HAL-Prüfblasen 2,5 bar — Hausanschlussleitungen abdichten und prüfen in einem Schritt
Die HAL-Prüfblase 2,5 bar ist eine pneumatische Rohrabsperrtechnik mit integriertem Durchgang für Hausanschlussleitungen — die Buchstabenfolge „HAL" steht für „Hausanschlussleitung". Anders als bei einer reinen Absperrblase lässt sich das Rohr durch den integrierten Durchgang gleichzeitig befüllen, spülen oder mit Wasser bzw. Druckluft prüfen, ohne dass die Blase dafür ausgebaut werden muss.
Verfügbar in 15 Größen von DN 40 bis DN 350, mit Aufpumpdruck 2,5 bar und maximalem Gegendruck 1,0 bar.
Was die HAL-Prüfblase von der reinen HAL-Blase unterscheidet
Der einzige funktionale Unterschied zur Schwester-Variante HAL-Blase 2,5 bar ist der integrierte Durchgang. Die reine HAL-Blase verschließt das Rohr — und mehr nicht. Die Prüfblase verschließt das Rohr ebenfalls und stellt zusätzlich einen durchgehenden Anschluss für Wasser, Druckluft oder Prüfmedien bereit.
Wer das Rohr nur abdichten will, nimmt die HAL-Blase. Wer abdichten und gleichzeitig befüllen, spülen oder eine Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 durchführen will, nimmt die Prüfblase — der Umbau zwischen den Schritten entfällt.
Drei Durchgangs-Größen je nach Bauform
Der integrierte Durchgang variiert je nach Größenklasse — das ist konstruktiv bedingt, weil der Anschluss-Querschnitt zur Blasen-Größe passen muss:
1/8″ Durchgang bei den kleinsten zwei Größen (DN 40 und DN 50) — kompakter Anschluss für die kleinsten Hausanschluss-Stutzen.
1/2″ Durchgang bei den mittleren Größen (DN 50–70 bis DN 100–150) — der häufigste Anschluss-Standard, kompatibel mit gängigen Schnellkupplungen und Manometer-Adaptern.
2″ Durchgang bei den großen Größen (DN 150 bis DN 300–350) — größerer Querschnitt für höhere Durchflussraten beim Spülen oder Befüllen.
Vor dem Bestellen bitte die richtige Größe wählen — der Durchgang ist je nach Variante unterschiedlich und nicht austauschbar. Welcher Adapter auf welchen Durchgang passt, steht weiter unten in der FAQ.
Typische Einsatzbereiche
Dichtheitsprüfung von Hausanschlussleitungen nach DIN EN 1610 — Verfahren L (Luft) und Verfahren W (Wasser), bis 0,5 bar Prüfdruck.
Befüllen oder Spülen von Hausanschluss-Stutzen — Wasser durch den Durchgang einleiten, ohne die Blase ausbauen zu müssen.
Druckprüfung neu verlegter oder sanierter Anschlussleitungen — typische Anwendung bei Reparatur, Instandhaltung oder Inbetriebnahme.
Prüfung von Sammelschachtanschlüssen — Stutzen abdichten und über den Durchgang den Abschnitt mit Druck beaufschlagen.
Funktionsprüfung von Anschlüssen vor Wiederinbetriebnahme — etwa nach baulichen Eingriffen am Hausanschluss.
Material und Aufbau
Die Blase besteht aus Naturkautschuk mit Gewebeeinlage — die Gewebearmierung trägt den Druck, der Naturkautschuk gibt die Elastizität für den dichtenden Anpressdruck im Rohr. Der Temperaturbereich liegt zwischen −20 °C und +80 °C. Aufgepumpt wird über ein Reifenventil, geregelt wird der Druck über ein Steuerorgan mit Manometer .
Bei den kleinen Größen (DN 40 bis DN 100) reicht eine Fußluftpumpe mit Doppelzylinder ; ab DN 150 lohnt sich eine Standluftpumpe . Bei tiefen Schächten ist eine Luftschiebestange nützlich, um die Blase zu positionieren, ohne in den Schacht steigen zu müssen.
Sicherer Einsatz auf der Baustelle
Vor jedem Einsatz wird die Blase mit einer Sicherungsleine an einem belastbaren Festpunkt außerhalb des Rohres gesichert. Die DGUV Regel 201-022 schreibt eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — bei einer unter Druck stehenden Blase ist das nicht verhandelbar.
