Hochdruckabsperrblase 12 bar für Rohrleitungen DN 50 bis DN 1.800
Die Hochdruckabsperrblase 12 bar ist eine pneumatische Rohrabsperrung für den vorübergehenden, durchgangsfreien Verschluss von Rohrleitungen unter sehr hohem Gegendruck. Sie deckt einen Einsatzbereich von DN 50 bis DN 1.800 ab und ist für Anwendungen ausgelegt, bei denen selbst die Hochdruckvariante mit 6 bar nicht ausreicht — etwa bei langen stehenden Wassersäulen, Industrie-Druckleitungen oder Druckprüfungen mit Sicherheitsreserve.
Aufgebaut ist die Blase aus Naturkautschuk mit innenliegender Gewebeeinlage. Die Gewebeeinlage trägt die Druckkräfte, der Naturkautschuk macht die Anpassung an die Rohrinnenwand. Der zulässige Temperaturbereich liegt zwischen −20 und +80 °C — ausreichend für Außeneinsatz im Winter ebenso wie für warme Industrieabwässer.
Eigenschaften und Aufbau
Material und Druckklasse
Mantel aus Naturkautschuk mit Gewebeeinlage. Arbeitsdruck 12,0 bar — der höchste Wert in der Hochdruck-Reihe. Der zulässige Gegendruck liegt bei 6 bar über alle Größen. Das entspricht etwa 60 Meter stehender Wassersäule und ist die doppelte Reserve gegenüber der 6-bar-Variante.
Größen und Bauformen
Zwölf Größenstufen decken den Bereich von DN 50 bis DN 1.800 ab — mit DN 1.200 und DN 1.800 reicht die Reihe deutlich weiter als die 6-bar-Variante (DN 50 – DN 1.000). Die Größenangaben beziehen sich auf einzelne Nennweiten, nicht auf einen Toleranzbereich — die Blase ist für die genannte Nennweite des Rohres ausgelegt.
Pneumatische Befüllung
Die Blase wird über ein Standard-Reifenventil mit Druckluft befüllt. Bei einem Arbeitsdruck von 12 bar ist ein Steuerorgan mit Manometer und Sicherheitsventil aus dem Zubehör für Rohrabsperr- und Prüfblasen nicht optional, sondern Pflicht — das Befüllen direkt aus einem ungeregelten Kompressor wäre fahrlässig. Standard-Reifenfüller scheiden aus, weil sie weder die nötige Druckhöhe sicher liefern noch den Befülldruck präzise begrenzen können.
Achtung: Der angegebene Arbeitsdruck von 12 bar darf nicht überschritten werden. Befüllung ohne Druckminderer und ohne Sicherheitsventil ist nicht zulässig.
Sicherheit und Ausschubsicherung
Pneumatische Rohrabsperrungen werden durch den Innendruck der Leitung mit erheblicher Kraft in Ausschubrichtung belastet. Bei der 12-bar-Variante mit einem Gegendruck von bis zu 6 bar fallen diese Kräfte besonders hoch aus — bei DN 800 und 6 bar Gegendruck wirken bereits über 30 Tonnen, bei DN 1.800 über 150 Tonnen.
Die DGUV Regel 201-022 (Tiefbauarbeiten) sieht für provisorisch eingesetzte Absperrblasen eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — Spannseile, Ketten oder Verankerungen, die ein Herausschießen der Blase bei Druckverlust oder Überlastung verhindern. Bei Höchstdruck-Anwendungen ist diese Ausschubsicherung nicht optional, sondern Pflicht. Ohne ausreichend dimensionierte Sicherung ist der Einsatz lebensgefährlich.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Einsatzbereiche
Provisorische Rohrabsperrung bei Reparatur, Instandhaltung und Havarie unter hohem Gegendruck
Druckprüfungen an Industrieleitungen mit erhöhtem Sicherheitsabstand zum Prüfdruck
Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 (Verfahren W mit Wasser, Verfahren L mit Luft)
Hochwasser-Rückstausicherung bei langen stehenden Wassersäulen
Absperrung großer Hauptsammler und Industrierohrleitungen bis DN 1.800
Wenn der Gegendruck unter 3 bar bleibt und keine besondere Sicherheitsreserve nötig ist, ist die Hochdruckabsperrblase 6 bar mit DN 50 bis DN 1.000 die wirtschaftlichere Wahl. Die 12-bar-Variante lohnt sich, wenn der erwartete Gegendruck über 3 bar liegt, wenn eine doppelte Sicherheitsreserve verlangt wird oder wenn Nennweiten über DN 1.000 abzusperren sind.
