Arbeiten unter Erdgleiche mit Flüssiggas — der Praxis-Ratgeber 2026
Stand: April 2026. Thema: DGUV Regel 110-010 (ehemals DGUV Vorschrift 79 / BGV D34), Leckgassicherung, Schlauchbruchsicherung, Pflichten auf der Baustelle.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Die DGUV Vorschrift 79 ist seit 01.02.2024 außer Kraft. Maßgeblich ist jetzt die DGUV Regel 110-010 „Verwendung von Flüssiggas" in der Fassung vom November 2024.
- „Unter Erdgleiche" heißt: Boden mehr als 1,0 m unter umgebender Geländeoberfläche — also Schächte, Gruben, Kanäle, Keller, Rohrgräben mit Kopflöchern.
- Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich in Senken. Deshalb reicht normales Lüften nicht
- Pflicht unter Erdgleiche: Mitteldruck-Sicherheitsregler + Leckgassicherung (LGS) nach DIN 4811 mit doppelwandigem Schlauch nach DIN 4815-6. Eine Schlauchbruchsicherung allein reicht hier nicht.
- Flaschen bleiben über Erdgleiche. Im Schacht wird gearbeitet, nicht gelagert.
- Freimessen, Gaswarngerät, Sicherungsposten — wer in den Schacht steigt, braucht das. Immer.
Wichtig: Die DGUV Vorschrift 79 gilt nicht mehr — was jetzt gilt
Wer heute noch nach „DGUV Vorschrift 79" oder „BGV D34" sucht, findet online tausendfach Hinweise auf eine Vorschrift, die es so nicht mehr gibt. Die Vertreterversammlung der DGUV hat die Außerkraftsetzung am 17./18. Oktober 2023 beschlossen, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 6. Dezember 2023 genehmigt, und zum 1. Februar 2024 ist die Vorschrift formal außer Kraft getreten.
Der fachliche Inhalt ist damit aber nicht verschwunden. Er wurde in die DGUV Regel 110-010 „Verwendung von Flüssiggas" überführt, die als branchenübergreifende Regel der Unfallversicherungsträger den Stand der Technik abbildet. Die aktuelle Fassung stammt vom November 2024 und bringt unter anderem konkretisierte Anforderungen zum Schutz vor unzulässiger Wärmeeinwirkung.
Für die Baustelle heißt das: Die praktischen Anforderungen (Leckgassicherung unter Erdgleiche, Flaschenaufstellung, Schutzabstände, Prüffristen) sind inhaltlich fast deckungsgleich geblieben — nur die Fundstelle hat sich geändert. Wer in seiner Gefährdungsbeurteilung oder Betriebsanweisung noch „DGUV Vorschrift 79" oder „BGV D34" zitiert, sollte das bei der nächsten Aktualisierung auf DGUV Regel 110-010 umstellen.
Was bedeutet „Arbeiten unter Erdgleiche"?
Die offizielle Definition
Als Räume unter Erdgleiche gelten Räume, deren Böden allseitig tiefer als 1,0 m unter der umgebenden Geländeoberfläche liegen. Gleichgestellt sind Orte, die allseitig von dichten, öffnungslosen Wänden von mindestens 1,0 m Höhe umschlossen sind. Die Definition stammt aus der früheren DGUV Vorschrift 79 und wurde sinngemäß in die DGUV Regel 110-010 übernommen.
Typische Einsatzorte
- Keller, Tiefgaragen, Aufzugsschächt
- Kanäle, Stollen, Tunnel
- Gruben und Vertiefungen auf der Baustelle
- Rohrgräben mit Kopflöchern für Schweißarbeiten
- Hausanschluss-, Kabel- und Revisionsschächte
- Schwimmbeckenwannen vor Fertigstellung
Unterschied „unter Erdgleiche" vs. „enge Räume"
Die beiden Begriffe werden im Alltag oft verwechselt, sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe:
- Unter Erdgleiche (DGUV Regel 110-010) fokussiert auf die Lage unterhalb der Geländeoberfläche und die Gefahr, dass schweres Flüssiggas sich in Senken sammelt.
