhig und stabil, das Zünden und Wiederzünden funktioniert zuverlässig. Auch aufgesetzt schweissen ist möglich. Für röntgensichere Nähte wird in Kombination mit MAG-geschweissten Lagen die Oerlikon FINCORD DB empfohlen.
Einsatz als Decklage nach Oerlikon Citorex
Die Fincord wird häufig als Decklage in Kombination mit der Oerlikon Citorex – rutilbasische Stabelektrode für Wurzel- und Fülllagen eingesetzt. Die Citorex übernimmt Wurzel- und Fülllagen, die Fincord sorgt für das feinschuppige Decklagenbild.
Handhabung und Einsatzflexibilität
Für alle Schweissmöglichkeiten ausser fallend geeignet (Ø 2,0 und 2,5 mm auch bedingt fallend). Verschweissbar mit AC und DC–. Einsetzbar an 220-V-Lichtnetztransformatoren und bei 42 V Schutzspannung. Geeignet für Heftarbeiten.
Technische Daten Oerlikon Fincord
| Merkmal |
Wert |
| Elektrodentyp |
RR (rutil, dick umhüllt) |
| Normbezeichnung EN ISO 2560-A |
E 42 0 RR 12 |
| AWS-Klassifikation |
A5.1: E6013 |
| Wärmebehandlung |
U (ungeglüht) |
| Streckgrenze |
> 420 MPa |
| Zugfestigkeit |
500–640 MPa |
| Dehnung A5 |
> 22 % |
| Kerbschlagarbeit ISO-V bei +20 °C |
> 60 J |
| Kerbschlagarbeit ISO-V bei –10 °C |
> 47 J |
| Chem. Zusammensetzung (Richtwerte) |
C 0,08 % | Mn 0,6 % | Si 0,45 % |
| Stromart / Polung |
AC; DC– |
| Schweissmöglichkeiten (ISO) |
PA, PB, PC, PD, PE, PF (Ø 2,0 und 2,5 mm bedingt auch PG) |
| Betriebstemperatur Grundwerkstoff |
–10 °C bis 450 °C |
| Lagerung / Rücktrocknung |
Trocken lagern; Rücktrocknung nicht grundsätzlich nötig — falls erforderlich: 100–110 °C / 1 h |
| Zulassungen |
TÜV, DB, CE |
Liefereinheiten
| Durchmesser |
Stückzahl pro VE |
Gewicht pro VE |
| Ø 2,5 × 350 mm |
630 St. |
12,6 kg |
| Ø 3,2 × 350 mm |
375 St. |
12,9 kg |
| Ø 4,0 × 450 mm |
234 St. |
16,8 kg |
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Oerlikon Fincord von der Oerlikon Citorex?
Die Fincord ist dick rutil-umhüllt (Typ RR) und liefert feinschuppigere Nähte als die rutilbasische Citorex (Typ RB). Typisches Einsatzmuster: Citorex für Wurzel- und Fülllagen, Fincord für die Decklage. Die Citorex ist zusätzlich für nachfolgendes Verzinken geeignet, die Fincord nicht speziell dafür ausgelegt.
Kann die Fincord auch fallend (PG) verschweisst werden?
In den Durchmessern Ø 2,0 und Ø 2,5 mm bedingt ja. Ab Ø 3,2 mm ist Fallnahtschweissen nicht vorgesehen.
Für welche Betriebstemperaturen ist die Fincord zugelassen?
Für Grundwerkstoffe mit Betriebstemperaturen von –10 °C bis 450 °C.
Muss die Fincord rückgetrocknet werden?
Nicht grundsätzlich. Trocken lagern genügt. Falls nötig: 100–110 °C für 1 Stunde.
Welche Zulassungen besitzt die Oerlikon Fincord?
TÜV, DB und CE.
Wohin liefern Sie die Oerlikon Fincord?
Versand nach Deutschland, Österreich und in alle weiteren EU-Länder sowie in die Schweiz und nach Norwegen.
Angaben zu Massen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 06/2026