Vakuumregulierventil – Druckbegrenzung für Vakuumglocken
Das Vakuumregulierventil ist ein Inline-Modul für die Vakuum-Blasenprüfung, hergestellt von AB Industrie Service. Es wird zwischen die Vakuumpumpe und die Glocke geschaltet und sorgt dafür, dass an der Glocke ein definierter, voreingestellter Unterdruck nicht überschritten wird.
Konkret heißt das: Eine Vakuumpumpe wie das Vakuumlecksuchgerät TP 6 erreicht ein Endvakuum von -850 mbar — das ist deutlich mehr, als manche Glocken-Bauformen mechanisch vertragen. Insbesondere die zylindrische Vakuumglocke hat je nach Durchmesser eine zulässige Obergrenze zwischen -0,15 bar (Ø 500 mm) und -0,50 bar (Ø 100–150 mm). Wird diese Grenze überschritten, droht Implosion des Sichtglases. Das Vakuumregulierventil setzt genau da an: Sie stellen den Sollwert ein, das Ventil hält ihn — auch wenn die Pumpe mehr ziehen würde.
Auch bei normgerechten Prüfungen ist das Ventil sinnvoll. ASME V Mandatory Appendix II fordert mindestens -150 mbar, DVGW G 469 (A) Verfahren E3 schreibt 200–500 mbar vor — diese reproduzierbaren Sollwerte sind ohne Regulierung schwer einzuhalten, weil eine ungeregelte Pumpe immer ihr Endvakuum anstrebt.
Aufbau und Funktion
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Inline-Modul: kompaktes Ventil-Gehäuse, das einfach zwischen Pumpe und Glocke eingeschleift wird — kein Adapter, kein Werkzeug nötig.
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Anschluss eine Seite Stecker NW 7,2: wird in die Vakuumpumpe eingerastet (passt zu unserer TP-Serie und allen üblichen Vakuumlecksuchgeräten mit NW-7,2-Kupplung).
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Anschluss andere Seite Kupplung NW 7,2: nimmt den Stecker des Glocken-Schlauchs auf — gleicher Nennquerschnitt wie pumpenseitig.
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Druckbegrenzung: manuell auf den gewünschten Sollwert eingestellt — das Ventil hält den Unterdruck unterhalb der eingestellten Schwelle, auch wenn die Pumpe mehr ziehen würde.
- Hergestellt von AB Industrie Service.
Wann brauche ich das Ventil zwingend, wann sinnvollerweise?
Es gibt zwei Anwendungsfälle:
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Zwingend bei der zylindrischen Vakuumglocke: Diese Bauform hat eine harte, Ø-spezifische Druckgrenze zwischen -0,15 bar und -0,50 bar. Ein direkt angeschlossenes Vakuumlecksuchgerät (Endvakuum -850 mbar) würde diese Grenze überschreiten — das Sichtglas kann implodieren. Ohne Regulierventil sollte die zylindrische Glocke nicht betrieben werden.
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Sinnvoll bei normgerechten Prüfungen mit allen Glocken: Wenn das Regelwerk einen konkreten Sollwert vorgibt — z. B. ASME V mit -150 mbar Mindestwert oder DVGW G 469 (A) Verfahren E3 mit -200 bis -500 mbar Vorgabe — sorgt das Ventil für reproduzierbare Werte. Ohne Regulierung zieht die Pumpe sonst Richtung ihres Endvakuums.
Achtung: Stellen Sie das Ventil vor jeder Prüfung auf den passenden Sollwert ein — nicht erst, wenn die Glocke schon aufgesetzt und die Pumpe schon läuft. Die Voreinstellung passiert in trockenem Zustand am Ventil selbst, nicht unter Last.
Anwendung – kurzer Ablauf
- Sollwert am Ventil voreinstellen — passend zur verwendeten Glocke (z. B. -0,30 bar bei zylindrischer Glocke Ø 300 mm) oder zum Regelwerks-Sollwert (z. B. -300 mbar nach DVS 2225-2).
- Stecker des Ventils in die Vakuumpumpe einrasten.
- Glocken-Schlauch in die Kupplung des Ventils einrasten — Pumpe → Ventil → Glocke ist jetzt durchgängig.
