Gasfackel DN 25 von KROHSE – mobile Abfackelung im Verteilnetz
Wer eine Gasleitung wartet, stilllegt oder neu in Betrieb nimmt, muss das Restgas kontrolliert abführen. Mit der EU-Methanverordnung 2024/1787 ist das Ablassen ohne Verbrennung keine Option mehr. Die Gasfackel DN 25 der KROHSE GmbH verbrennt das ausströmende Gas an einer Sekundärflamme – einsatzbereit in unter zehn Minuten, transportabel im Trolley und DBI-geprüft nach EU-Methanverordnung 2024/1787, TA Luft (08/2021) und VDI 2105 (10/22).
Das Gerät arbeitet mit Erdgas, Propan, Biogas, Stadt-/Ferngas und – mit separatem Entgasungsschlauch – Wasserstoff. Druckbereich von 5 mbar bis 5 bar, Durchsatz bis ca. 900 m³/h Methan. Bei AB Industrie Service erhalten Sie die KROHSE Gasfackel in vier Ausführungen, mit Beratung vor dem Kauf, Wartung, Ersatzteilversorgung und – auf Wunsch – einer Einweisung direkt bei Ihnen vor Ort.
Funktionsweise – Pilotflamme zündet, Hauptflamme brennt
Eine ständig brennende Sekundärflamme, gespeist aus einer Propangasflasche, zündet das ausströmende Gas. Sobald die Hauptflamme stabil brennt, läuft die Verbrennung selbstständig – die Pilotflamme bleibt als Rückfall-Zündquelle stehen, falls die Hauptflamme verlischt. So ist während des gesamten Vorgangs eine Zündquelle vorhanden. Den Verbrennungssauerstoff zieht die Flamme aus der Atmosphäre; ein im Diffusor angesaugter Luftstrom stabilisiert sie bei höheren Ausströmgeschwindigkeiten.
Im Verteilnetz hat das Gerät zwei typische Aufgaben: Entgasung einer Leitung vor Reparatur- oder Außerbetriebnahmen und Begasung einer Leitung bei Inbetriebnahme. Beim Begasen entweicht zunächst ein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch, das sicher abgeführt und verbrannt werden muss – genau dafür ist die Gasfackel DN 25 ausgelegt.
Tipp: Eine 6-kg-Propangasflasche reicht für mehrere Einsatztage. Der Pilotbrenner verbraucht im Betrieb wenig – seine eigentliche Aufgabe ist die Sicherheits-Funktion: Solange die Flasche aufgedreht ist, steht eine Zündquelle bereit, falls die Hauptflamme aussetzt.
DBI-geprüft nach EU-Methanverordnung 2024/1787
Die EU-Methanverordnung verlangt von Betreibern eine deutliche Reduktion diffuser Methanemissionen aus Gasinfrastrukturen. Damit hat die kontrollierte Abfackelung – mit nachweisbarem Wirkungsgrad – ihre Bedeutung erneut bestätigt. Das DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg hat die Gasfackel DN 25 nach den drei einschlägigen Regelwerken geprüft und freigegeben:
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EU-Methanverordnung 2024/1787 – Anforderungen an Verbrennungseffizienz und Restgas-Behandlung
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TA Luft (08/2021) – Vorgaben zu Verbrennungsbedingungen und Emissionsbegrenzung
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VDI 2105 (10/22) – technische Anforderungen an Notfackeln
Sicherheit – DVGW-zertifizierte Gasrücktrittsicherung von IBEDA
Im Hauptgehäuse sitzt eine DVGW-zertifizierte Flammenrückschlag- und Gasrücktrittsicherung des Herstellers IBEDA – flammendurchschlagsicher bei Betrieb mit Druckluft, geprüft nach DIN EN ISO 5175-2. Die Sicherung verhindert, dass Flamme oder Sauerstoff in die Versorgungsleitung zurückschlagen. Ergänzt wird sie durch einen Vorfilter mit 0,1 mm Maschenweite, der Schmutzpartikel zurückhält und die Sicherung schützt.
