Vakuumglocke zylindrisch – passgenau für Stutzen und runde Anschlüsse
Die zylindrische Vakuumglocke ist eine Sonderform-Glocke für die lokale Vakuum-Blasenprüfung an runden, vorstehenden Anschlüssen — also überall dort, wo Stutzen, Ansaugöffnungen, Anschweißmuffen oder ähnliche zylindrische Bauteile auf Dichtheit zu prüfen sind, hergestellt von AB Industrie Service. Wenn Sie auf dieser Seite gelandet sind, prüfen Sie wahrscheinlich gerade die Schweißnaht zwischen einem Stutzen und einer Behälterwand, einer Ansaugöffnung an einem Lüftungssystem oder einem Anschweißmuffen-Anschluss.
Die zylindrische Bauform der Glocke umschließt den Stutzen oder die Öffnung von oben. Aufsetzen, die zu prüfende Naht mit Lecksuchspray benetzen, an die Vakuumpumpe TP 6 (oder größer) anschließen, evakuieren — sichtbare Blasenbildung zeigt die Leckstelle exakt an. Empfindlichkeit der Methode liegt im Bereich 10⁻³ bis 10⁻⁵ mbar·l/s — ausreichend für sicherheits- und umweltrelevante Dichtheitsprüfungen an Stutzen-Anschweißungen, Auffangsystemen und Behälteranschlüssen.
Wofür ist die zylindrische Glocke gedacht? Im Gegensatz zu Glocken für Schweißnähte umschließt die zylindrische Vakuumglocke ein vorstehendes, rundes Bauteil komplett von oben und prüft nicht nur eine Naht, sondern den gesamten Anschluss. Typische Einsatzfälle sind Stutzen-Anschweißungen (Ringnaht zwischen Stutzen und Behälter- oder Rohrwand), Ansaugöffnungen an Lüftungs- und Absauganlagen, Anschweißmuffen, Be- und Entlüftungsanschlüsse, sowie aufgesetzte Sensorgehäuse oder Messstellen. Die Glocke wird oben aufgesetzt, dichtet ringsherum auf der Bauteiloberfläche ab und erfasst durch das Sichtglas alle Leckstellen am Anschluss in einem Prüfschritt.
Aufbau und Material
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Sichtglas: flexibel, bruchstabil bei üblichem Gebrauch — direkter Blick auf die Naht während der Prüfung.
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Profilgummi-Dichtung: weich eingedichtet, passt sich an Rohrkrümmung und kleinere Oberflächenunebenheiten an.
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Anschlussschlauch 1,5 m: bereits konfektioniert im Lieferumfang — kein zusätzliches Schlauchmaterial nötig.
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Anschluss NW 7,2: wahlweise als Kupplung oder Stecker — passt zu allen gängigen Vakuumlecksuchgeräten und zu unserer TP-Serie.
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Vakuumventil: zum Belüften nach der Prüfung, bevor die Glocke abgenommen wird.
Anschluss-Variante – Kupplung oder Stecker?
Beide Varianten haben den gleichen Nennquerschnitt NW 7,2 und sind miteinander koppelbar. Welche Variante Sie wählen, hängt davon ab, was an Ihrem Vakuumlecksuchgerät bzw. an Ihrem Schlauchsystem verbaut ist:
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Kupplung NW 7,2 (Standard): sitzt am Glocken-Schlauch — der Stecker am Pumpenschlauch wird eingerastet. Üblich bei Erstausstattung mit unserer TP-Serie.
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Stecker NW 7,2: für den umgekehrten Fall — wenn Ihr vorhandener Pumpenschlauch bereits eine Kupplung am Ende trägt.
Im Zweifel passt die Kupplungs-Variante. Wenn Sie die Glocke an ein anderes Lecksuchgerät anschließen wollen, prüfen Sie vorher das dort verbaute Anschluss-System.
Achtung: Die Glocke gibt es im Standard-Sortiment in den Durchmessern Ø 100 bis Ø 500 mm bei einer Bauhöhe bis 500 mm — passend für die meisten Stutzen- und Ansaugöffnungs-Anschlüsse. Größere Durchmesser oder höhere Bauformen (z. B. für weit aus dem Bauteil ragende Stutzen) fertigen wir auf Anfrage — bitte mit Angabe von Ø, Höhe und Bauteil-Geometrie an info@ab-industrie.de.
