Kurze Absperrprüfblase MINI — Absperren und Prüfen in einem Schritt
Die Kurze Absperrprüfblase MINI ist eine pneumatische Rohrabsperrtechnik mit integriertem Durchgang für schwer zugängliche Leitungen — als Komplett-Setup mit 1,5 m flexiblem Schlauch, Autoventil und ½″ BSP-Außengewinde mit Verschlusskappe. Der wesentliche Unterschied zu reinen Absperrblasen: Sie verschließt das Rohr und lässt sich gleichzeitig zum Befüllen, Spülen oder zur Druckprüfung nutzen — ohne dass die Blase zwischendurch ausgebaut werden müsste.
Verfügbar in fünf Größen von DN 80 bis DN 450 (70 – 450 mm Rohrdurchmesser), mit Aufpumpdruck 1 bar und maximalem Gegendruck 0,5 bar.
Was die Prüfblasen-MINI von der Absperr-MINI unterscheidet
Die Schwester-Variante Kurze Absperrblase MINI verschließt das Rohr — und das war's. Wer das abgesperrte Rohr zusätzlich mit Wasser oder Druckluft beaufschlagen will (Dichtheitsprüfung, Befüllen, Spülen), müsste mit der reinen Absperr-MINI die Blase zwischendurch ausbauen, das Medium einleiten und neu setzen.
Die Prüfblase erspart diesen Schritt durch den ½″ Durchgang. Der Durchgang ist mit einem ½″ BSP-Außengewinde versehen und im Auslieferungszustand mit einer Verschlusskappe verschlossen. Solange die Kappe sitzt, arbeitet die Blase wie eine normale Absperrblase. Wird die Kappe abgenommen und ein passender Adapter, Manometer-Anschluss oder Schlauch aufgesetzt, kann durch den Durchgang Wasser oder Druckluft ins gesperrte Rohr eingeleitet werden — bei sitzender Blase und ohne Umbau.
MINI-Bauform — drei Eigenschaften, die den Einsatz erst möglich machen
Erstens — der integrierte Schlauch mit Autoventil. Aufgepumpt wird über einen 1,5 m langen flexiblen Schlauch, der fest mit der Blase verbunden ist, mit Autoventil am Schlauchende. Sie pumpen also nicht direkt an der Blase, sondern in 1,5 m Entfernung — das macht den Einsatz bei beengten Zugängen erst praktikabel.
Zweitens — der schmale Querschnitt im nicht aufgepumpten Zustand. Die MINI lässt sich durch Öffnungen einführen, die deutlich kleiner sind als der Rohrdurchmesser, in dem sie später dichten soll. Beispiel: Eine MINI für 90–110 mm Rohrdurchmesser passt im schlaffen Zustand durch eine Inspektionsöffnung von ca. 30 – 40 mm. Erst im Rohr wird sie aufgepumpt und füllt den Querschnitt vollständig aus.
Drittens — der ½″ Durchgang. Anders als bei der reinen Absperr-Variante hat jede Größe einen integrierten Durchgang von einem halben Zoll mit BSP-Außengewinde. Das ist der Anschluss, durch den später Wasser, Druckluft oder Prüfmedien fließen.
Typische Einsatzbereiche
Die Prüfblasen-MINI kommt überall dort zum Einsatz, wo eine reguläre Absperrprüfblase mechanisch nicht durchpasst und gleichzeitig eine Druck- oder Dichtheitsprüfung ansteht:
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Hausanschluss-Stutzen mit kleinem Reinigungsdeckel — Stutzen abdichten und durch den Durchgang Wasser zur Dichtheitsprüfung einleiten, ohne die Blase erneut zu setzen.
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Inspektionsöffnungen in Sammelschächten — Sammler ab dem Schacht abdichten und über den Durchgang den oberen Abschnitt prüfen oder spülen.
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Sanierungs- und Prüfsituationen in Bestandsgebäuden — alte Anschluss-Flansche mit kleinem Durchgang lassen sich von außen mit der MINI abdichten und durch den ½″ Anschluss prüfen.