- Glocke wie gewohnt auf die Prüfstelle aufsetzen, Pumpe einschalten — der Unterdruck steigt nur bis zum eingestellten Sollwert.
- Prüfung wie gewohnt durchführen, Blasenbildung am Sichtglas beobachten.
- Belüftungsventil an der Glocke öffnen, Anschlüsse trennen, weiter zur nächsten Prüfstelle.
Typische Einsatzbereiche
- Schutz der zylindrischen Vakuumglocken (Ø 100 bis Ø 500 mm) vor Implosion bei Überdruck
- Reproduzierbare Prüfdrücke nach ASME V Mandatory Appendix II (-150 mbar Mindestwert)
- Reproduzierbare Prüfdrücke nach DVGW G 469 (A) Verfahren E3 (-200 bis -500 mbar)
- Schonender Einsatz an älteren oder grenzwertigen Glocken-Bauformen
- Auditierte Prüfungen — wenn der eingestellte Sollwert dokumentiert werden muss
- Schulungs- und Einarbeitungs-Situationen, in denen ein definierter Maximaldruck gewünscht ist
Tipp – Sollwert dokumentieren: Wenn Sie Prüfungen nach Regelwerk durchführen (DVGW, DVS, ASME), notieren Sie den am Ventil eingestellten Sollwert direkt im Prüfprotokoll. Der Wert lässt sich zwar im Live-Betrieb am Pumpen-Manometer ablesen — sauberer und auditierbar ist aber die Vorab-Einstellung am Ventil mit dokumentiertem Sollwert. Bei wiederkehrenden Prüfungen mit derselben Glocken-Bauform kann das Ventil zwischen den Einsätzen auf dem Sollwert stehen bleiben.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lieferumfang
- Vakuumregulierventil mit voreinstellbarer Druckbegrenzung
- Eingangsseite Stecker NW 7,2 (zur Vakuumpumpe)
- Ausgangsseite Kupplung NW 7,2 (zum Glocken-Schlauch)
Nicht im Lieferumfang: Vakuumpumpe und Vakuumglocke — diese sind separat zu bestellen. Das Ventil wird zwischen Pumpe und Glocke geschaltet und ergänzt das vorhandene oder zu beschaffende Equipment.
Passende Komponenten im Sortiment
Das Ventil ist für die Schnittstelle NW 7,2 ausgelegt — passt also zu allen Vakuumglocken und Vakuumlecksuchgeräten unseres Sortiments. Hier die typischen Kombinationen:
Vakuumlecksuchgeräte (Pumpenseite)
Vakuumglocken (Glockenseite) — zwingend mit Ventil
Bei der zylindrischen Vakuumglocke ist das Ventil zwingend erforderlich, weil die Glocke je nach Ø-Stufe eine harte Druckgrenze hat:
Vakuumglocken (Glockenseite) — sinnvoll mit Ventil bei normgerechten Prüfungen
Bei allen anderen Glocken ist das Ventil nicht zwingend erforderlich, sorgt aber für reproduzierbare Sollwerte nach Regelwerk. Übersicht der Glocken-Bauformen aus dem Sortiment:
Eine vollständige Übersicht aller Glocken-Größen und Sonderformen finden Sie auf der Sortimentsseite Vakuumprüftechnik.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Bauart |
Inline-Vakuumregulierventil mit voreinstellbarer Druckbegrenzung |
| Eignung |
Druckbegrenzung an Vakuumglocken im Bereich der Vakuum-Blasenprüfung |
| Anschluss Pumpenseite |
Stecker NW 7,2 |
| Anschluss Glockenseite |
Kupplung NW 7,2 |
| Verwendung |
zwingend bei zylindrischer Vakuumglocke; sinnvoll bei normgerechten Prüfungen mit allen Glocken |
| Voreinstellung |
manuell vor der Prüfung, in trockenem Zustand am Ventil |
| Herstellung |
Eigenproduktion AB Industrie Service |
| Empfohlene Kombination |
Vakuumlecksuchgerät TP 6 / TP 8 + zylindrische Vakuumglocke |
Häufige Fragen
Wann brauche ich das Vakuumregulierventil zwingend?