Wichtig — Unterdruck zwingend begrenzen! Die zylindrische Vakuumglocke hat je nach Durchmesser eine
maximal zulässige Druckdifferenz, die nicht überschritten werden darf. Bei zu hohem Unterdruck droht Implosion des Sichtglases und damit Verletzungsgefahr. Verwenden Sie zur Begrenzung zwingend unser
Vakuumregulierventil und stellen Sie es vor jeder Prüfung auf den passenden Wert ein:
| Innendurchmesser Ø |
Maximaler Unterdruck |
| Ø 100, 133, 150 mm |
-0,50 bar |
| Ø 200, 250 mm |
-0,40 bar |
| Ø 300 mm |
-0,30 bar |
| Ø 350 mm |
-0,25 bar |
| Ø 400 mm |
-0,20 bar |
| Ø 500 mm |
-0,15 bar |
Je größer der Durchmesser, desto geringer die zulässige Druckdifferenz — die Kraft auf das Sichtglas steigt mit der Fläche.
Anwendung – kurzer Ablauf
- Naht reinigen — Schweißschlacke, Spritzer, Fett, Öl entfernen.
- Lecksuchspray gleichmäßig auf den Prüfbereich aufbringen.
- Glocke auf die Naht aufsetzen, leicht andrücken.
- Schlauch an das Vakuumlecksuchgerät anschließen, evakuieren bis zum Sollunterdruck (typisch -200 bis -500 mbar je nach Regelwerk).
- Durch das Sichtglas auf Blasenbildung beobachten — Haltezeit nach Regelwerk: mind. 10 s nach DVS 2225-2, mind. 30 s nach DVGW G 469 (A) Verfahren E3.
- Belüftungsventil öffnen, Glocke abnehmen, ggf. umsetzen mit Überlappung (mind. 50 mm nach ASME V Mandatory Appendix II, mind. 100 mm nach DVS 2225-2).
Typische Einsatzbereiche
- Stutzen-Anschweißungen an Behältern, Tanks und Druckbehältern
- Ansaugöffnungen an Lüftungs-, Absaug- und Klimaanlagen
- Anschweißmuffen, Be- und Entlüftungsanschlüsse an Rohrleitungen
- Sensorgehäuse und Messstellen an Rohrleitungen oder Behältern
- Auffangwannen und Sekundärabdichtungen mit zylindrischen Anschlüssen nach WHG / AwSV
- Reparatur- und Nacharbeitsstellen an bestehenden Stutzen-Anschlüssen
Hinweis: Aus der Praxis raten wir vom optionalen
Vakuummeter direkt an der Glocke ab. Der Unterdruck wird ohnehin am Manometer der Pumpe angezeigt — das reicht für die Blasenprüfung. Ein zusätzliches Anbauteil bedeutet ein zusätzliches Bauteil, das beschädigt werden oder undicht werden kann. Wer das Manometer trotzdem direkt am Prüfort braucht, kann es bestellen — es ist nur in Verbindung mit der Glocke lieferbar und wird fest montiert.
Tipp – Sichtglas und Frost: Das Sichtglas der Glocke besteht aus Polycarbonat (Markenname Makrolon). Bei Raumtemperatur ist Polycarbonat sehr schlagzäh und bruchstabil — der Werkstoff wird aber unterhalb von ca. 0 °C zunehmend spröde, wodurch das Bruchrisiko bei Stößen und unsachgemäßer Handhabung steigt. Für die Praxis: Bei Frost-Einsätzen die Glocke vor dem Aufsetzen im Werkzeugkoffer oder Fahrzeug warm halten und beim Aufsetzen auf den Stutzen nicht stoßen oder fallen lassen. Bei Frost auf eine andere Naht-Prüfmethode ausweichen oder den Prüfbereich vorwärmen.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lieferumfang
- Vakuumglocke zylindrisch mit Sichtglas und Profilgummi-Dichtung (Ø-Variante bei Bestellung wählbar)
- Vakuumventil zum Belüften nach der Prüfung
- Anschlussschlauch 1,5 m, vormontiert
- Schnellkupplung oder -stecker NW 7,2 (Variante bei Bestellung wählbar)
Nicht im Lieferumfang: Vakuumlecksuchgerät, Lecksuchspray und Vakuumregulierventil. Das Vakuumregulierventil ist bei dieser Glocke zwingend erforderlich, um den maximal zulässigen Unterdruck pro Ø-Stufe einzuhalten — siehe Druckbegrenzungs-Hinweis weiter oben. Die Glocke wird zusammen mit dem TP 6 oder einer vergleichbaren Vakuumpumpe und einem Lecksuchspray nach DIN EN 14291 betrieben.