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Druck- und Dichtheitsprüfung kleiner Hausanschluss-Stutzen — wenn der Zugang von außen knapp ist und gleichzeitig ein Prüfmedium eingeleitet werden soll.
Material und Aufbau
Die Blase besteht aus Gummi mit Gewebeeinlage — die Gewebearmierung trägt den Druck, der Gummi gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck im Rohr. Aufgepumpt wird über das Autoventil am 1,5-m-Schlauch, mit handelsüblicher Druckluft oder Fußluftpumpe. Bei den kleinen Varianten reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder; ab DN 200–300 lohnt sich eine Standluftpumpe. Den Aufpumpdruck nach Datenblatt einhalten — bei allen Größen 1 bar.
Sicherer Einsatz
Bei der MINI ergibt sich die Sicherung aus dem Schlauch selbst — er hält die Blase im Rohr und dient gleichzeitig als Auszieh-Mittel. Bei den größeren Varianten (ab DN 200–300) empfiehlt sich zusätzlich eine Sicherungsleine — gerade wenn der Schacht tiefer ist und der Schlauch unter Spannung steht. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor; bei einer unter Druck stehenden Blase ist das nicht verhandelbar.
Wichtig beim Prüfen durch den Durchgang: Solange Druckmedium im gesperrten Rohrabschnitt steht, muss die Blase weiter unter Aufpumpdruck stehen. Erst entlasten, wenn das Medium auf der Prüfseite vollständig abgelassen ist.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — Gummi altert
Gummi-Bauteile verlieren mit der Zeit Substanz, auch wenn die Blase ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird die Blase irgendwann spröde. Branchenüblich werden solche Blasen spätestens nach acht Jahren ausgesondert — auch wenn sie noch unbeschädigt aussehen. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen, Schlauchschäden, Gewinde-Beschädigungen und Ventilfehler.
Technische Daten
Alle fünf Größen sind ab Lager bestellbar. Aufpumpdruck und maximaler Gegendruck sind bei allen Varianten gleich; die Blase unterscheidet sich nur in Bauform und Gewicht.
| Typ |
Einsatzbereich |
Kontaktlänge |
Aufpumpdruck |
Max. Gegendruck |
Durchgang |
Gewicht |
| DN 80 |
70 – 85 mm |
80 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
½″ |
0,30 kg |
| DN 100 |
90 – 110 mm |
80 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
½″ |
0,42 kg |
| DN 150 |
140 – 160 mm |
100 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
½″ |
0,85 kg |
| DN 200 – 300 |
200 – 300 mm |
200 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
½″ |
1,25 kg |
| DN 350 – 450 |
350 – 450 mm |
300 mm |
1,0 bar |
0,5 bar |
½″ |
2,47 kg |
Allgemeine technische Eckdaten
| Bauform |
Kurze Absperrprüfblase MINI mit integriertem Schlauch und Durchgang |
| Material |
Gummi mit Gewebeeinlage |
| Größenbereich |
70 mm bis 450 mm Rohrdurchmesser, in fünf Varianten |
| Aufpumpdruck |
1,0 bar (alle Größen einheitlich) |
| Max. Gegendruck |
0,5 bar (alle Größen einheitlich) |
| Durchgang |
½″ mit BSP-Außengewinde und Verschlusskappe (alle Größen einheitlich) |
| Schlauch |
1,5 m flexibel, fest mit der Blase verbunden |
| Anschluss Aufpumpen |
Autoventil am Schlauchende |
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Kurze Absperrprüfblase MINI von der reinen Kurzen Absperrblase MINI?
Der einzige funktionale Unterschied ist der integrierte Durchgang. Die Kurze Absperrblase MINI verschließt das Rohr — und mehr nicht. Die Prüfblasen-Variante hat zusätzlich einen ½″ Durchgang mit BSP-Außengewinde und Verschlusskappe; durch ihn lässt sich Wasser, Druckluft oder Prüfmedium ins gesperrte Rohr einleiten, ohne die Blase ausbauen zu müssen. Wer nur abdichten will, nimmt die Absperr-Variante; wer abdichten und prüfen will, nimmt die Prüfblase.
Wofür ist der ½″ Durchgang gedacht?
