Rohrverschluss aus Aluminium mit zwei Dichtringen für sicheren Halt im Rohr
Der Rohrverschluss mit zwei Dichtringen ist ein mechanischer Verschluss aus Aluminium mit Durchgang in der Mitte. Er wird in das offene Rohrende eingeführt und durch Drehen einer Flügelmutter verspannt — die beiden Naturkautschuk-Dichtringe drücken sich dabei gegen die Rohrinnenwand. Der Spannbereich reicht von 38 mm bis 435 mm in 19 Nennweiten.
Diese Variante kombiniert zwei Vorteile: Der zweite Dichtring verbessert die Standfestigkeit im Rohr — also den Halt gegen Verrutschen — und schafft Redundanz bei der Abdichtung. Aluminium statt Stahl bringt zusätzlich deutlich weniger Gewicht: Bei DN 400 wiegt die Aluminium-Scheibe 10,25 kg, die Stahl-Variante mit zwei Dichtringen dagegen 13,9 kg. Wer große Verschlüsse oft setzt oder durch enge Schächte transportiert, merkt das.
Aufbau und Funktion
Die Scheibe besteht aus Vorderteller und Rückteller (beide Aluminium), zwei Naturkautschuk-Dichtringen dazwischen und einer Flügelmutter auf einer am Rückteller befestigten Gewindestange. Wird die Flügelmutter angezogen, stauchen die Teller die beiden Dichtringe axial. Diese dehnen sich radial aus und pressen sich an die Rohrinnenwand — auf zwei Kontaktflächen statt nur einer.
In der Mitte sitzt ein Durchgang mit aufgeschraubtem Blinddeckel. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Durchgang als Anschluss für Prüfdruck, Spülung oder Befüllung nutzen — abhängig von der Nennweite mit Innengewinde 1/2" oder 1".
Wann der Aluminium-Verschluss mit zwei Dichtringen die richtige Wahl ist
-
Halt im Rohr ist wichtig und es soll trotzdem leicht bleiben: Bei Vibration, leichter Druckbelastung oder unebener Rohrinnenwand verteilen zwei Dichtringe die Reibungskraft auf zwei Kontaktflächen — bei deutlich geringerem Gewicht als die Stahl-Variante.
-
Häufiger Ein- und Ausbau: Bei wiederholtem Setzen ist das geringere Gewicht spürbar — vor allem bei DN 250 und größer.
-
Mobile Einsätze, beengte Platzverhältnisse: In Schächten, Gräben und engen Hausanschluss-Situationen erleichtert das Aluminium das Handling.
-
Redundanz bei der Abdichtung: Verliert ein Dichtring an Spannkraft, hält der zweite die Funktion — relevant bei längerem Verbleib im Rohr.
Typische Anwendungen
- Schutz offener Rohrenden auf Baustellen — gegen Schmutz, Steine, Tiere, Bauwasser
- Verschluss von Toleitungen und Bypass-Strängen während Wartung oder Umbau
- Druckloser bis schwach belasteter Verschluss bei Spülarbeiten und Reinigungsdurchgängen
- Niederdruck-Dichtheitsprüfungen in der Abwasser- und Kanaltechnik (im Rahmen von DIN EN 1610 und DIN 1986-30 in der jeweils gültigen Fassung)
- Verschluss von Heizungs- und Industrierohrleitungen im drucklosen Zustand
- Bauwasserhaltung und Hausanschlussabdichtung im Tiefbau
Der Verschluss ist nicht für Trinkwasser-Druckprüfungen nach DVGW W 400-2 zugelassen und nicht für den bestimmungsgemäßen Einsatz an Gasleitungen geeignet — dafür gibt es spezialisierte Prüfgeräte und Gas-Absperrblasen.
Gefahr: Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet werden könnten, muss der Verschluss formschlüssig gegen Ausschub gesichert werden — zum Beispiel durch einen Verbau im Graben oder eine Abstützung am Schachtbauwerk. Auch der zweite Dichtring ist keine Ausschubsicherung — er erhöht die Reibung im Rohr, ersetzt aber keine mechanische Sicherung. Die Reibung zwischen Dichtring und Rohrwand darf rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden. Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5 nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung. Während Druckaufbau und Druckabbau halten sich keine Personen vor dem Verschluss auf.
Druckaufnahme nach Nennweite
Der maximale Gegendruck sinkt mit zunehmender Nennweite — physikalisch logisch, weil bei größerer Fläche die gleiche Druckkraft eine deutlich größere Last erzeugt. Der zweite Dichtring ändert daran nichts; die Werte sind identisch zur Variante mit einem Dichtring. Wer höhere Drücke braucht, greift zu einem Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar.