Verfügbare Durchmesser und Höhen
Die zylindrische Vakuumglocke gibt es im Standard-Sortiment in folgendem Maßbereich. Andere Maße fertigen wir nach Kundenwunsch — schreiben Sie uns kurz an info@ab-industrie.de mit Angabe von Ø, Höhe und Bauteil-Geometrie.
| Maß |
Standard-Bereich |
| Innendurchmesser Ø |
Standard-Stufen: Ø 100, 133, 150, 200, 250, 300, 350, 400, 500 mm |
| Bauhöhe |
bis 500 mm — größere Bauhöhen auf Anfrage |
| Sonderanfertigung |
Bauhöhe > 500 mm — auf Anfrage |
Passende Glocke im Sortiment
Suchen Sie eine andere Naht-Geometrie oder eine andere Glocken-Größe, finden Sie das passende Modell im Sortiment. Drei Bauformen — eindimensionale Rundnaht-Glocken (für eine konkrete Nennweite), dimensionsvariable Rundnaht-Glocken (für einen Bereich) und Sonderformen für Stumpf-, Kehl-, Eck- und Überlappnähte sowie zylindrische Bauteile.
Eindimensionale Rundnaht-Glocken
Dimensionsvariable Rundnaht-Glocken
Sonderformen – andere Naht-Geometrien
Für Sonderanfertigungen (Bahn, Schiffbau, Sonderformen) schreiben Sie uns kurz an info@ab-industrie.de mit Angabe von Rohr-Außendurchmesser, Naht-Geometrie und gewünschtem Anschluss.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Bauform |
Sonderform zylindrisch (Stutzen, Ansaugöffnungen, runde Anschlüsse) |
| Eignung |
vorstehende, runde Bauteile (Stutzen-Anschweißungen, Ansaugöffnungen, Anschweißmuffen) |
| Innendurchmesser Ø |
Standard-Stufen: Ø 100, 133, 150, 200, 250, 300, 350, 400, 500 mm |
| Bauhöhe |
bis 500 mm — größere Bauhöhen auf Anfrage |
| Sichtglas |
flexibel, bruchstabil bei üblichem Gebrauch |
| Dichtung |
weicher Profilgummi |
| Anschluss |
Kupplung oder Stecker NW 7,2 (Variante bei Bestellung) |
| Anschlussschlauch |
1,5 m, vormontiert |
| Vakuumventil |
integriert, zum Belüften nach der Prüfung |
| Herstellung |
Eigenproduktion AB Industrie Service |
| Empfohlenes Zubehör |
Vakuumregulierventil (zwingend zur Druckbegrenzung), Vakuumlecksuchgerät TP 6, Lecksuchspray nach DIN EN 14291 |
Häufige Fragen
Für welche Bauteile ist die zylindrische Vakuumglocke geeignet?
Die Glocke ist für vorstehende, runde Bauteile ausgelegt — typische Einsatzfälle sind Stutzen-Anschweißungen an Behältern und Tanks, Ansaugöffnungen an Lüftungs- und Absauganlagen sowie Anschweißmuffen an Rohrleitungen. Im Standard-Sortiment ist sie in den Innendurchmessern Ø 100 bis 500 mm und einer Bauhöhe bis 500 mm verfügbar; für andere Maße fertigen wir auf Anfrage. Liegt Ihr Bauteil außerhalb dieses Bereichs oder hat eine andere Geometrie (Schweißnaht, Ecke etc.), wählen Sie die nächstpassende Glocke aus der Sortimentsübersicht weiter oben.
