Reinigungsmolche für den Rohrleitungsbau – ehrlich, praktisch, ohne Schweinekram

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Stand: April 2026 · Themen: Rohrreinigung, Molchtypen, Auswahl, Praxis

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Ein Rohrleitungsmolch ist ein Passkörper, der Leitungen reinigt, trocknet, entwässert, trennt oder kalibriert – angetrieben durch Wasser, Druckluft, Stickstoff oder das Medium selbst.
  • Die wichtigsten Typen: Schaumstoffmolch (Foam Pig), Scheibenmolch, Manschettenmolch, bidirektionaler Molch, Kalibriermolch – jeder für andere Aufgaben und Rohrzustände.
  • Dichte und Beschichtung entscheiden: Low Density zum Trocknen und Testen, Medium Density als Allrounder, High Density für harte Ablagerungen, Silikonkarbid und Drahtbürste für Krusten.
  • Der Molch wird immer leicht überdimensioniert – 1–5 % größer als der tatsächliche Rohrinnendurchmesser. Nennweite ≠ Innendurchmesser.
  • Progressive Reinigung: erst leicht, dann mittel, dann aggressiv – nicht umgekehrt, sonst steht der Molch.
  • Geschwindigkeit beachten: 0,5–3 m/s in Flüssigkeitsleitungen, 2–5 m/s in Gasleitungen, beim Dewatering deutlich unter 0,4 m/s.
  • Wichtige Regelwerke mit Molchbezug: DVGW W 400-2, DVGW W 291, DVGW G 463, DVGW G 466-1, DWA-A 113.
  • Wir liefern Schaumstoffmolche 2"–100" und Mandrel-Pigs 4"–60" ab Lager oder kundenspezifisch, dazu Zubehör und PTI-Tracking-Systeme.

Reinigungsmolche für den Rohrleitungsbau – der ehrliche Ratgeber aus der Praxis

Wenn Sie auf dieser Seite gelandet sind, dann bauen, spülen, prüfen oder reinigen Sie Rohrleitungen – und suchen einen Molch, der das auch wirklich schafft. Wir führen seit Jahren Reinigungsmolche in allen gängigen Ausführungen von 2" bis 100" und wissen aus Erfahrung: Die Frage ist fast nie „welcher Molch ist der beste", sondern „welcher passt zu meinem Rohr und meiner Verschmutzung".

Genau darum geht es in diesem Beitrag. Kein Werbegeschwätz, keine Hochglanzbilder – sondern das, was Sie auf der Baustelle, im Leitgraben oder in der Anlage tatsächlich brauchen, um den richtigen Molch zu wählen und ihn sauber durchs Rohr zu bekommen.

Was ist ein Rohrleitungsmolch überhaupt?

Ein Molch ist ein Passkörper, der eine Rohrleitung von innen reinigt, trocknet, entwässert, trennt, kalibriert oder auf ihre Molchbarkeit prüft. Er füllt den Rohrquerschnitt fast vollständig aus, ist in der Regel leicht überdimensioniert und wird durch Wasser, Druckluft, Stickstoff oder das Medium selbst durch die Leitung geschoben. Was vor ihm liegt – Rost, Sand, Schweißperlen, Biofilm, Kalk, Paraffin – wird mitgenommen. Was er nicht mitnehmen kann, das fährt man eben nochmal mit einem aggressiveren Modell durch.

Der englische Begriff „Pig" ist übrigens keine Fleischbeschau. Die einen sagen, die ersten Metallmolche hätten beim Schaben in Öl-Pipelines so gequiekt wie ein Schwein. Die anderen schwören auf das Akronym Pipeline Inspection Gauge. Wir lassen das offen – Hauptsache, das Rohr wird sauber.

Hinweis: Nein, es sind keine Schweine. Auch keine Amphibien. Es sind Rohrleitungsmolche. Wir sagen es gleich, damit die Suchergebnisse mit den niedlichen Lurchen und den herzigen Ferkeln aus dem Weg sind.