Je nach Variante besteht das Sicherheitsbauteil aus Messing (ECO) oder rostfreiem Edelstahl 1.4305 (PREMIUM, PREMIUM PRO und PREMIUM PRO PLUS). Edelstahl ist bei feuchten oder aggressiven Einsatzbedingungen die langlebigere Wahl.
Venturidüse VENKRO 25 – nur PREMIUM PRO und PREMIUM PRO PLUS
Wenn der Leitungsdruck nicht ausreicht, um die Restgasmenge vollständig auszustoßen, kommt die Venturidüse VENKRO 25 ins Spiel. Über einen Druckluft-Anschluss (8–16 bar, ölfrei, mind. 1,6 m³/min) erzeugt die Düse einen Unterdruck und saugt das Restgas aktiv aus der Leitung – bis zur gefahrlosen Konzentration unter 50 % der unteren Explosionsgrenze. Das ist insbesondere bei Leitungs-Stilllegungen und vor Trennarbeiten relevant.
Optische Flammüberwachung – nur PREMIUM PRO PLUS
Wasserstoff brennt mit nahezu unsichtbarer Flamme. Auch bei Tageslicht oder unter ungünstigen Sichtverhältnissen ist eine Erdgasflamme nicht immer eindeutig zu erkennen. Die optische Flammüberwachung der PREMIUM PRO PLUS-Variante prüft permanent, ob Methan- oder Wasserstoff-Flamme vorhanden sind. Eine grüne LED bestätigt die Flamme, eine rote LED meldet ihr Erlöschen. Die LiFePO₄-Akkus halten 120 Stunden Dauerbetrieb pro Ladung – damit ist auch ein mehrtägiger Einsatz ohne Netzanschluss machbar.
Achtung: Die Gasfackel DN 25 darf ausschließlich von unterwiesenen, fachkundigen Personen bedient werden – Grundlage sind unter anderem DGUV Information 203-090 „Arbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen", SUVA „Erdgasleitungen: So arbeiten Sie sicher" und SVGW G2. Der Betreiber bleibt für die Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall verantwortlich.
Tipp: AB Industrie Service bietet Schulungen zur Gasfackel DN 25 an – auf Wunsch direkt bei Ihnen vor Ort. So sind alle Anwender im Team zur sicheren Bedienung unterwiesen, bevor das Gerät zum ersten Mal an die Leitung angeschlossen wird.
Die vier Varianten im Vergleich
Alle vier Varianten teilen denselben Grundkörper aus Edelstahl 1.4301, dieselbe DVGW-zertifizierte Sicherheitsarmatur und denselben Druck- und Durchflussbereich. Die Unterschiede liegen im Material der Rückschlagsicherung und in den optionalen Zusatzfunktionen.
| Merkmal |
ECO |
PREMIUM |
PREMIUM PRO |
PREMIUM PRO PLUS |
| Rückschlagsicherung IBEDA |
Messing |
Edelstahl |
Edelstahl |
Edelstahl |
| Venturidüse VENKRO 25 |
– |
– |
✓ |
✓ |
| Optische Flammüberwachung |
– |
– |
– |
✓ |
| Trolley |
✓ |
✓ |
✓ |
✓ |
| Typischer Einsatz |
Standard-Verteilnetzarbeiten |
Erhöhte Korrosionsbeständigkeit |
Stilllegungen, Trennarbeiten |
H₂-Netze, schwierige Sichtverhältnisse |
Achtung: Der Vorfilter im unteren Anschluss ist eine typische Stolperfalle. Wird er bei verschmutzten Leitungen nicht regelmäßig gereinigt, setzt er sich zu und der Durchfluss bricht ein. Spätestens nach jeder dritten Anwendung kontrollieren – zwei Reserve-Vorfilter ist im Lieferumfang enthalten und sollten immer im Trolley liegen.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Nennweite |
DN 25 (1″) |
| Druckbereich |
5 mbar bis 5 bar |
| Durchfluss Methan |
bis ca. 900 m³/h (bei 5 bar Netzdruck) |
