Hochdruckabsperrblase 6 bar für Rohrleitungen DN 50 bis DN 1.000
Die Hochdruckabsperrblase 6 bar ist eine pneumatische Rohrabsperrung für den vorübergehenden, durchgangsfreien Verschluss von Rohrleitungen unter erhöhtem Gegendruck. Sie deckt einen Einsatzbereich von DN 50 bis DN 1.000 ab und ist auf Anwendungen ausgelegt, bei denen die Standard-Absperrblase mit 1,5 oder 2,5 bar an ihre Grenzen kommt — etwa bei stehender Wassersäule, Rückstau, oder kurzzeitiger Druckbeaufschlagung in Industrieleitungen.
Aufgebaut ist die Blase aus Naturkautschuk mit innenliegender Gewebeeinlage. Die Gewebeeinlage trägt die Druckkräfte, der Naturkautschuk macht die Anpassung an die Rohrinnenwand. Der zulässige Temperaturbereich liegt zwischen −20 und +80 °C — ausreichend für Außeneinsatz im Winter ebenso wie für warme Industrieabwässer.
Eigenschaften und Aufbau
Material und Druckklasse
Mantel aus Naturkautschuk mit Gewebeeinlage. Arbeitsdruck 6,0 bar. Der zulässige Gegendruck — also der Druck, der auf der abgesperrten Seite gegen die Blase wirkt — liegt bei 3 bar über alle Größen. Das entspricht etwa 30 Meter stehender Wassersäule und ist der Wert, der bei Druckprüfungen, Rückstau und Industrieabwässern den Unterschied zur 2,5-bar-Standardblase macht.
Größen und Bauformen
Zehn Größenstufen decken den Bereich von DN 50 bis DN 1.000 ab. Jede Größe ist auf einen bestimmten Rohrdurchmesser-Bereich ausgelegt — siehe technische Daten unten. Für eng begrenzte Einsatzlängen (kurze Stutzen, Abscheider, Reinigungsöffnungen) gibt es im Sortiment passende Schwester-Produkte mit kürzerer Bauform; für die Standard-Druckklassen 1,5 bar und 2,5 bar entsprechende Varianten.
Pneumatische Befüllung
Die Blase wird über ein Standard-Reifenventil mit Druckluft befüllt — entweder direkt aus dem Kompressor oder über ein Steuerorgan mit Manometer aus dem Zubehör für Rohrabsperr- und Prüfblasen. Das Steuerorgan ist bei jeder Hochdruck-Anwendung dringend zu empfehlen, weil es den Befülldruck präzise begrenzt und damit ein Überfüllen verhindert.
Achtung: Der angegebene Arbeitsdruck von 6 bar darf nicht überschritten werden. Die Blase ist auf diesen Druck werksgeprüft — höhere Befülldrücke gefährden Mensch und Anlage.
Sicherheit und Ausschubsicherung
Pneumatische Rohrabsperrungen werden durch den Innendruck der Leitung mit erheblicher Kraft in Ausschubrichtung belastet. Die DGUV Regel 201-022 (Tiefbauarbeiten) sieht für provisorisch eingesetzte Absperrblasen eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 vor — Spannseile, Ketten oder Verankerungen, die ein Herausschießen der Blase bei Druckverlust oder Überlastung verhindern.
Bei Hochdruck-Anwendungen mit Gegendruck nahe 3 bar ist diese Ausschubsicherung nicht optional, sondern Pflicht. Die Berechnung der erforderlichen Halteleistung ergibt sich aus Rohrquerschnitt und Differenzdruck — bei DN 1.000 und 3 bar Gegendruck wirken bereits Kräfte im Bereich mehrerer Tonnen.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Einsatzbereiche
- Provisorische Rohrabsperrung bei Reparatur, Instandhaltung und Havarie
- Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 (Verfahren W mit Wasser, Verfahren L mit Luft)
- Druckprüfungen an Industrieleitungen mit erhöhtem Gegendruck
- Hochwasser-Rückstausicherung in Kanal und Mischwasser
- Absperrung von Druckleitungen in der Wasserwirtschaft, im Tiefbau und in der Industrie
Für reine Niederdruck-Anwendungen ohne nennenswerten Gegendruck — Standard-Kanalsanierung, einfache Reparaturabsperrung — ist meist die Absperrblase 1,5 bar oder 2,5 bar im Standardsortiment die wirtschaftlichere Wahl. Die Hochdruck-Variante lohnt sich, wenn der Gegendruck eindeutig über dem zulässigen Bereich der Standardblasen liegt.
