Rohrverschluss mit Dichtring für Spannbereiche 37–525 mm
Wenn Sie ein Rohrleitungsende kurzzeitig verschließen, einen Spülabschnitt absperren oder einen offenen Stutzen auf der Baustelle gegen Schmutz schützen, dann ist dieser Rohrverschluss mit einem Dichtring das Werkzeug dafür. Der Verschluss wird in das Rohrende geschoben und über eine Flügelmutter gespannt. Der Dichtring wird dabei axial gestaucht, dehnt sich radial aus und presst gegen die Rohrinnenwand.
Der Verschluss ist drucklos ausgelegt — abhängig von der Nennweite hält er einen Gegendruck von 0,2 bis 2,0 bar. Für Druckprüfungen an Trinkwasser-, Gas- oder anderen Druckleitungen sind eigene Geräte vorgeschrieben. Verweise dazu am Ende der Beschreibung.
Aufbau und Werkstoffe
Der Verschluss besteht aus einem Vorderteller und einem Rückteller aus verzinktem Stahl. Dazwischen sitzt ein Dichtring aus Naturkautschuk (NR). Eine Gewindestange verbindet beide Teller; eine Flügelmutter spannt sie zusammen. In der Mitte befindet sich ein Durchgang mit Innengewinde, der mit einem Blinddeckel verschlossen ist. Wird der Blinddeckel abgenommen, kann an den Durchgang ein Anschluss zum Befüllen, Prüfen oder Entleeren angeschraubt werden.
Der NR-Dichtring ist nutz- und abwasserbeständig. Für aggressive Medien, Mineralöle, Lösemittel oder hohe Temperaturen sind Silikon- oder NBR-Varianten geeigneter (siehe Verweise unten).
Einsatzbereiche
- Schutz offener Rohrenden auf der Baustelle gegen Schmutz, Bauschutt und Tiere
- Verschluss von Tot- und Stichleitungen während Umbau- und Spülarbeiten
- Druckloses Absperren in der Bauwasserhaltung
- Verschluss von Reinigungsöffnungen bei Spül- und Saugarbeiten
- Vorabsperrung bei Reparaturen an drucklosen Abwasser- und Entwässerungsleitungen
Geeignete Rohrwerkstoffe
Der Verschluss arbeitet in jedem Rohr, dessen Innenwand glatt und sauber ist und dessen Innendurchmesser im jeweiligen Spannbereich liegt. Das schließt unter anderem Steinzeug, Beton, Faserzement, Guss, Stahl, Kupfer, PE und PVC ein. Risse, scharfe Kanten oder Verkrustungen an der Dichtfläche verhindern, dass der Dichtring sauber anliegt — die Innenwand muss vor dem Einsetzen geprüft und gegebenenfalls geglättet werden.
Achtung: Sobald der Verschluss unter Druck steht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet werden könnten, ist eine formschlüssige Ausschubsicherung erforderlich. Die DGUV Information 201-022 „Handlungsanleitung für die Arbeit mit Geräten zur provisorischen Rohrabsperrung" (Ausgabe August 2022) sieht vor, dass die Sicherung mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5 ausgelegt wird; die Reibung zwischen Dichtring und Rohrwand darf rechnerisch nicht angesetzt werden. Während des Druckaufbaus dürfen sich keine Personen vor dem Verschluss aufhalten.
Technische Daten
| DN |
Spannbereich [mm] |
max. Gegendruck [bar] |
Durchgang |
Gewicht [kg] |
| 40 |
37–50 |
2,0 |
1/2" |
0,16 |
| 50 |
50–61 |
2,0 |
1/2" |
0,18 |
| 65 |
61–75 |
2,0 |
1/2" |
0,26 |
| 75 |
73–85 |
1,3 |
1/2" |
0,28 |
| 85 |
84–100 |
1,0 |
1/2" |
0,36 |
| 100 |
94–108 |
0,6 |
1/2" |
0,41 |
| 114 |
108–125 |
0,6 |
1/2" |
0,58 |
| 125 |
124–139 |
0,6 |
1/2" |
0,60 |
| 140 |
138–148 |
0,6 |
1/2" |
0,60 |
| 150 |
145–160 |
0,6 |
1/2" |
0,77 |
| 175 |
175–200 |
0,4 |
1" |
1,56 |
| 200 |
195–215 |
0,4 |
1" |
1,65 |
| 225 |
210–230 |
0,4 |
1" |
1,93 |
| 250 |
245–260 |
0,4 |
1" |
2,55 |
| 275 |
275–300 |
0,4 |
1" |
3,60 |
| 300 |
296–320 |
0,4 |
1" |
3,72 |
| 325 |
320–340 |
0,3 |
1" |
5,13 |
| 350 |
340–385 |
0,3 |
1" |
6,54 |
| 375 |
370–415 |
0,3 |
1" |
7,00 |
| 400 |
390–430 |
0,3 |
1" |
8,45 |
| 450 |
448–490 |
0,3 |
2" |
10,60 |
| 500 |
486–525 |
0,2 |
2" |
12,36 |
Temperaturbereich des NR-Dichtrings nicht im Datenblatt hinterlegt; branchentypisch ca. –20 °C bis +70 °C, bei höheren Temperaturen Silikon-Variante prüfen.