-
DN 40 bis DN 65: max. 2,0 bar Gegendruck
-
DN 75: max. 1,3 bar
-
DN 85: max. 1,0 bar
-
DN 100 bis DN 300: max. 0,4 bis 0,6 bar
-
DN 325 bis DN 400: max. 0,3 bar
Achtung: Die Druckprüfung Verfahren W nach DIN EN 1610 arbeitet mit bis zu 500 mbar (0,5 bar) Wasserdruck am Rohrscheitel. Ab DN 100 erreicht oder überschreitet das den maximalen Gegendruck dieses Verschlusses. Für Druckprüfungen in größeren Nennweiten sind Absperrblasen oder Hochdruck-Verschlüsse die richtige Wahl.
Technische Daten
19 Nennweiten von DN 40 bis DN 400. Die Tabelle entspricht den Hersteller-Angaben.
| DN |
Zoll |
Spannbereich |
Durchgang |
Max. Gegendruck |
Gewicht |
| 40 |
1 1/2" |
38–50 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,28 kg |
| 50 |
2" |
49–62 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,33 kg |
| 65 |
2 1/2" |
62–77 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,43 kg |
| 75 |
3" |
73–89 mm |
1/2" |
1,3 bar |
0,47 kg |
| 85 |
3 1/2" |
84–103 mm |
1/2" |
1,0 bar |
0,56 kg |
| 100 |
4" |
94–110 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,60 kg |
| 114 |
4 1/2" |
112–130 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,75 kg |
| 125 |
5" |
125–142 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,00 kg |
| 150 |
6" |
146–168 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,20 kg |
| 175 |
7" |
175–200 mm |
1" |
0,4 bar |
1,92 kg |
| 200 |
8" |
193–220 mm |
1" |
0,4 bar |
2,50 kg |
| 225 |
9" |
220–240 mm |
1" |
0,4 bar |
3,40 kg |
| 250 |
10" |
245–270 mm |
1" |
0,4 bar |
4,10 kg |
| 275 |
11" |
274–328 mm |
1" |
0,4 bar |
5,95 kg |
| 300 |
12" |
295–325 mm |
1" |
0,4 bar |
6,20 kg |
| 325 |
13" |
325–360 mm |
1" |
0,3 bar |
9,00 kg |
| 350 |
14" |
350–385 mm |
1" |
0,3 bar |
11,05 kg |
| 375 |
15" |
370–410 mm |
1" |
0,3 bar |
9,50 kg |
| 400 |
16" |
390–435 mm |
1" |
0,3 bar |
10,25 kg |
Werkstoff Scheiben: Aluminium. Werkstoff Dichtringe: Naturkautschuk (NR), zweifach. Beständigkeit: nutz- und abwasserbeständig. Sortimentsgrenze bei DN 400 — wer größere Nennweiten bis DN 900 braucht, findet diese in der Aluminium-Variante mit einem Dichtring.
Hinweis: Temperatureinsatzgrenzen sind im Hersteller-Datenblatt zu diesem Artikel nicht ausgewiesen. NR-Naturkautschuk ist branchentypisch für ca. –20 °C bis +70 °C geeignet — für Einsätze außerhalb dieses Bereichs vor Bestellung Rücksprache an
info@ab-industrie.de.
Einbau und Bedienung
Vor dem Setzen wird die Rohrinnenwand auf scharfe Kanten, Grate, Schmutz und Eis geprüft — alles, was die Dichtringe beschädigen oder die Abdichtung beeinträchtigen könnte. Die richtige Größe ist die, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Wer den Verschluss am oberen Ende des Spannbereichs einsetzt, muss kräftiger anziehen — und stresst die Dichtringe früher.
Der Verschluss wird in das offene Rohrende eingeführt, mittig ausgerichtet und über die Flügelmutter handfest angezogen. Letzte Spannumdrehungen mit Maulschlüssel sind üblich — das Drehmoment richtet sich nach Nennweite und Anwendung. Wenn ein Prüfanschluss genutzt werden soll, wird der Blinddeckel anschließend abgeschraubt und das Anschlussstück eingedreht.
Vor dem Lösen: erst entspannen
Vor dem Entfernen des Verschlusses wird der Sperrdruck vollständig abgebaut. Das gilt auch dann, wenn nach Einschätzung kein Restdruck anliegt — sichtbarer Druckabbau über ein Manometer oder einen offenen Ablass ist die einfachste Versicherung.
Sichtprüfung vor jedem Einsatz
Nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung ist der Verschluss vor jedem Einsatz auf sichtbare Schäden, poröse Stellen an den Dichtringen, Korrosion an den Tellern und intakte Gewindestange/Flügelmutter zu prüfen. Wiederkehrende Prüfungen erfolgen nach betrieblicher Festlegung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Welche Variante passt zu meiner Anwendung?
Vier Varianten in der Rohrverschluss-Familie — der Unterschied liegt in Material und Anzahl der Dichtringe. Druckaufnahme ist bei allen Varianten identisch.