Welches Vakuumlecksuchgerät passt zur Glocke?
Die zylindrische Vakuumglocke passt zu allen Vakuumlecksuchgeräten mit Schnellkupplung NW 7,2. Aus unserem Sortiment ist das Standard-Gerät das Vakuumlecksuchgerät TP 6 — ölfrei, 6 m³/h Förderleistung, -850 mbar Endvakuum. Förderleistung und Endvakuum reichen für die Glocke deutlich aus.
Soll ich die Variante mit Kupplung oder mit Stecker bestellen?
Im Zweifel die Kupplungs-Variante. Sie ist Standard bei Erstausstattung mit unserer TP-Serie — der Stecker am Pumpenschlauch rastet in die Kupplung der Glocke ein. Die Stecker-Variante an der Glocke wählen Sie nur, wenn Ihr vorhandener Pumpenschlauch bereits eine Kupplung am Ende trägt. Beide Varianten haben den gleichen Nennquerschnitt NW 7,2 und sind miteinander koppelbar.
Brauche ich ein Vakuummeter direkt an der Glocke?
In der Regel nicht. Der Unterdruck wird ohnehin am Manometer der Vakuumpumpe angezeigt — das reicht für die Vakuum-Blasenprüfung. Aus der Praxis raten wir vom zusätzlichen Vakuummeter eher ab, weil es ein weiteres Bauteil ist, das beschädigt oder undicht werden kann. Wer es trotzdem fest an die Glocke montiert haben möchte, kann das Vakuummeter (Aufpreis) in Verbindung mit der Glocke bestellen.
Welche Norm regelt die Vakuum-Blasenprüfung?
Methodisch ist das Blasenprüfverfahren in DIN EN 1593:1999-11 beschrieben. Die übergeordnete Auswahl-Norm DIN EN 1779 (Neufassung als Entwurf prEN 1779:2024) klassifiziert die Vakuumglocken-Variante als Methode C3. International ist ASME BPVC Section V, Article 10, Mandatory Appendix II die Standardreferenz. Für KDB-Schweißnähte gilt DVS-Richtlinie 2225-2:2019-02, für Fernwärme-Schweißnähte DVGW-Arbeitsblatt G 469 (A):2019-07 Verfahren E3.
Welcher Unterdruck wird beim Prüfen aufgebaut?
Der Arbeitsbereich der Vakuum-Blasenprüfung liegt typischerweise zwischen -150 mbar und -500 mbar Differenzdruck zur Atmosphäre. Konkret: ASME V Mandatory Appendix II fordert mindestens -150 mbar, DVGW G 469 (A) Verfahren E3 sieht 200–500 mbar vor, DVS 2225-2 für KDB-Reparaturstellen ca. -300 mbar. Wichtig bei der zylindrischen Glocke: Anders als bei kleineren Glocken-Bauformen darf der Unterdruck hier nicht bis zum vollen Pumpenvakuum gefahren werden — er muss je nach Ø-Stufe begrenzt werden (-0,50 bar bei Ø 100–150 mm, herunter bis -0,15 bar bei Ø 500 mm). Verwenden Sie dafür zwingend das Vakuumregulierventil. Details siehe Druckbegrenzungs-Hinweis im Beschreibungstext oben.
Welches Lecksuchspray sollte verwendet werden?
Empfohlen wird ein Lecksuchspray nach DIN EN 14291 — siehe Lecksuchspray mit DIN-DVGW-Reg.-Nr. NG-5170BR5843. Für Einsätze bei niedrigen Temperaturen gibt es das kältestabile Lecksuchspray bis -15 °C. Reines Spülmittel-Wasser-Gemisch ist nach DIN EN 14291 für sicherheitsrelevante Prüfungen nicht zulässig.
Bieten Sie auch Sonderanfertigungen an?
Ja. Für andere Rohrdurchmesser, Stumpf-, Eck- und Kehlnähte sowie Sonderformen (Bahn, Schiffbau, zylindrische Glocken Ø 100–500 mm) fertigen wir nach Kundenwunsch. Schreiben Sie uns kurz an info@ab-industrie.de mit Angabe von Rohr-Außendurchmesser, Naht-Geometrie und gewünschtem Anschluss.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026