- Enge Räume (DGUV Regel 113-004) sind allseits oder überwiegend von festen Wandungen umgebene, luftaustauscharme Bereiche — unabhängig davon, ob sie über oder unter Gelände liegen.
Ein typischer Schacht ist in der Regel beides gleichzeitig. Dann gelten beide Regelwerke parallel: Leckgassicherung plus Freimessen plus Sicherungsposten plus Erlaubnisschein. Die Anforderungen addieren sich, sie ersetzen sich nicht.
Warum Propan in Senken besonders gefährlich ist
Propan ist schwerer als Luft
Propan hat eine Dichte von rund 2,0 kg/m³ und ist damit etwa 1,5- bis 2-mal so schwer wie Luft (ca. 1,2 kg/m³). Ein Gasleck über Kopf auf der Baustelle verteilt sich mehr oder weniger. Ein Gasleck in einem Schacht füllt den Schacht von unten auf — geruchlos (bis zur Geruchsstoff-Zumischung) und unsichtbar. Eine Dachentlüftung hilft dabei nicht. Gelüftet werden muss von unten, idealerweise blasend.
Explosionsgrenzen und gefährliche Atmosphäre
Propan-Luft-Gemische sind zwischen etwa 1,7 und 10,9 Vol.-% zündfähig. Die Untere Explosionsgrenze (UEG) wird schnell erreicht: Schon kleine Leckagen reichen, um in einem geschlossenen Schacht eine zündfähige Atmosphäre aufzubauen. Die TRBS 2152 Teil 1 spricht von einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre bereits ab 10 Liter zusammenhängendem Gas-Luft-Gemisch in geschlossenen Räumen.
Weitere Gefahren im Schacht
- Sauerstoffmangel, wenn Flüssiggas oder Verbrennungsabgase den Sauerstoff verdrängen. Unter 19 Vol.-% wird es schnell kritisch.
- CO-Vergiftung bei unvollständiger Verbrennung durch Heizgeräte ohne ordentliche Abgasführung.
- Kältebrand und Vereisung am Flaschenventil bei zu hoher Entnahmerate. Auftauen nur mit warmer Luft oder warmem Wasser — niemals mit offener Flamme oder Strahler.
- Absturzgefahr beim Ein- und Aussteigen.
- Erschwerte Rettung. Wer im Schacht kollabiert, ist nicht einfach rauszuziehen.
Pflichtausrüstung unter Erdgleiche — der Stand der Technik
Leckgassicherung mit doppelwandigem Schlauch — zwingend
Die Leckgassicherung (LGS) nach Anhang E der DIN 4811 in Verbindung mit einem doppelwandigen Schlauch nach DIN 4815-6 ist bei Arbeiten unter Erdgleiche Pflicht. Das Prinzip: Der Schlauch hat eine innere (gasführende) und eine äußere Kammer. Wird die innere Kammer undicht, baut sich im Zwischenraum ein Druck auf, den die Leckgassicherung erkennt — und sofort die Gaszufuhr absperrt. Freigegeben wird erst, wenn die Undichtigkeit behoben ist.
Der Unterschied zur reinen Schlauchbruchsicherung ist wichtig: Die Schlauchbruchsicherung spricht erst an, wenn der Durchfluss deutlich ansteigt — sie erkennt einen Schlauchabriss, aber kein Nadelöhr-Leck. Genau diese kleinen Leckagen sind es aber, die im Schacht eine explosionsfähige Atmosphäre aufbauen, bevor jemand etwas merkt. Unter Erdgleiche reicht eine Schlauchbruchsicherung allein nicht.
Die Leckgassicherung muss mindestens einmal jährlich durch eine geschulte und autorisierte Person auf Dichtheit geprüft werden (DVS-Merkblatt 0221, Anhang 2, Tabelle 3).