Technische Daten
| Einsatzbereich [mm] |
Gesamtlänge [mm] |
Durchmesser [mm] |
Gewicht [kg] |
Gegendruck max. [bar] |
| DN 50 – 70 |
330 |
45 |
0,4 |
3 |
| DN 70 – 100 |
370 |
65 |
0,6 |
3 |
| DN 100 – 150 |
550 |
88 |
1,0 |
3 |
| DN 150 – 200 |
550 |
138 |
1,2 |
3 |
| DN 200 – 300 |
650 |
185 |
3,4 |
3 |
| DN 300 – 400 |
850 |
285 |
6,6 |
3 |
| DN 375 – 500 |
1.000 |
380 |
9,4 |
3 |
| DN 500 – 600 |
1.150 |
485 |
21,3 |
3 |
| DN 600 – 700 |
1.300 |
585 |
25,5 |
3 |
| DN 800 – 1.000 |
1.300 |
785 |
40,0 |
3 |
Material: Naturkautschuk mit Gewebeeinlage. Arbeitsdruck: 6,0 bar. Temperaturbereich: −20 bis +80 °C. Befüllung: Reifenventil.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Hochdruckabsperrblase 6 bar von der 2,5-bar-Standardvariante?
Die Hochdruckabsperrblase 6 bar arbeitet mit einem höheren Innendruck und hält einen Gegendruck von bis zu 3 bar — die Standard-Absperrblase 2,5 bar erreicht typischerweise 0,5 bis 1,0 bar Gegendruck. Sobald in der abgesperrten Leitung mit höherem Rückstau, stehender Wassersäule oder Druckbeaufschlagung gerechnet werden muss, ist die Hochdruckvariante die richtige Wahl.
Welche Größe wähle ich bei einem konkreten Rohrdurchmesser?
Der angegebene Einsatzbereich (z. B. DN 100 – 150) bezieht sich auf den Rohr-Innendurchmesser in mm. Die Blase muss kleiner sein als das Rohr, damit sie eingeführt werden kann, und groß genug, um sich vollständig anzulegen. Bei Grenzwerten zwischen zwei Größen besser die kleinere wählen — die nächstgrößere Blase würde sich nicht mehr ausdehnen können.
Wie wird die Blase befüllt?
Die Hochdruckabsperrblase wird pneumatisch über ein Standard-Reifenventil mit Druckluft befüllt — direkt aus dem Kompressor oder über ein Steuerorgan mit Manometer und Sicherheitsventil. Die Variante mit Steuerorgan ist bei jeder Hochdruck-Anwendung dringend zu empfehlen, weil sie das Überfüllen zuverlässig verhindert.
Ist eine Ausschubsicherung erforderlich?
Ja. Bei pneumatischen Rohrabsperrungen mit nennenswertem Gegendruck ist eine formschlüssige Ausschubsicherung mit Sicherheitsfaktor 1,5 nach DGUV Regel 201-022 vorgeschrieben. Bei Hochdruck-Einsätzen mit Gegendruck nahe 3 bar wirken bereits an mittleren Nennweiten Kräfte im Tonnenbereich — Spannseile, Ketten oder Verankerungen sind nicht optional.
Wie lange ist eine Naturkautschuk-Absperrblase einsatzfähig?
Branchenüblich gilt die Empfehlung, Absperrblasen aus Naturkautschuk nach acht Jahren Einsatzdauer auch bei positiver Sichtprüfung nicht mehr zu verwenden — Naturkautschuk altert auch bei sachgerechter Lagerung, und bei einem Sicherheitsprodukt unter Druckbeaufschlagung ist diese Reserve kein Luxus. Lagerung dunkel, kühl, trocken; jährliche Sicht- und Funktionsprüfung gemäß BetrSichV durch eine befähigte Person.
Liefern Sie die Hochdruckabsperrblasen auch ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage über info@ab-industrie.de.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026