Die wichtigsten Molchtypen auf einen Blick

Molch ist nicht gleich Molch. Im Rohrleitungsbau begegnen Ihnen im Wesentlichen diese Familien:

Schaumstoffmolche – das Arbeitspferd

Ein Zylinder aus offenporigem Polyurethanschaum, meist bulletförmig mit konkaver Rückseite. Leicht, flexibel, kommt durch Bögen und sogar durch Querschnittsverengungen, an denen ein starrer Molch längst aufgeben würde. Für das Gros der Spül-, Trocken- und Reinigungsaufgaben im Rohrleitungsbau ist das die erste Wahl.

Schaumstoffmolche unterscheiden sich in Dichte und Beschichtung. Beide Stellschrauben entscheiden darüber, wie aggressiv und wie haltbar der Molch arbeitet.

Die drei Dichteklassen, die Sie kennen müssen:

  • Leicht (Low Density, ca. 16–32 kg/m³): sehr nachgiebig, saugt Restwasser wie ein Schwamm, ideal zum Trocknen, für Dewatering nach der Druckprüfung, als Testmolch oder um einen steckengebliebenen Kollegen nachzuschieben. Reinigungswirkung: eher sanft.
  • Mittel (Medium Density, ca. 80–110 kg/m³): der Allrounder. Trocknet, wischt, nimmt weiche bis mittlere Ablagerungen mit, hält auf längeren Strecken durch. Wenn Sie einen einzigen Molch auf Vorrat legen wollen, nehmen Sie einen mittleren.
  • Schwer (High Density, ca. 128–160 kg/m³): dichter, härter, aggressiver. Für starke Ablagerungen, Zunder, Rost, Paraffin und dichte Passung bei anspruchsvollen Leitungen. Schafft dafür auch weniger enge Bögen als seine leichten Geschwister.

Bei extrem harten Verkrustungen gibt es noch Ultra-Hochdichte-Varianten (240–320 kg/m³), die aber eher Sonderfälle bedienen.

Die Beschichtung macht den Unterschied:

  • Plain / Bodenbeschichtet (PL): nur der Boden ist polyurethanbeschichtet. Schonend, saugfähig, für Trocknung und leichtes Wischen.
  • Fully Coated (FC): rundum mit Polyurethan ummantelt. Höhere Standzeit, stärkere Wischwirkung, gut für lange Strecken.
  • Criss-Cross (CC): spiralförmig aufgebrachte, sich überkreuzende PU-Bänder. Setzt den Molch in leichte Rotation und arbeitet bei mittelschweren Ablagerungen deutlich besser als ein reiner Wischmolch.
  • Silikonkarbid (SC): spiralförmige SiC-Streifen auf der Oberfläche. Abrasiv wie Schleifpapier – für Mühlzunder, Mineralablagerungen, harten Rost.
  • Drahtbürste (WB): spiralförmig oder vollflächig mit Stahl-, Edelstahl- oder Nylonbürsten. Die schärfste Klinge unter den Schaumstoffmolchen, für Verkrustungen, die sich anders nicht lösen lassen.
  • Mit Stiften oder Pflugscharen: für Spezialfälle wie Entkokungsläufe in Raffinerieöfen.

Scheibenmolche und Manschettenmolche (Mandrel-Molche)

Wenn Foam-Pigs an ihre Grenzen kommen – starre Leitungen, lange Strecken, zu erwartender harter Schmutz –, dann kommen Molche mit Stahlkörper ins Spiel. Sie tragen auswechselbare Scheiben oder Manschetten aus Polyurethan und lassen sich fast beliebig umrüsten.