Mitteldruck-Sicherheitsregler
Als Druckregler sind nur Mitteldruck-Sicherheitsregler nach DIN 4811 bzw. DIN EN 16129 zulässig. Je nach Einsatzgebiet sind verschiedene Sicherheitsfunktionen integriert oder kombiniert:
- OPSO (Over-Pressure Shut-Off) — schaltet bei Überdruck ab
- PRV (Pressure Relief Valve) — Überdruck-Abblaseventil mit begrenztem Durchfluss
- UPSO (Under-Pressure Shut-Off) — schaltet bei Unterdruck ab
- EFV (Excess Flow Valve) — Schlauchbruchsicherung
- Leckgas-Prüfeinrichtung nach DIN 4811 Anhang E — für Arbeiten unter Erdgleiche
Bei Reglern mit verstellbarem Ausgangsdruck ist eine Zahlenskala oder ein Manometer vorgeschrieben — „Pi mal Daumen einstellen" ist keine Option.
Schlauchbruchsicherung — ab wann Pflicht?
Im gewerblichen Bereich ist die Schlauchbruchsicherung (SBS) schon ab einer Schlauchlänge von mehr als 40 cm Pflicht. Im privaten Bereich (DVGW G 612 A) erst ab 1,5 m — aber für Baustellen und Industrie zählt die gewerbliche Grenze.
Die SBS sperrt selbsttätig ab, sobald der Nenndurchfluss um rund 10 % überschritten wird. Sie ist damit die Absicherung gegen den großen Schlauchabriss, nicht gegen die Nadelstich-Leckage. Austauschfristen sind gesetzlich nicht eindeutig festgelegt; Hersteller empfehlen einen Austausch nach spätestens 10 Jahren, analog zu Druckreglern und Schläuchen.
Brenner mit Flammenkleinstelleinrichtung
Handbrenner mit einer Flammenlänge von mehr als 100 mm müssen mit einer Flammenkleinstelleinrichtung ausgestattet sein. Das ist kein Luxus — es verhindert, dass Sie zwischen zwei Schweißnähten den Brenner weglegen und die Vollflamme im Schacht weiterläuft.
Gaswarngerät und Freimessen
Bevor jemand in einen Schacht einsteigt, muss freigemessen werden. Gemessen werden mindestens:
- Explosionsfähige Gase (UEG in %) — typischerweise kalibriert auf Methan oder Propan
- Sauerstoff (O₂) — Normwert 20,9 Vol.-%, unter 19 Vol.-% kritisch
- Kohlenmonoxid (CO) — besonders bei Verbrennungsgeräten im Schacht
- Schwefelwasserstoff (H₂S) — vor allem in Abwasserschächten
- Kohlendioxid (CO₂) — als Sauerstoffverdränger
Stand der Technik ist, vor dem Einstieg mit Pumpe und Ansaugschlauch zu messen und nicht das Gerät an einer Schnur in den Schacht abzulassen. Gründe: Das Display bleibt ablesbar, der akustische Alarm hörbar, und man bekommt ein Bild über verschiedene Tiefen (Propan liegt unten, andere Gase oben).
Vor jedem Einsatz gehört der arbeitstägliche Anzeigetest (Bumptest) dazu — dokumentiert nach DGUV Information 213-056 (T021) und 213-057 (T023). Kalibrieren und Justieren nach Herstellervorgabe, meist im Intervall von 6 bis 12 Monaten.
Belüftung, Sicherungsposten, PSA
Eine natürliche Konvektion reicht in den meisten Schächten nicht aus. Gearbeitet wird mit blasender Belüftung von unten, damit das schwere Propan herausgedrückt wird. Beim Einstieg in den Schacht ist ein Sicherungsposten Pflicht, der ständig Sichtkontakt hält, eine Rettungseinrichtung bedient und im Ernstfall Hilfe holt. Ein Erlaubnisschein regelt, wer was darf.
Die wichtigsten Regelwerke auf einen Blick (Stand 2026)
| Regelwerk | Was es regelt |
|---|---|
| DGUV Regel 110-010 (11/2024) | Verwendung von Flüssiggas — Nachfolger der DGUV Vorschrift 79 |
| DGUV Regel 113-004 | Behälter, Silos und enge Räume — Freimessen, Rettung, Zugang |
| BetrSichV | Prüfpflichten, Prüffristen, befähigte Personen |
| GefStoffV | Gefährdungsbeurteilung, Explosionsschutzdokument |
| TRGS 407 | Tätigkeiten mit Gasen — Gefährdungsbeurteilung |
| TRBS 2152 Teile 1–4 | Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre, Explosionsschutz |
| TRBS 3146 / TRGS 746 | Ortsfeste Druckanlagen für Gase |
| DVFG-TRF 2021 | Technische Regel Flüssiggas — Planung, Errichtung, Betrieb |
| DIN 4811 | Flüssiggas-Druckregelgeräte, Anhang E: Leckgassicherung |
| DIN 4815-6 | Doppelwandige Schlauchleitungen für Leckgassicherungen |
Wer darf was? Qualifikationen und Verantwortlichkeiten
Unterwiesene Person
Darf die täglichen Sicht- und Funktionskontrollen übernehmen, Anzeigetest am Gaswarngerät durchführen, einfache Bedienung der Anlage. Grundlage: § 12 ArbSchG und Unterweisung nach Betriebsanweisung.