Auswahl der richtigen Größe
Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Rohres — nicht der Außendurchmesser. Liegt der Innendurchmesser zwischen zwei Spannbereichen, nehmen Sie die Variante, deren oberer Wert dichter am Maß liegt. Ein Spannbereich, der zu groß gewählt ist, lässt sich nicht ausreichend stauchen; einer, der zu klein ist, bekommt den Verschluss nicht ins Rohr.
Tipp: Bei alten Steinzeug- oder Beton-Rohren mit unrunder Innenkontur lieber eine Nummer kleiner wählen und mit zwei Dichtringen arbeiten — die zweite Variante mit doppeltem Dichtring sitzt deutlich satter und gleicht Unebenheiten besser aus.
Abgrenzung zu druckführenden Verschlüssen
Dieser Verschluss ist nicht für Druckprüfungen an Trinkwasserleitungen nach DVGW W 400-2 oder Gasleitungen geeignet. Für solche Anwendungen kommen Hochdruck-Rohrverschlüsse, längskraftschlüssige Endabschlüsse oder Hochdruck-Absperrblasen zum Einsatz. Wenn Sie über 2 bar Gegendruck arbeiten müssen, finden Sie passende Geräte in der Kategorie Rohrverschlüsse — speziell den Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar oder den pneumatischen Rohrendverschluss DN 190–710.
Verwandte Varianten in unserem Sortiment
Häufige Fragen
Wofür ist der Durchgang in der Mitte des Rohrverschlusses gut?
Der Durchgang ist mit einem Blinddeckel verschlossen und kann bei Bedarf geöffnet werden. Dahinter sitzt ein Innengewinde (1/2", 1" oder 2" je nach Größe), an das sich ein Anschluss zum Befüllen, Entleeren oder Belüften der abgesperrten Leitung schrauben lässt.
Wann nehme ich den Verschluss mit einem, wann den mit zwei Dichtringen?
Der zweite Dichtring verbessert vor allem die Standfestigkeit im Rohr — der Verschluss sitzt fester und kippt weniger. Bei glatten neuen Rohren reicht ein Dichtring. Bei alten Steinzeug-, Beton- oder Faserzementrohren mit unrunder Innenkontur ist die Variante mit zwei Dichtringen die bessere Wahl.
Welcher Druck darf am Rohrverschluss anliegen?
Der maximale Gegendruck hängt von der Nennweite ab und reicht von 2,0 bar bei DN 40 bis 0,2 bar bei DN 500. Die genauen Werte stehen in der Tabelle weiter oben. Sobald Druck anliegt, ist eine formschlüssige Ausschubsicherung nach DGUV Information 201-022 erforderlich.
Was ist eine formschlüssige Ausschubsicherung — und wann brauche ich sie?
Eine Ausschubsicherung ist eine mechanische Abstützung des Verschlusses gegen die Rohrwand, einen Verbau oder ein Widerlager, die ein Verschieben durch den Leitungsdruck verhindert. Sie ist immer dann erforderlich, wenn beim Versagen des Verschlusses Personen verletzt werden könnten — also praktisch immer, wenn Druck anliegt. Die DGUV Information 201-022 verlangt eine Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5; die Reibung zwischen Dichtring und Rohrwand darf rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden.
Kann ich den Verschluss in Trinkwasser- oder Gasleitungen einsetzen?
Nein. Für Druckprüfungen an Trinkwasserleitungen nach DVGW W 400-2 sind die zulässigen Drücke deutlich höher als die 2,0 bar dieses Verschlusses; für Gasleitungen sind eigene, zertifizierte Sperrgeräte vorgeschrieben. Verwenden Sie für solche Anwendungen Hochdruck-Verschlüsse, längskraftschlüssige Endabschlüsse oder Hochdruck-Absperrblasen.
Wie ziehe ich den Rohrverschluss richtig fest?
Den Verschluss bis Anschlag ins Rohr schieben, dann die Flügelmutter zunächst von Hand andrehen. Mit einem passenden Schraubenschlüssel wird die Mutter weitergespannt, bis der Dichtring spürbar gegen die Rohrwand presst. Ein konkretes Drehmoment gibt der Hersteller nicht vor [PRÜFEN: Drehmoment beim Hersteller anfragen]. Vor dem Aufbringen von Druck wird zusätzlich die formschlüssige Ausschubsicherung eingebaut.
Wie pflege ich den Rohrverschluss?
Nach jedem Einsatz Verschluss reinigen und trocknen, bevor er gelagert wird. Den Dichtring auf Risse, Quellungen, Verformungen und poröse Stellen prüfen. Verzinkter Stahl ist robust gegenüber Wasser, Schnitte oder Kratzer in der Verzinkung können aber zu lokalem Rost führen — diese Stellen vor der nächsten Lagerung trocknen. Für die wiederkehrende Prüfung empfiehlt die DGUV ein jährliches Intervall (TRBS 1201).
Liefern Sie ins Ausland?
Lieferung innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Lieferungen in andere EU-/EWR-Staaten sind auf Anfrage möglich; bitte sprechen Sie uns an.