| Temperaturbereich |
−20 °C bis +70 °C |
| Gesamthöhe (betriebsbereit) |
2.140 mm (ECO & PREMIUM) / 2.230 mm (PRO & PRO PLUS) |
| Konstruktion |
Edelstahl 1.4301, glasperlengestrahlt |
| Geeignete Medien |
Erdgas, Propan, Biogas, Stadt-/Ferngas, Wasserstoff (separater Schlauch) |
| Vorfilter |
Maschenweite 0,1 mm, am Hauptrohr |
| Entgasungsschlauch |
GWPB DN 19 × 4,5 mm, PN 20, ISO 3821, beidseitig G1″ AG |
| Gewicht |
15 kg Gerät + 15 kg Trolley inkl. Zubehör |
| Trolley-Maße |
1.190 × 492 × 222 mm |
| Druckluft (nur PRO/PRO PLUS) |
8–16 bar, ölfrei, mind. 1,6 m³/min |
| Akku-Laufzeit (nur PRO PLUS) |
120 h Dauerbetrieb (LiFePO₄) |
| Hersteller |
KROHSE GmbH, Schweiz |
Lieferumfang im Trolley
- Steigrohr-Einheit aus Edelstahl mit drei klappbaren Standfüßen
- Hauptarmaturen-Einheit mit IBEDA-Rückschlagsicherung, Vorfilter, Manometer-Anschluss und Prüfanschluss
- Drei Erdspieße (einer mit Erdungsbuchse) zum Sichern der Standfüße
- Entgasungsschlauch GWPB DN 19 × 4,5 mm (Länge frei wählbar) inkl. Schraubkupplung
- Anschluss-Adapter 2½″ und ¾″ für unterschiedliche Leitungsanschlüsse
- Piezo-Propanbrenner mit Druckminderer, Schlauchbruchsicherung und Montageschlüssel
- Manometer −1 bis 1,5 bar und −1 bis 5 bar
- Schalldämpfer für lärmkritische Einsatzorte
- 5-m-Erdungskabel
- Reserve-Vorfilter, Flachdichtungen, Hakenschlüssel, Einmaulschlüssel
- Robuster Transport-Trolley
Nicht im Lieferumfang: Propangasflasche, persönliche Schutzausrüstung (PSA), Gasspürgerät und – nur für die PRO-/PRO-PLUS-Varianten – ein Baustellenkompressor für ölfreie Druckluft.
Tipp: Auf Asphalt, festem Schotter oder verdichteten Böden lassen sich die mitgelieferten Erdspieße nicht durchschlagen. Für diese Fälle empfehlen wir die optionalen
Beschwerungsplatten im Set – sie ersetzen die Erdspieße und halten die Standfüße sicher in Position.
Typische Einsatzbereiche
-
Entgasung bei Reparatur-, Umbau- oder Stilllegungsarbeiten an Gasleitungen
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Begasung bei der Inbetriebnahme neuer oder erneuerter Leitungsabschnitte
- Restgas-Verbrennung bei Hausanschluss-Arbeiten in Niederdruck-Verteilnetzen
- Entgasung von Mittel- und Hochdruckleitungen bis 5 bar
- Abfackelung im Biogas-, Klärgas- und Deponiegas-Bereich bei Wartungsarbeiten
- Erprobung und Spülung von Wasserstoff-Verteilnetzen (mit separatem H₂-Schlauch und idealerweise PRO PLUS)
- Materialprüfungs- und Forschungsanstalten mit gasführenden Versuchsständen
Häufige Fragen
Welche Variante passt für meinen Einsatz?
Für Standard-Arbeiten im Verteilnetz reicht die ECO. Wer regelmäßig im feuchten oder korrosiven Umfeld arbeitet, fährt mit der PREMIUM langfristig besser. Für Stilllegungen und alle Tätigkeiten, bei denen die Leitung vor dem Trennen vollständig gasfrei sein muss, ist die PREMIUM PRO mit Venturidüse die richtige Wahl. Die PREMIUM PRO PLUS adressiert Wasserstoff-Anwendungen und Einsätze unter schlechten Sichtverhältnissen, weil ihre optische Flammüberwachung auch unsichtbare H₂-Flammen zuverlässig erkennt.
Wer darf die Gasfackel DN 25 bedienen?