Für jedes Prüf- oder Befüll-Medium, das durch das gesperrte Rohr soll: Wasser für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 (Verfahren W), Druckluft für Verfahren L, Spülwasser zur Reinigung, oder ein Manometer-Anschluss zur direkten Druckkontrolle. Über das ½″ BSP-Außengewinde lassen sich gängige Prüf-Adapter, Schlauchnippel oder Schnellkupplungen aufschrauben. Solange die Verschlusskappe sitzt, arbeitet die Blase wie eine reine Absperrblase.
Welcher Adapter passt auf das ½″ BSP-Außengewinde?
Jeder handelsübliche Adapter mit ½″ BSP-Innengewinde (auch G1/2 genannt) — etwa Schnellkupplungen, Schlauchtüllen, Manometer-Adapter, Reduzier-Verschraubungen oder Übergangsstücke auf andere Gewindesysteme. BSP ist der europäische Standard und kompatibel mit den meisten Druckluft- und Wasser-Anschlüssen im Sanitär- und Kanalbau.
Warum gibt es die Prüfblasen-Variante erst ab DN 80, die Absperr-Variante aber schon ab DN 25?
Der ½″ Durchgang braucht Mindestplatz im Blasen-Inneren. Bei sehr kleinen Rohrdurchmessern (DN 25, DN 40, DN 50) bleibt für den Durchgang und das Außengewinde mit Verschlusskappe schlicht zu wenig Querschnitt übrig. In dem Bereich ist eine reine Kurze Absperrblase MINI die richtige Wahl — wer in dem Größenbereich auch prüfen muss, gibt das Medium von der anderen Seite ein.
Wann brauche ich die Prüfblasen-MINI statt einer regulären Absperrprüfblase?
Immer dann, wenn der Zugang zum Rohr kleiner ist als der Rohrdurchmesser selbst. Typisches Beispiel: Sie wollen einen 90-mm-Hausanschluss auf Dichtheit prüfen, haben aber nur einen 30-mm-Reinigungsdeckel als Zugang. Eine reguläre Absperrprüfblase mit Metallkern für DN 100 hat im schlaffen Zustand mindestens 88 mm Durchmesser und passt nicht durch den Deckel. Die Prüfblasen-MINI für 90–110 mm passt — sie ist im schlaffen Zustand schmal genug.
Kann die MINI auch für DIN-EN-1610-Dichtheitsprüfungen verwendet werden?
Ja, mit Einschränkungen. Verfahren L (Luft) und Verfahren W (Wasser) sind grundsätzlich möglich, sofern der Prüfdruck den maximalen Gegendruck der Blase von 0,5 bar nicht überschreitet. Für höhere Prüfdrücke nehmen Sie Druckklassen-stärkere Bauformen — etwa die Absperrprüfblase mit Metallkern mit 1,5 bar oder die Flexible Rohrprüfblase bis 2,5 bar.
Wie wird die MINI aufgepumpt?
Über das Autoventil am Schlauchende — mit handelsüblicher Druckluft, einer Fußluftpumpe oder einer Kompressor-Anschlussleitung. Bei den kleinen Varianten (DN 80, DN 100) reicht eine Fußluftpumpe; bei den größeren (DN 200 – 300, DN 350 – 450) lohnt sich eine Standluftpumpe. Den Aufpumpdruck nach Datenblatt einhalten — bei allen Größen 1 bar, höher pumpen kann die Blase zerstören.
Wie lange ist eine Prüfblasen-MINI einsatzbereit?
Bei sachgerechter Lagerung und Pflege geht man branchenüblich von einer Standzeit von acht Jahren aus — danach wird die Blase ausgesondert, auch wenn sie noch unbeschädigt aussieht. Gummi altert durch Wärme, UV-Licht und Ozon, selbst wenn die Blase nicht im Einsatz ist. Vor jedem Einsatz Sichtprüfung auf Risse, Quetschstellen, Schlauchschäden, Gewinde-Beschädigungen am Durchgang und Ventilfehler durchführen.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die Prüfblasen-MINI regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie mindestens eine Pumpe für den Aufpumpdruck und — bei den größeren Bauformen — eine Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026