  • Scheibenmolch (Disc Pig): meist 2 kleinere Führungsscheiben zum Zentrieren und 4 Dichtscheiben, die gleichzeitig schieben und abdichten. Robust, langlebig, für klassische Reinigungs- und Trennaufgaben.
  • Manschettenmolch (Scraper Cup Pig): der aggressive Vetter. Die Cups wirken wie Kolbendichtungen, schaben intensiv und halten den Druck konstant. Erste Wahl bei harten Ablagerungen in geraden Abschnitten.
  • Konusmanschettenmolch: konisch geformte Cups, die sich besser an Toleranzen und leichte Verformungen anpassen. Beliebt bei Hydrotests im Neubau, weil sie auch 20–30 % Querschnittsreduktion noch überwinden.

Bidirektionale Molche (Bi-Di)

Ein Bi-Di läuft in beide Richtungen. Er hat symmetrische Dichtscheiben und kommt dort zum Einsatz, wo man die Leitung befüllt und anschließend wieder leersaugt, ohne den Molch zu wechseln – klassisch beim Hydrotest im Neubau. Auch für Medientrennung und Displacement-Aufgaben unschlagbar praktisch.

Molche mit Bürsten und Magneten

Reine Schaumstoffmolche sind gut – aber manchmal braucht es einfach Stahl und Magnetismus.

  • Bürstenbestückung: Kreisbürsten, federmontierte Bürsten in Stahl, Edelstahl, Kohlenstoff oder Nylon – für starken Rost, Grubenkorrosion und harte Krusten. Die federbelasteten Varianten halten den Kontakt zur Rohrwand auch, wenn die Bürste sich allmählich abnutzt.
  • Magnete (Seltenerd/Neodym): sammeln ferritischen Schmutz ein – Schweißelektrodenreste, Schweißnahtschlacke, Mühlzunder, „Black Powder". Besonders wichtig, wenn die Leitung anschließend für eine MFL-Inspektion vorbereitet werden soll, weil jedes Stück Eisen am Rohrboden die Messung verfälscht.

Kalibriermolche und Messmolche

Ein Utility-Pig mit einer Aluminium-Messplatte vorn dran – üblich sind 6 mm starke Platten, geschlitzt und meist auf 90–95 % des kleinsten Rohrinnendurchmessers zugeschnitten. Nach dem Lauf sieht man an der verformten Platte sofort, ob es irgendwo Engstellen, Beulen, Schweißdurchbrüche oder Ovalitäten gibt. Standard-Prüfverfahren vor jedem Inline-Inspection-Run und bei neu verlegten Leitungen.

Trennmolche und Sonderausführungen

Batching-Molche trennen Chargen oder unterschiedliche Produkte in Mehrproduktleitungen. Entkokungsmolche mit Wolframstahl-Stiften räumen verharzte und verkokte Bereiche in Raffinerieöfen aus. Und es gibt Dual-Module-Ausführungen, die Reinigung, Messung und Dosierung in einem Lauf kombinieren – da wird's dann kundenspezifisch.

Und was ist mit „intelligenten Molchen"?

Smart Pigs sind rollende Messgeräte. Magnetische Streuflussmessung (MFL), Ultraschall (UT), Kaliper- und Geometrie-Sensoren, Kameratechnik – damit werden Pipelines vermessen und auf Wandstärke, Risse, Beulen, Korrosion geprüft. Das ist eine eigene Welt mit eigenen Dienstleistern. Wir liefern Utility-Pigs, also die Arbeiter, die das Rohr vorher sauber machen, damit der Smart Pig anschließend saubere Daten liefert. Beides ist notwendig, aber eben nicht dasselbe.