Nur unterwiesene, fachkundige Personen – konkret jemand, der für Arbeiten an gasführenden Leitungen geschult ist, die Gefahr ausströmenden Gases kennt, das Gerät beherrscht und die Bedienungsanleitung verstanden hat. Maßgeblich sind unter anderem DGUV Information 203-090 (Deutschland), SUVA „Erdgasleitungen: So arbeiten Sie sicher" (Schweiz) und SVGW G2.
Bietet AB Industrie Service Schulungen zur Gasfackel an?
Ja. Wir kommen auf Wunsch direkt zu Ihnen vor Ort und unterweisen Ihr Team an Ihrem eigenen Gerät. Sprechen Sie uns einfach bei der Bestellung an – wir stimmen Termin und Schulungs-Schwerpunkte mit Ihnen ab.
Wie groß muss die Propangasflasche sein?
Mindestens 6 kg empfehlen wir aus der Praxis. Der Pilotbrenner verbraucht im Betrieb wenig – seine Hauptfunktion ist die Sicherheits-Zündung: Solange die Flasche aufgedreht ist, brennt die Pilotflamme weiter, falls die Hauptflamme verlischt. Wir empfehlen eine möglichst transparente Flasche, damit der Füllstand auf einen Blick erkennbar ist. Die Flasche gehört nicht zum Lieferumfang.
Kann das Gerät auf Asphalt oder festem Untergrund aufgestellt werden?
Ja, aber dann nicht mit den mitgelieferten Erdspießen, sondern mit den optionalen Beschwerungsplatten. Auf weichen Böden (Erdreich, Schotter, Wiese) reichen die Erdspieße. Wichtig in beiden Fällen: ebener und sicherer Untergrund, mindestens 10 m Abstand zu Gebäuden, Bäumen oder Pflanzungen, kein Aufstellen in Ex-Zonen.
Erfüllt die Gasfackel die EU-Methanverordnung 2024/1787?
Ja. Das DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg hat die Gasfackel DN 25 nach der EU-Methanverordnung 2024/1787, der TA Luft (08/2021) und der VDI 2105 (10/22) erfolgreich geprüft. Das DBI-Prüfzeichen liegt der Bestellung bei.
Wie oft muss der Vorfilter gereinigt werden?
Spätestens nach jeder dritten Anwendung – bei verschmutzten Leitungen häufiger. Das Sieb wird mit Bremsenreiniger gespült, mit Druckluft ausgeblasen und wieder eingelegt. Ein Reserve-Vorfilter ist im Lieferumfang enthalten und sollte immer im Trolley liegen, damit ein Wechsel auch auf der Baustelle möglich ist.
Ist die Gasfackel DN 25 für Wasserstoff geeignet?
Ja, mit zwei Einschränkungen: Es wird ein separater Entgasungsschlauch für H₂ benötigt, und für sichere Erkennung der nahezu unsichtbaren Wasserstoff-Flamme empfehlen wir die PREMIUM PRO PLUS-Variante mit optischer Flammüberwachung.
Was leistet AB Industrie Service nach dem Kauf?
Beratung vor dem Kauf, Wartung des Geräts, Versorgung mit Original-Ersatzteilen und Anwender-Schulungen – alles aus einer Hand. Auch die jährliche Sicherheitsprüfung der DVGW-zertifizierten Rückschlagsicherung führen wir durch oder organisieren sie über den Hersteller-Servicepartner.
Liefern Sie ins Ausland?
Lieferung innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Lieferungen in andere EU-/EWR-Staaten sind auf Anfrage möglich; bitte sprechen Sie uns an. KROHSE Gasfackeln sind europaweit im Einsatz – wir haben Erfahrung mit dem Versand und den landesspezifischen Anforderungen.
Gefahr: Tätigkeiten mit ortsbeweglichen Druckgasbehältern und Flüssiggas-Anlagen dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung im Einzelfall maßgeblich. Die Bedienung der Gasfackel unter ausströmendem Gas ist nur mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung (flamm- und hitzebeständige Schutzkleidung inkl. Kopfschutz, Sicherheitsbrille, Schutzhandschuhe) zulässig.