Fachkundige Person
Hat Berufsausbildung und Berufserfahrung im Umgang mit Flüssiggasanlagen, kann Gefährdungen beurteilen und Maßnahmen ableiten (§ 2 Abs. 5 BetrSichV).Zur Prüfung befähigte Person
Zuständig für die wiederkehrenden Prüfungen der Flüssiggasanlage nach BetrSichV Anhang 3 Abschnitt 2. Qualifikation konkretisiert durch TRBS 1203. Ohne diese Person keine dokumentierte Prüfung — ohne dokumentierte Prüfung kein Weiterbetrieb bei einer BG-Kontrolle.Fachkundiger zum Freimessen
Nach DGUV Grundsatz 313-002 ausgebildet, darf Freimessungen vor dem Einstieg in enge Räume durchführen und die Freigabe erteilen.Prüfintervalle im Überblick
| Prüfgegenstand | Intervall |
|---|---|
| Flüssiggasanlage auf Baustelle / mobile Anlage | mindestens jährlich |
| Leckgassicherung (Dichtheit) | mindestens jährlich |
| Druckregler und Schläuche | Austausch nach spätestens 10 Jahren empfohlen |
| Stationäre gewerbliche Flüssiggasanlage | alle 4 Jahre |
| Flüssiggastank, äußere Prüfung | alle 2 Jahre (befähigte Person) |
| Flüssiggastank, innere Prüfung | alle 10 Jahre (ZÜS) |
Checkliste für die Baustelle — das muss vor Ort sein
Wenn die Berufsgenossenschaft kommt, wird an genau diesen Punkten nachgefragt. Wer alle Häkchen setzen kann, muss sich keine Sorgen um einen Baustellenstopp machen.
✓ Schriftliche Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG, § 6 GefStoffV)
✓ Explosionsschutzdokument
✓ Betriebsanweisung für Flüssiggas plus Unterweisungsnachweis
✓ Mitteldruck-Sicherheitsregler und Leckgassicherung mit Doppelschlauch — passend zum Einsatzort unter Erdgleiche
✓ Schlauchbruchsicherung bei allen Schlauchleitungen über 40 cm (gewerblich)
✓ Propan-Schläuche nach DIN 4815, unbeschädigt, nicht überaltert (≤ 10 Jahre)
✓ Gültiger Prüfnachweis der Flüssiggasanlage
✓ Flaschen über Erdgleiche, standsicher, gegen Umfallen gesichert
✓ Schutzabstand von 3 m zu Kellerlichtschächten, Kanaleinläufen ohne Flüssigkeitsverschluss, Gruben
✓ Gaswarngerät mit arbeitstäglichem Bumptest und gültiger Kalibrierung
✓ Blasende Belüftung bei Arbeiten im Schacht
✓ Sicherungsposten, Rettungseinrichtung, Erlaubnisschein beim Einstieg
✓ Brenner mit Flammenkleinstelleinrichtung (ab 100 mm Flammenlänge)
Typische Beanstandungsgründe — so vermeiden Sie Baustellenstopps
Aus der Praxis wissen wir, an welchen Punkten die Berufsgenossenschaft besonders genau hinschaut. Wer die folgenden Klassiker vermeidet, erspart sich den Anruf beim Lieferanten um 8:30 Uhr morgens („Wir brauchen sofort …"):
- Standard-Brennergarnitur im Schacht. Ohne Leckgassicherung und Doppelschlauch ist der Stopp sicher.