Typische Einsatzfälle – wann der Molch wirklich etwas kann

Ein Molch ist kein Spielzeug, sondern ein Werkzeug mit klaren Aufgaben. Die häufigsten:

  • Neubau-Spülung und Inbetriebnahme: Bauschutt, Sand, Schweißperlen, Schweißnahtschlacke, Zunder und Rost gehören nicht in die fertige Leitung. Ein Spülmolch befördert das raus, bevor zum ersten Mal Medium durchgeht.
  • Hydrotest vorbereiten und nachbereiten: Vor dem Druckversuch wird die Leitung luftfrei befüllt, nach dem Test muss das Wasser raus. Dewatering-Läufe mit mehreren Molchen (erst schwer, dann leicht, zum Trocknen) sind hier Standard.
  • Trocknen: Offenporige Low-Density-Molche saugen Restwasser auf. Wer einen definierten Taupunkt erreichen muss – etwa −20 °C, bei Gaspipelines teils bis −40 °C –, fährt eine Serie mit zunehmender Dichte.
  • Reinigung bestehender Leitungen: Biofilm und Sielhaut im Trinkwasser, Fett in der Kanalisation, Kalk in der Industrie, Paraffin im Öl, „Black Powder" im Gas – alles klassische Molchaufgaben.
  • Medientrennung: In Mehrproduktleitungen trennen Batching-Molche die Chargen sauber voneinander und reduzieren Vermischung und Spülmengen.
  • Inspektionsvorbereitung: Vor jedem ernsten ILI-Lauf geht ein Gauge-Pig durch, oft gefolgt von Magnet- und Reinigungsmolchen.
  • Leitungsumstellung: Bei Umstellung einer Leitung von Erdgas auf Wasserstoff oder zwischen Medien hilft sauberes Molchen, Restmengen zu minimieren.

Den richtigen Molch auswählen – unsere Checkliste

Bevor Sie zum Warenkorb greifen, klären Sie am besten diese Punkte. Wenn Sie drei davon beantworten können, finden wir gemeinsam das passende Modell.

1. Rohrinnendurchmesser und Überdimensionierung

Ein Molch wird immer leicht zu groß gewählt – sonst dichtet er nicht. In der Praxis liegt das Übermaß bei etwa 1–5 % des Rohrinnendurchmessers, je nach Molchtyp und Anwendung. Bei Schaumstoffmolchen für Trinkwasser und Trocknung reichen oft 1–1,5 %. Bei aggressiver Reinigung oder rauen Rohroberflächen eher mehr. Wichtig: Nennweite und tatsächlicher Innendurchmesser sind nicht dasselbe – bei dickwandigen Rohren kann das ein deutlicher Unterschied sein. Fragen Sie uns, wenn Sie unsicher sind.

2. Medium und Antrieb

  • Wasser ist der sichere Standard – gut kontrollierbar, kaum Druckstöße, funktioniert fast immer.
  • Druckluft trocknet, ist aber kompressibel. Das führt beim Dewatering am Rohrende zu ordentlichen Druckstößen, also: Auffangkorb, Drossel und Ruhe bewahren.
  • Stickstoff überall dort, wo inertisiert werden muss – Gaspipelines, Explosionsschutz.
  • Das Produkt selbst treibt den Molch in laufenden Öl- und Gasleitungen an.

3. Geometrie der Leitung

Standard-Schaumstoffmolche schaffen 1,5-D-Bögen, 90°-Bögen, T-Stücke und moderate Querschnittsänderungen. Klappen in der Leitung sind ein No-Go – da bleibt der Molch stehen. Netze mit Abzweigen ebenfalls, weil der Druck entweicht und der Molch den Antrieb verliert. Kugelhähne und Absperrschieber dagegen sind unproblematisch, solange sie voll öffnen.

4. Art der Verschmutzung

Verschmutzungstyp Empfohlener Molch
Weich (Fett, Biofilm, Sielhaut) Low- oder Medium-Density, Plain oder Criss-Cross
Mittel (Kalk, weicher Rost, Sediment) Medium Density Fully Coated oder Criss-Cross
Hart (Mühlzunder, Paraffin, feste Krusten) High Density mit Silikonkarbid oder Drahtbürste; ggf. Scraper- oder Mandrel-Pig mit Stahlbürsten
Ferritisch (Schweißreste, Rostsplitt) Magnetbestückung

5. Lauflänge, Temperatur, Ein- oder Mehrfachgebrauch

Je länger der Lauf, desto eher Fully Coated statt Plain – sonst ist der Molch am Ende aufgerieben. Schaumstoffmolche sind grundsätzlich Verschleißartikel: Nach jedem Lauf sichtprüfen. Sind die Kanten rund, die Beschichtung aufgerieben oder Schaumstoff-Ausbrüche zu sehen, kommt der Nächste ins Rohr. Mandrel-Pigs dagegen halten viele Läufe, wenn man die Dichtscheiben und Bürsten rechtzeitig austauscht.