-
Aluminium, 2 Dichtringe (diese Variante): leicht und mit verbessertem Halt im Rohr. Die teuerste Variante, dafür die universellste — Empfehlung bei häufigem Einsatz, mobiler Arbeit, Vibration oder längerem Verbleib im Rohr.
-
Stahl, 2 Dichtringe: robuster und günstiger, aber bei DN 400 rund 3,7 kg schwerer. Empfehlung bei stationären Anwendungen.
-
Aluminium, 1 Dichtring: leicht, ohne den zusätzlichen Halt des zweiten Dichtrings. Deckt zudem das volle Sortiment bis DN 900 ab. Empfehlung für drucklose Standardanwendungen, vor allem bei Größen über DN 400.
-
Stahl, 1 Dichtring: günstigste Variante, deckt bis DN 900 ab. Empfehlung als Standard-Lösung im Rohrleitungsbau, wo Gewicht keine Rolle spielt.
Passendes Zubehör und Alternativen
Für höhere Drücke gibt es den Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar für Ø 193–610 mm, für pneumatisches Verschließen größerer Querschnitte den pneumatischen Rohrendverschluss für 190–710 mm. Für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 sind Rohrabsperr- und Prüfblasen die übliche Ergänzung.
Alle Rohrverschlüsse im Überblick
Häufige Fragen
Was bringt der zweite Dichtring konkret?
Der zweite Dichtring verbessert die Standfestigkeit im Rohr — also den Halt gegen Verrutschen — und schafft Redundanz bei der Abdichtung. Verliert ein Dichtring an Spannkraft (Alterung, leichte Beschädigung), hält der zweite die Funktion. Der maximale Gegendruck ist identisch zur Variante mit einem Dichtring; der zweite Dichtring ist keine Druck-, sondern eine Halt- und Redundanz-Versicherung.
Was bringt Aluminium gegenüber Stahl?
Vor allem geringeres Gewicht — bei DN 400 wiegt die Aluminium-Variante 10,25 kg, die Stahl-Variante 13,9 kg. Bei häufigem Einsatz, mobilen Arbeiten oder beengten Schächten macht das einen praktischen Unterschied. Aluminium ist in feuchter Umgebung selbstpassivierend, dafür etwas teurer in der Anschaffung. Funktional sind beide Varianten gleichwertig.
Wofür ist der Durchgang in der Mitte des Verschlusses gut?
Der Durchgang ist mit einem aufgeschraubten Blinddeckel verschlossen. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Anschluss nutzen — zum Beispiel für ein Manometer bei der Dichtheitsprüfung, für einen Druckluft- oder Wasseranschluss zum Spülen, oder zum Befüllen einer abgesperrten Leitung. Je nach Nennweite ist der Durchgang 1/2" oder 1".
Wie wähle ich die richtige Größe?
Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Rohrs, in dem der Verschluss sitzen soll. Ideal ist die Nennweite, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Beispiel: Bei einem 200-mm-Innendurchmesser passt DN 200 (193–220 mm) gut, weil 200 mm dort fast in der Mitte liegt.
Hält der Verschluss Trinkwasser-Druckprüfungen aus?
Nein. Trinkwasser-Druckprüfungen werden nach DVGW W 400-2 in der jeweils gültigen Fassung mit dafür zugelassenen Geräten durchgeführt. Der mechanische Aluminium-Rohrverschluss ist für drucklose Anwendungen und Niederdruck-Prüfungen außerhalb der Trinkwasser-Druckprüfung gedacht.
Darf ich den Verschluss an Gasleitungen einsetzen?
Nicht bestimmungsgemäß. Für Druckprüfungen an Gasleitungen ist DVGW G 469 in der jeweils gültigen Fassung das einschlägige Regelwerk; eingesetzt werden dort spezialisierte Prüfgeräte und Gas-Absperrblasen. Der mechanische Aluminium-Rohrverschluss ist für Wasser, Abwasser und vergleichbare Medien im drucklosen Einsatz konzipiert.
Was bedeutet „formschlüssige Sicherung" und wann brauche ich sie?
Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet sein könnten, schreibt die DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung eine formschlüssige Ausschubsicherung vor — typischerweise ein Verbau im Graben, eine Abstützung am Schachtbauwerk oder eine vergleichbare mechanische Sicherung. Auch zwei Dichtringe ersetzen das nicht; die Reibung darf rechnerisch nicht angesetzt werden, Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5.
Wie pflege ich den Verschluss?
Nach dem Einsatz wird der Verschluss mit klarem Wasser abgespült und trocken gelagert. Die Dichtringe sollten nicht dauerhaft im verspannten Zustand gelagert werden. Bei sichtbaren Rissen, porösen Stellen oder bleibender Verformung wird der betroffene Ring ersetzt — Dichtringe sind als Verschleißteil zu behandeln.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026