- Schlauch länger als 40 cm, aber keine Schlauchbruchsicherung. Gewerblich nicht zulässig.
- Gasflasche unter Erdgleiche. Gehört grundsätzlich nach oben.
- Keine Gefährdungsbeurteilung oder kein Explosionsschutzdokument. Wird fast immer zuerst gefragt.
- Abgelaufene Prüfplakette an Anlage oder Gerät.
- Defekte oder überalterte Schläuche. Haarrisse, Knicke, spröde Oberfläche — alles ein Befund.
- Heizgerät ohne Gebläse im Keller. Verbrennungsabgase sammeln sich, CO-Gefahr.
- Einstieg in den Schacht ohne Sicherungsposten.
- Gaswarngerät ohne dokumentierten Bumptest.
Praxis-Szenarien aus Rohrleitungsbau, Montage und Tiefbau
Schweißen und Schrumpfen im Kopfloch
Der Klassiker beim Pipeline-Bau: Rohrgraben ist ausgehoben, für die Schweißnaht wird unter dem Rohr ein Kopfloch erweitert. Für den Schweißer ist das ein Raum unter Erdgleiche. Leckgassicherung, Doppelschlauch, Flasche oben am Grabenrand, Freimessen vor dem Einstieg — kein optionaler Luxus, sondern Pflicht.Schrumpfmuffen an Rohrisolierungen
Das Schrumpfen von PE-Schrumpfmuffen mit Propanbrenner passiert häufig im Rohrgraben oder in Revisionsschächten. Gleiche Regel: Brenner-Setup für unter Erdgleiche, Flasche bleibt oben, Lüftung läuft.Abdichtarbeiten auf Kellerdecken und Bodenplatten
Bituminöse Schweißbahnen in Tiefgaragen, auf Bodenplatten unter Gelände, in Kellerschächten. Die Arbeitsposition ist unter Erdgleiche, die Flasche gehört raus aus dem Bereich — und die Leckgassicherung ist Pflicht.Auftauen und Bautrocknung im Keller
Bautrockner mit Flüssiggas laufen oft über Nacht oder am Wochenende durch. Das ist durchgehender unbeaufsichtigter Betrieb — auch über Erdgleiche ist dann eine Leckgassicherung Pflicht. Und: Flasche im Keller geht nicht. Flasche bleibt außerhalb.Passende Produkte im AB-Industrie-Shop
Damit Sie alles, was der Stand der Technik vorschreibt, auch beim Kunden-Termin dabei haben: Unsere Kategorien zum Thema Flüssiggas sind auf genau diese Einsätze zugeschnitten.
- Propan-Sortiment im Überblick — Regler, Schläuche, Leckgassicherungen, Brenner, Zubehör
- Leckgassicherung mit Doppelschlauch — für jeden Einsatz unter Erdgleiche Pflichtausrüstung
- Mitteldruck-Sicherheitsregler — mit integrierter Leckgas-Prüfeinrichtung
- Schlauchbruchsicherungen — ab 40 cm Schlauchlänge gewerblich Pflicht
- Propan-Schläuche nach DIN 4815 — orange, geprüft, in gängigen Längen
- Bau- und Schrumpfbrenner — mit Flammenkleinstelleinrichtung für den Profi-Einsatz
- Gaswarngeräte — mit Pumpe und Ansaugschlauch für die Freimessung
Wenn Sie unsicher sind, welche Kombination für Ihre Baustelle passt: Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir beraten lieber einmal vorher, als dass Sie am Morgen des Aufsichtstermins suchen.
Häufige Fragen
Ist die DGUV Vorschrift 79 noch gültig?
Nein. Die DGUV Vorschrift 79 ist seit dem 1. Februar 2024 außer Kraft gesetzt. Nachfolger ist die DGUV Regel 110-010 „Verwendung von Flüssiggas" in der Fassung vom November 2024. Inhaltlich ist vieles gleich geblieben, die Fundstelle hat sich geändert.Was hat die DGUV Vorschrift 79 abgelöst?
Die DGUV Regel 110-010 ist der branchenübergreifende Nachfolger. Sie fasst die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung mit den bewährten Regeln zum sicheren Betrieb zusammen und gibt den aktuellen Stand der Technik wieder.