Wichtig beim Prüfen durch den Durchgang: Solange Druckmedium im gesperrten Rohrabschnitt steht, muss die Blase weiter unter Aufpumpdruck stehen. Erst entlasten, wenn das Medium auf der Prüfseite vollständig abgelassen ist.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lebensdauer — Naturkautschuk altert
Naturkautschuk verliert mit der Zeit Substanz, auch wenn die Blase ungenutzt im Lager liegt. Wärme, UV-Licht und Ozon beschleunigen den Prozess; selbst bei optimaler Lagerung wird der Kautschuk irgendwann spröde. Branchenüblich werden Naturkautschuk-Blasen deshalb spätestens nach acht Jahren ausgesondert — auch wenn sie noch unbeschädigt aussehen.
Achtung: Eine Naturkautschuk-Blase, die acht Jahre oder älter ist, gehört nicht mehr in den Einsatz — auch nicht bei optimaler Lagerung und positiver Sichtprüfung. Ein gealterter Kautschuk kann optisch noch gut aussehen und trotzdem unter Druck reißen.
Technische Daten
Alle 15 Größen mit Aufpumpdruck 2,5 bar und maximalem Gegendruck 1,0 bar. Der Durchgang ist je nach Bauform 1/8″, 1/2″ oder 2″.
Größe
Einsatzbereich
Gesamtlänge
Durchmesser
Max. Gegendruck
Durchgang
Gewicht
DN 40
38 – 42 mm
40 mm
37 mm
1,0 bar
1/8″
0,2 kg
DN 50
48 – 54 mm
50 mm
45 mm
1,0 bar
1/8″
0,3 kg
DN 50 – 70
50 – 75 mm
80 mm
48 mm
1,0 bar
1/2″
0,8 kg
DN 60
59 – 65 mm
90 mm
58 mm
1,0 bar
1/2″
0,4 kg
DN 75
72 – 78 mm
110 mm
69 mm
1,0 bar
1/2″
0,5 kg
DN 100
90 – 105 mm
150 mm
88 mm
1,0 bar
1/2″
0,6 kg
DN 100 – 150
90 – 150 mm
150 mm
88 mm
1,0 bar
1/2″
0,8 kg
DN 150
145 – 155 mm
150 mm
138 mm
1,0 bar
2″
1,5 kg
DN 150 – 200
150 – 200 mm
200 mm
138 mm
1,0 bar
2″
2,5 kg
DN 200
195 – 205 mm
200 mm
180 mm
1,0 bar
2″
2,0 kg
DN 200 – 250
200 – 250 mm
250 mm
180 mm
1,0 bar
2″
4,0 kg
DN 250
245 – 255 mm
250 mm
225 mm
1,0 bar
2″
2,5 kg
DN 250 – 300
250 – 300 mm
300 mm
225 mm
1,0 bar
2″
6,0 kg
DN 300
295 – 305 mm
300 mm
285 mm
1,0 bar
2″
3,2 kg
DN 300 – 350
300 – 350 mm
300 mm
285 mm
1,0 bar
2″
8,5 kg
Allgemeine technische Eckdaten
Bauform
HAL-Prüfblase, kompakte Bauform für Hausanschlussleitungen, mit integriertem Durchgang
Material
Naturkautschuk mit Gewebeeinlage
Aufpumpdruck
2,5 bar
Max. Gegendruck
1,0 bar (alle Größen einheitlich)
Durchgang
1/8″, 1/2″ oder 2″ je nach Bauform
Größenbereich
DN 40 bis DN 350, in 15 Varianten
Anwendungs-Schwerpunkt
Hausanschlussleitungen — Abdichten und gleichzeitiges Befüllen, Spülen oder Druckprüfen
Temperaturbereich
−20 °C bis +80 °C
Anschluss Aufpumpen
Reifenventil / Schnellkupplung
Häufige Fragen
Was unterscheidet die HAL-Prüfblase von der reinen HAL-Blase 2,5 bar?