Praxis auf der Baustelle – was wirklich wichtig ist

Molchschleusen gehören dazu

Ohne Sende- und Empfangsschleuse kein sauberer Molchbetrieb – es sei denn, Sie schneiden das Rohr für jeden Lauf auf und verschweißen es danach wieder (das tut niemand freiwillig). Bei Bestandsleitungen, etwa Abwasserdruckleitungen, gibt es kompakte Nachrüstlösungen, die ohne aufwändigen Schachtbau auskommen. Für Neubauten sollte die Molchbarkeit von Anfang an mitgedacht werden – nachträglich wird es teuer.

Geschwindigkeit – nicht zu schnell, nicht zu langsam

Anwendung Richtwert Molchgeschwindigkeit
Flüssigkeitsleitungen 0,5–3 m/s
Gasleitungen 2–5 m/s
Dewatering nach Hydrotest deutlich unter 0,4 m/s (Druckstöße vermeiden)
Achtung: Bei über ~3 m/s kann ein Foam-Pig „aufschwimmen" (Hydroplaning) und den Inhalt nur noch zum Teil schieben. Dann war der Lauf für die Katz.

Progressive Reinigung

Stark verschmutzte Leitungen reinigt niemand in einem Rutsch mit dem schärfsten Modell. Erst einen leichten Molch schicken, um die lose Masse rauszuholen. Dann mittel, dann aggressiv. Wer gleich mit der Drahtbürste kommt, baut sich eine Verstopfung vor dem Molch – und holt ihn dann mit viel Spaß wieder raus.

Typische Fehler, die wir immer wieder sehen

  • Molch zu klein dimensioniert: dichtet nicht, kein Vortrieb, bleibt irgendwo liegen.
  • Klappen statt Kugelhähne: Molch versinkt in der Klappe und ist weg.
  • Netze ohne definierte Strecke: nicht molchbar. Punkt.
  • Trockenfahrt: ohne Gleitmedium reibt sich vor allem PU schnell auf. Lieber einen Hauch Wasser oder Gel vorweg.
  • Auffangkorb vergessen: der Molch fliegt mit Tempo aus dem Rohr. Das hat schon Leitungen und Personen beschädigt.
  • Stuck Pig: zu kleine Radien (3-D statt 5-D), geschlossene Armaturen, Schmutzanhäufung vor dem Molch – und plötzlich steht das Werkzeug in der Leitung. Ortung mit Transmitter und Empfänger hilft, aber vermeiden ist besser als suchen.

Ortung, wenn's mal klemmt

Für Leitungen, die länger als ein Gartenzaun sind, lohnt ein Molch-Tracking: Wir führen Transmitter, die sich in den Molch einsetzen lassen, und passende Empfänger zum Lokalisieren von außen. Im Ernstfall erspart Ihnen das stundenlanges Suchen und im Zweifel eine Erdrohrausgrabung an der falschen Stelle.