Was gilt als „Raum unter Erdgleiche"?
Räume, deren Böden allseitig tiefer als 1,0 m unter der umgebenden Geländeoberfläche liegen. Dazu zählen auch Orte, die von dichten, öffnungslosen Wänden von mindestens 1,0 m Höhe umschlossen sind — also Schächte, Gruben, Keller, Kanäle, Rohrgräben mit Kopflöchern.
Wann ist eine Leckgassicherung Pflicht?
Immer bei Arbeiten unter Erdgleiche. Zusätzlich auch über Erdgleiche, wenn eine Flüssiggasanlage durchgehend unbeaufsichtigt betrieben wird — zum Beispiel bei Bautrocknung über Nacht oder am Wochenende.Was ist der Unterschied zwischen Leckgassicherung und Schlauchbruchsicherung?
Die Schlauchbruchsicherung sperrt ab, wenn der Durchfluss deutlich ansteigt — typisch bei einem Schlauchabriss. Die Leckgassicherung in Kombination mit Doppelschlauch erkennt zusätzlich kleinste Leckagen, die für den Schacht kritisch sind. Unter Erdgleiche reicht die Schlauchbruchsicherung allein nicht aus.
Ab welcher Schlauchlänge ist eine Schlauchbruchsicherung Pflicht?
Im gewerblichen Bereich ab einer Schlauchlänge von mehr als 40 cm. Im privaten Bereich (DVGW G 612 A) erst ab 1,5 m — für die Baustelle zählt aber die gewerbliche Grenze.
Wer darf eine Flüssiggasanlage prüfen?
Wiederkehrende Prüfungen führt eine „zur Prüfung befähigte Person" nach BetrSichV § 2 Abs. 6 durch, deren Qualifikation in der TRBS 1203 konkretisiert ist. Für stationäre Anlagen und innere Behälterprüfungen ist zusätzlich eine Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) notwendig.
Wie oft muss eine Flüssiggasanlage auf der Baustelle geprüft werden?
Mobile Flüssiggasanlagen auf Baustellen und im Baugewerbe müssen mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person geprüft werden. Die Leckgassicherung selbst ebenfalls mindestens jährlich auf Dichtheit.Darf ich Propanflaschen im Keller lagern?
Nein. Flüssiggasflaschen gehören grundsätzlich über Erdgleiche und nicht in Keller, Schächte oder Gruben. Für Ausnahmen bei Arbeiten unter Erdgleiche gilt: leere Flaschen unverzüglich entfernen, gefüllte Flaschen bei längeren Arbeitsunterbrechungen ebenfalls.Was ist Freimessen?
Die messtechnische Prüfung der Atmosphäre im Schacht vor dem Einstieg — auf Sauerstoffgehalt, explosionsfähige Gase und je nach Einsatzort weitere Stoffe wie CO oder H₂S. Gemessen wird mit Pumpe und Ansaugschlauch, nicht durch Ablassen des Geräts. Durchgeführt von einem Fachkundigen nach DGUV Grundsatz 313-002.Fazit
Arbeiten unter Erdgleiche mit Flüssiggas ist kein Grenzbereich und auch nichts, was man kreativ auslegen kann. Die Regeln stehen in der DGUV Regel 110-010, die Ausrüstung gibt es am Markt, und die Berufsgenossenschaft weiß genau, wonach sie sucht. Wer rechtzeitig ausrüstet — mit passendem Regler, Leckgassicherung, Doppelschlauch, Gaswarngerät und Brenner — spart sich nicht nur den Baustellenstopp, sondern schützt die eigenen Leute vor einer der unangenehmeren Arten, den Tag zu beenden.
Wer jetzt feststellt, dass irgendetwas in der Ausrüstung fehlt oder das Datum auf dem Schlauch verdächtig alt aussieht: Kommen Sie auf uns zu. Lieber heute einmal prüfen, als nächste Woche suchen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand der Technik nach bestem Wissen zum angegebenen Datum wieder und ersetzt keine rechtsverbindliche Beratung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen von DGUV Regel 110-010, BetrSichV, GefStoffV und den zugehörigen Technischen Regeln.