Technische Daten
Einsatzbereich [DN]
Gesamtlänge [mm]
Durchmesser [mm]
Gewicht [kg]
Gegendruck max. [bar]
DN 50
330
45
0,4
6
DN 70
370
64
0,6
6
DN 100
500
88
1,0
6
DN 150
500
138
1,2
6
DN 200
650
185
3,4
6
DN 300
850
285
6,6
6
DN 375
1.000
355
9,4
6
DN 500
1.050
485
23,0
6
DN 600
1.300
585
25,5
6
DN 800
1.200
785
70,0
6
DN 1.200
1.500
1.180
140,0
6
DN 1.800
1.000
1.780
250,0
6
Material: Naturkautschuk mit Gewebeeinlage. Arbeitsdruck: 12,0 bar. Temperaturbereich: −20 bis +80 °C. Befüllung: Reifenventil.
Häufige Fragen
Wann ist die 12-bar-Variante gegenüber der 6-bar-Variante die richtige Wahl?
Die Hochdruckabsperrblase 12 bar wird dort gewählt, wo der erwartete Gegendruck über 3 bar liegt — also über dem zulässigen Wert der 6-bar-Variante. Auch wenn eine größere Sicherheitsreserve gefordert ist oder wenn Nennweiten über DN 1.000 abzusperren sind, ist die 12-bar-Reihe die richtige Wahl. Bei Anwendungen mit Gegendruck unter 3 bar ist die 6-bar-Variante meist wirtschaftlicher.
Welche Größe wähle ich bei einem konkreten Rohrdurchmesser?
Anders als bei den Standard-Absperrblasen mit Toleranzbereich (z. B. DN 100 – 150) ist die Hochdruckabsperrblase 12 bar pro Nennweite ausgelegt. Für DN 100 wird die DN-100-Blase verwendet, für DN 200 die DN-200-Blase. Die Blase muss kleiner sein als der Rohr-Innendurchmesser, damit sie eingeführt werden kann, und passt sich beim Befüllen an die Rohrwand an.
Wie wird die Blase befüllt?
Die Befüllung erfolgt pneumatisch über ein Standard-Reifenventil. Bei einem Arbeitsdruck von 12 bar ist ein Steuerorgan mit Manometer und Sicherheitsventil zwingend erforderlich — direkt aus einem ungeregelten Kompressor zu befüllen ist nicht zulässig. Standard-Reifenfüller sind ungeeignet, weil sie weder die nötige Druckhöhe sicher liefern noch den Befülldruck präzise begrenzen.
Welche Ausschubsicherung ist erforderlich?
Bei Höchstdruck-Anwendungen mit Gegendruck bis 6 bar ist eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 nach DGUV Regel 201-022 Pflicht. Die wirkenden Kräfte erreichen schnell mehrere Tonnen — bei DN 800 über 30 Tonnen, bei DN 1.800 über 150 Tonnen. Die Sicherung muss entsprechend dimensioniert und am Rohr oder am Schacht formschlüssig verankert sein. Spannseile allein reichen oft nicht aus; bei großen Nennweiten kommen Ketten oder verschraubte Verankerungen zum Einsatz.
Wie lange ist eine Naturkautschuk-Absperrblase einsatzfähig?
Branchenüblich gilt die Empfehlung, Absperrblasen aus Naturkautschuk nach acht Jahren Einsatzdauer auch bei positiver Sichtprüfung nicht mehr zu verwenden. Naturkautschuk altert auch bei sachgerechter Lagerung, und bei einer Höchstdruckblase unter 12 bar Arbeitsdruck ist diese Reserve kein Luxus. Lagerung dunkel, kühl, trocken; jährliche Sicht- und Funktionsprüfung gemäß BetrSichV durch eine befähigte Person.
Sind die großen Nennweiten DN 1.200 und DN 1.800 lagernd verfügbar?
Die großen Nennweiten DN 1.200 und DN 1.800 sind keine Standard-Lagerartikel und werden im Regelfall produktionsbedingt mit Vorlauf gefertigt. Bei konkretem Bedarf — auch für Sondergrößen oder Sonderlängen — eine Anfrage an info@ab-industrie.de mit Nennweite, Einsatzfall und gewünschtem Liefertermin.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de .
Überarbeitet: 05/2026