Normen und Regelwerke – der kurze Überblick

Ohne Normenkunde wird's im Rohrleitungsbau nicht abgenommen. Die wichtigsten Regelwerke mit Molchbezug:

Regelwerk Inhalt mit Molchbezug
DVGW W 400-2 Druckprüfung und Inbetriebnahme von Trinkwasser-Verteilungsanlagen; sieht Molchung vor, wenn Wasserspülung zur Entlüftung nicht ausreicht
DVGW W 291 Reinigung und Desinfektion von Wasserverteilungsanlagen
DVGW G 463 (A) Errichtung von Gashochdruckleitungen > 16 bar; enthält Anforderungen an die Molchbarkeit
DVGW G 466-1 (A) Betrieb und Instandhaltung von Stahl-Gashochdruckleitungen
DWA-A 113 Reinigung und hydraulische Bemessung von Abwasserdrucksystemen
DVGW GW 301 Qualifikation von Rohrleitungsbauunternehmen
API RP 1160 / ASME B31G International; Integritätsmanagement und Bewertung nach ILI-Runs

Wenn Sie für einen konkreten Auftrag prüfen, welche Norm zieht und was daraus für die Molchung folgt, unterstützen wir Sie gern.

Unser Sortiment – was bei uns auf Lager liegt

Wir haben drei Schaumstoffmolche als Standardartikel sofort lieferbar, dazu über 50 weitere Ausführungen kundenspezifisch auf Zuruf:

Typ Charakter Wofür?
LD-PL (Low Density, Plain) Leicht, saugfähig, nachgiebig Trocknen, Dewatering, leichtes Wischen, Testlauf
MD-PL (Medium Density, Plain) Allrounder mit mittlerer Dichte Reguläres Wischen, weiche bis mittlere Ablagerungen
MD-FC (Medium Density, Fully Coated) Komplett PU-ummantelt, längere Standzeit Längere Strecken, stärkere Wischwirkung

Darüber hinaus liefern wir kundenspezifisch:

  • Schaumstoffmolche von 2" bis 100" in allen gängigen Dichten und Beschichtungen (Criss-Cross, Silikonkarbid, Drahtbürste, Stud, Kombinationen).
  • Ein- und bidirektionale Molche von 4" bis 60": Scraper Cup, Konusmanschette, Flexible Disc, Dual-Module-Ausführungen.
  • Entkokungsmolche mit Wolframstahl-Stiften für Raffinerieanwendungen.
  • Zubehör: Dichtungs- und Führungsscheiben, Reinigungsbürsten (kreisförmig und federmontiert; Silikonkarbid, Nylon, Kohlenstoff, Edelstahl), Pflugscharen, Magnetboxen, Aluminium-Messplatten, Transmitter- und Datenloggergehäuse, Zugösen, Spülnasen, doppelte Nasen und Scheiben für den bidirektionalen Einsatz.
  • PTI Pipeline Pig Transmission System: Transmitter am Molch plus Pig Tracking and Location Receivers (PTLR) zur Ortung und Verfolgung.
  • Ersatzteile: Dichtscheiben, Manschetten, Bürsten, Pflugscharen, Magnetboxen, Aluminium-Messplatten – damit Mandrel-Pigs viele Läufe durchhalten.

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Häufige Fragen

Wie groß muss der Molch sein?

Leicht überdimensioniert, in der Regel 1–5 % größer als der Rohrinnendurchmesser. Nennweite und Innendurchmesser sind nicht dasselbe – bei dickwandigen Rohren schon ein deutlicher Unterschied. Fragen Sie uns, wir rechnen das mit Ihnen durch.

Kann ich einen Schaumstoffmolch mehrfach verwenden?

Grundsätzlich ja, solange die Außenbeschichtung intakt ist und keine Ausbrüche oder Risse zu sehen sind. Sichtprüfung nach jedem Lauf. Hochdruckreiniger und aggressive Lösungsmittel meiden – die greifen das PU an. Realistisch gesehen sind Schaumstoffmolche trotzdem Verbrauchsartikel; Mandrel-Pigs halten deutlich länger.

Wasser oder Druckluft als Antrieb – was ist besser?

Wasser, wenn es irgendwie geht. Kontrollierbar, kaum Druckstöße, fehlerverzeihend. Druckluft zum Trocknen und in Gasleitungen – aber bitte mit Auffangkorb und gedrosseltem Austritt, sonst wird's gefährlich.

Wie schnell sollte der Molch fahren?