Der einzige funktionale Unterschied ist der integrierte Durchgang. Die HAL-Blase 2,5 bar verschließt das Rohr — und mehr nicht. Die Prüfblase verschließt das Rohr ebenfalls und stellt zusätzlich einen Durchgang bereit, durch den Wasser, Druckluft oder Prüfmedien ins gesperrte Rohr eingeleitet werden können — ohne Umbau, ohne erneutes Setzen. Wer nur abdichten will, nimmt die HAL-Blase. Wer abdichten und prüfen will, nimmt die Prüfblase.
Wofür ist der Durchgang gedacht?
Für jedes Prüf- oder Befüll-Medium, das durch das gesperrte Rohr soll: Wasser für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 (Verfahren W), Druckluft für Verfahren L, Spülwasser zur Reinigung, Manometer-Anschluss zur direkten Druckkontrolle. Über den Durchgang lassen sich gängige Prüf-Adapter, Schlauchnippel oder Schnellkupplungen anschließen. Der Querschnitt unterscheidet sich je nach Bauform — siehe Tabelle.
Welcher Durchgang gehört zu welcher Größe?
Drei Klassen, je nach Größenbereich der Blase. 1/8″ bei den kleinsten zwei Größen (DN 40 und DN 50). 1/2″ bei den mittleren Größen DN 50–70 bis DN 100–150. 2″ bei allen Größen ab DN 150 aufwärts. Die genaue Zuordnung steht in der Tabelle weiter oben. Bestellen Sie die Größe passend zum Rohrdurchmesser — der Durchgang ergibt sich daraus automatisch.
Welcher Adapter passt auf den Durchgang?
Jeder handelsübliche Adapter mit passendem Innengewinde (Innenmaß identisch zum Durchgangsmaß). Bei 1/2″ ist das der häufigste Standard und kompatibel mit den meisten Druckluft- und Wasser-Anschlüssen im Sanitär- und Kanalbau. Bei 1/8″ und 2″ gibt es ebenfalls handelsübliche Adapter; die genaue Gewindenorm (BSP / NPT) sollte vor dem Kauf des Adapters anhand des konkreten Datenblatts geklärt werden — gerne per Anfrage an info@ab-industrie.de.
Kann die HAL-Prüfblase für DIN-EN-1610-Dichtheitsprüfungen verwendet werden?
Ja. Verfahren L (Luft) und Verfahren W (Wasser) sind möglich, sofern der Prüfdruck den maximalen Gegendruck der Blase von 1,0 bar nicht überschreitet. Für Standard-Hausanschluss-Prüfungen reicht das in den allermeisten Fällen aus. Bei höheren Prüfdrücken empfiehlt sich eine andere Bauform — etwa die Absperrprüfblase mit Metallkern mit 1,5 bar Druckklasse oder die Flexible Rohrprüfblase bis 2,5 bar.
Welche Größe brauche ich für meinen Hausanschluss-Stutzen?
Wählen Sie die Größe, deren Einsatzbereich den Innendurchmesser Ihres Stutzens abdeckt. Bei einem DN-100-Hausanschluss (90–105 mm Innendurchmesser) passt die HAL-Prüfblase DN 100 oder die Bereich-Variante DN 100–150 — Letztere bietet etwas mehr Toleranz, falls der Stutzen am oberen Ende des Bereichs liegt. Bei Unsicherheit oder Sondermaßen empfehlen wir eine kurze Anfrage unter info@ab-industrie.de.
Wie lange ist eine HAL-Prüfblase einsatzbereit?
Bei sachgerechter Lagerung und Pflege geht man branchenüblich von einer Standzeit von acht Jahren aus — danach wird die Blase ausgesondert, auch wenn sie noch unbeschädigt aussieht. Naturkautschuk altert durch Wärme, UV-Licht und Ozon, selbst wenn die Blase nicht im Einsatz ist. Zusätzlich verlangt die DGUV Regel 201-022 eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person sowie eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz auf Risse, Quetschstellen, Gewinde-Beschädigungen am Durchgang und Ventilfehler.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Damit die HAL-Prüfblase regelkonform und kontrolliert eingesetzt werden kann, brauchen Sie das passende Zubehör — Steuerorgan mit Manometer, Schlauch, Pumpe, Sicherungsleine.
Zum Steuerorgan Manometer Alle Rohrabsperr- und Prüfblasen
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de .
Erstellt: 05/2026