Bei der zylindrischen Vakuumglocke. Diese Glocke hat je nach Innendurchmesser eine harte Druckgrenze zwischen -0,15 bar (Ø 500 mm) und -0,50 bar (Ø 100, 133, 150 mm). Eine Vakuumpumpe mit -850 mbar Endvakuum würde diese Grenze überschreiten und das Sichtglas kann implodieren. Mit dem Ventil stellen Sie den passenden Sollwert ein und die Glocke ist sicher betreibbar.
Brauche ich das Ventil auch bei anderen Glocken-Bauformen?
Zwingend nein. Die Rundnaht-Glocken (eindimensional und dimensionsvariabel) sowie die Sonderformen für Stumpf-, Kehl-, Eck- und Innenkant-Nähte vertragen das volle Pumpenvakuum. Sinnvoll ist das Ventil aber bei normgerechten Prüfungen — wenn das Regelwerk einen konkreten Sollwert vorgibt (z. B. -200 bis -500 mbar nach DVGW G 469 (A) Verfahren E3) und dieser dokumentiert eingehalten werden muss.
Wie wird das Ventil angeschlossen?
Das Ventil wird zwischen Pumpe und Glocke in den Schlauchweg eingeschleift. Eingangsseite: Stecker NW 7,2 — rastet in die Schnellkupplung der Vakuumpumpe ein. Ausgangsseite: Kupplung NW 7,2 — nimmt den Stecker des Glocken-Schlauchs auf. Kein Adapter, kein Werkzeug nötig. Die Anschlussreihenfolge ist also: Pumpe → Stecker des Ventils → Ventil → Kupplung des Ventils → Schlauch der Glocke.
Wie stelle ich den Sollwert ein?
Vor der Prüfung manuell am Ventil. Vor dem Einschalten der Pumpe und vor dem Aufsetzen der Glocke auf die Naht — also in trockenem, drucklosem Zustand. Der voreingestellte Wert bleibt erhalten, solange Sie ihn nicht ändern; bei Serien-Prüfungen mit derselben Glocken-Bauform muss er nicht jedes Mal neu eingestellt werden.
Welche Pumpen passen zum Ventil?
Alle Vakuumlecksuchgeräte mit Schnellkupplung NW 7,2. Aus unserem Sortiment passen das Vakuumlecksuchgerät TP 6 und das Vakuumlecksuchgerät TP 8. Wenn Sie eine andere Pumpe einsetzen, prüfen Sie vorher, ob diese eine NW-7,2-Kupplung besitzt — sonst ist ein Adapter erforderlich, den wir nicht im Standardsortiment führen.
Welche Glocken passen zum Ventil?
Alle Vakuumglocken aus unserem Sortiment, weil sie ebenfalls NW 7,2 als Schnittstelle haben. Konkret: alle Rundnaht-Glocken (eindimensional und dimensionsvariabel), die Sonderformen für Stumpf-, Kehl-, Eck-, Innenkant-Nähte sowie die zylindrische Glocke. Der Glocken-Schlauch wird in die Kupplung des Ventils eingerastet. Eine Übersicht finden Sie in der Sortimentsseite Vakuumprüftechnik.
Was passiert bei zu hohem Unterdruck ohne Ventil?
Bei der zylindrischen Glocke kann das Sichtglas implodieren — das ist eine Verletzungsgefahr. Bei den Rundnaht- und sonstigen Glocken passiert mechanisch in der Regel nichts, der Sichtglas-Werkstoff (Polycarbonat) ist auch beim vollen Pumpenvakuum belastbar. Allerdings sind sehr hohe Unterdrücke methodisch nicht sinnvoll — das Lecksuchspray kann verdunsten oder gefrieren, kleine Lecks zeigen sich dann nicht mehr als Blase, sondern als reine Druckschwankung am Manometer.
Bieten Sie auch Sonderanfertigungen an?
Für das Ventil selbst nicht — die Bauart ist auf den Anwendungszweck (Vakuum-Blasenprüfung mit NW-7,2-Schnittstelle) ausgelegt. Wenn Sie eine Sonder-Schnittstelle benötigen (andere Schlauchquerschnitte, andere Anschluss-Systeme), schreiben Sie uns an info@ab-industrie.de — wir prüfen, ob ein Adapter oder eine Sonderlösung machbar ist.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026