Je nach Medium und Aufgabe: Flüssigkeit 0,5–3 m/s, Gas 2–5 m/s. Beim Dewatering lieber deutlich langsamer, um Druckstöße am Empfänger zu vermeiden.

Schafft der Molch 90°-Bögen und T-Stücke?

Schaumstoffmolche ja, solange die Radien nicht zu eng sind (1,5 D als Faustregel). Starre Mandrel-Pigs sind da eingeschränkter. T-Stücke sind für Standard-Molche in Ordnung, solange die Hauptleitung durchgängig ist.

Ist mein Netz mit Abzweigen molchbar?

Ein echtes Netz nicht. Der Druck würde sich auf die Abzweige verteilen, der Molch verliert seinen Antrieb. Man muss die Molchstrecke definieren und alle Abzweige während des Laufs schließen.

Was mache ich, wenn der Molch stecken bleibt?

Orten (Transmitter hilft ungemein), Druck vorsichtig erhöhen, ggf. einen weichen Molch von hinten nachschicken. Nie den Druck blind hochfahren – das kann die Leitung beschädigen oder den Molch regelrecht zerquetschen.

Brauche ich eine Molchschleuse?

Für professionellen Molchbetrieb: ja. Bei einmaligen Einsätzen auf Neubauten behilft man sich manchmal mit aufgeflanschten Einsetzstücken. Für Bestandsleitungen gibt es kompakte Nachrüstlösungen – sprechen Sie uns an, wenn Sie konkret werden wollen.

Sind intelligente Molche Teil Ihres Sortiments?

Nein. Smart Pigs (MFL, UT, Kamera) sind Messgeräte, die von spezialisierten Dienstleistern gefahren werden. Wir liefern die Reinigungs-, Mess- und Kalibriermolche, die das Rohr für den Smart Pig vorbereiten. Beides zusammen ergibt eine saubere Inspektionskampagne.

Welche DVGW-Arbeitsblätter sind für Molchung relevant?

Die wichtigsten: DVGW W 400-2 (Trinkwasser-Inbetriebnahme), DVGW W 291 (Reinigung Wasserverteilung), DVGW G 463 (Gashochdruckleitungen), DVGW G 466-1 (Betrieb Stahl-Gashochdruckleitungen) und DWA-A 113 (Abwasserdrucksysteme). Welches zieht, hängt vom konkreten Auftrag ab – wir helfen bei der Einordnung.

Wie lange hält ein Mandrel-Pig?

Bei regelmäßigem Austausch der Dichtscheiben, Manschetten und Bürsten: viele Läufe. Wir liefern Ersatzteile – Dichtscheiben, Manschetten, Bürsten, Pflugscharen, Magnetboxen, Aluminium-Messplatten – damit Mandrel-Pigs nicht nach dem ersten Einsatz zum Schrott werden.


Sie wissen, was Sie haben – wir wissen, was läuft

Der schönste Molchkatalog hilft nicht, wenn am Ende das falsche Modell im Rohr liegt. Wenn Sie uns Ihre Leitung beschreiben – Durchmesser, Länge, Medium, Geometrie, Art der Verschmutzung –, bekommen Sie von uns eine Empfehlung, die auch wirklich durchläuft. Keine Standardantwort, sondern ein Vorschlag, der zu Ihrer konkreten Situation passt.

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PPS: Nein, es sind immer noch keine Schweine.

PPPS: Und auch keine Lurche. Wir haben's oben schon gesagt. Es sind Rohrleitungsmolche. Manche Dinge kann man nicht oft genug wiederholen.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information auf unserem aktuellen Informationsstand. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) und keine fachliche Prüfung im konkreten Einzelfall. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt; bei sicherheitstechnischen Fragen ist die Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall maßgeblich. Stand: April 2026.

Die hier wiedergegebenen Anforderungen entsprechen unserem Informationsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Verbindlich ist ausschließlich der Originaltext der zitierten Norm oder Regel in der jeweils aktuellen Ausgabe.

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