Rohrverschluss aus Stahl mit zwei Dichtringen für sicheren Halt im Rohr
Der Rohrverschluss mit zwei Dichtringen ist ein mechanischer Verschluss aus verzinktem Stahl mit Durchgang in der Mitte. Er wird in das offene Rohrende eingeführt und durch Drehen einer Flügelmutter verspannt — die beiden Naturkautschuk-Dichtringe drücken sich dabei gegen die Rohrinnenwand. Der Spannbereich reicht von 37 mm bis 430 mm in 19 Nennweiten.
Zwei Dichtringe statt einem: Der zweite Dichtring verbessert die Standfestigkeit im Rohr — also den Halt gegen Verrutschen unter Druck oder Vibration. Er erhöht nicht den maximalen Gegendruck (der ist identisch zur Variante mit einem Dichtring), und er ist auch keine formschlüssige Sicherung. Wer sicheren Halt im Rohr braucht und auf Redundanz bei der Abdichtung Wert legt, ist mit dieser Variante besser bedient als mit der Stahl-Variante mit einem Dichtring.
Aufbau und Funktion
Die Scheibe besteht aus Vorderteller und Rückteller (beide verzinkter Stahl), zwei Naturkautschuk-Dichtringen dazwischen und einer Flügelmutter auf einer am Rückteller befestigten Gewindestange. Wird die Flügelmutter angezogen, stauchen die Teller die beiden Dichtringe axial. Diese dehnen sich radial aus und pressen sich an die Rohrinnenwand — auf zwei Kontaktflächen statt nur einer.
In der Mitte sitzt ein Durchgang mit aufgeschraubtem Blinddeckel. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Durchgang als Anschluss für Prüfdruck, Spülung oder Befüllung nutzen — abhängig von der Nennweite mit Innengewinde 1/2" oder 1".
Wann der Stahl-Verschluss mit zwei Dichtringen die richtige Wahl ist
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Halt im Rohr ist wichtig: Bei Vibration, leichter Druckbelastung oder unebener Rohrinnenwand verteilen zwei Dichtringe die Reibungskraft auf zwei Kontaktflächen.
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Redundanz bei der Abdichtung: Verliert ein Dichtring an Spannkraft, hält der zweite die Abdichtung — relevant bei längerem Verbleib im Rohr.
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Stationäre Anwendungen: Wo das Mehrgewicht gegenüber Aluminium keine Rolle spielt, bietet Stahl bei kleinerem Preis die robustere Lösung.
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Niederdruck-Vorabdichtung: Bei Spülarbeiten oder Reinigungsdurchgängen mit leichtem Vor- oder Gegendruck.
Typische Anwendungen
- Schutz offener Rohrenden auf Baustellen — gegen Schmutz, Steine, Tiere, Bauwasser
- Verschluss von Toleitungen und Bypass-Strängen während Wartung oder Umbau
- Druckloser bis schwach belasteter Verschluss bei Spülarbeiten und Reinigungsdurchgängen
- Niederdruck-Dichtheitsprüfungen in der Abwasser- und Kanaltechnik (im Rahmen von DIN EN 1610 und DIN 1986-30 in der jeweils gültigen Fassung)
- Verschluss von Heizungs- und Industrierohrleitungen im drucklosen Zustand
- Bauwasserhaltung und Hausanschlussabdichtung im Tiefbau
Der Verschluss ist nicht für Trinkwasser-Druckprüfungen nach DVGW W 400-2 zugelassen und nicht für den bestimmungsgemäßen Einsatz an Gasleitungen geeignet — dafür gibt es spezialisierte Prüfgeräte und Gas-Absperrblasen.
Gefahr: Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet werden könnten, muss der Verschluss formschlüssig gegen Ausschub gesichert werden — zum Beispiel durch einen Verbau im Graben oder eine Abstützung am Schachtbauwerk. Auch der zweite Dichtring ist keine Ausschubsicherung — er erhöht die Reibung im Rohr, ersetzt aber keine mechanische Sicherung. Die Reibung zwischen Dichtring und Rohrwand darf rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden. Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5 nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung. Während Druckaufbau und Druckabbau halten sich keine Personen vor dem Verschluss auf.
Druckaufnahme nach Nennweite
Der maximale Gegendruck sinkt mit zunehmender Nennweite — physikalisch logisch, weil bei größerer Fläche die gleiche Druckkraft eine deutlich größere Last erzeugt. Der zweite Dichtring ändert daran nichts; die Werte sind identisch zur Variante mit einem Dichtring. Wer höhere Drücke braucht, greift zu einem Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar.
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DN 40 bis DN 65: max. 2,0 bar Gegendruck
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DN 75: max. 1,3 bar
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DN 85: max. 1,0 bar
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DN 100 bis DN 300: max. 0,4 bis 0,6 bar
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DN 350 bis DN 400: max. 0,3 bar
Achtung: Die Druckprüfung Verfahren W nach DIN EN 1610 arbeitet mit bis zu 500 mbar (0,5 bar) Wasserdruck am Rohrscheitel. Ab DN 100 erreicht oder überschreitet das den maximalen Gegendruck dieses Verschlusses. Für Druckprüfungen in größeren Nennweiten sind Absperrblasen oder Hochdruck-Verschlüsse die richtige Wahl.
Für deutlich leichtere Handhabung bei häufigem Einsatz oder mobilen Arbeiten gibt es die Aluminium-Variante mit zwei Dichtringen für 40–430 mm — funktionsgleich, leichter, etwas teurer.
Technische Daten
19 Nennweiten von DN 40 bis DN 400. Die Tabelle entspricht den Hersteller-Angaben.
| DN |
Zoll |
Spannbereich |
Durchgang |
Max. Gegendruck |
Gewicht |
| 40 |
1 1/2" |
37–50 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,25 kg |
| 50 |
2" |
50–61 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,28 kg |
| 65 |
2 1/2" |
61–75 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,46 kg |
| 75 |
3" |
73–85 mm |
1/2" |
1,3 bar |
0,49 kg |
| 85 |
3 1/2" |
84–100 mm |
1/2" |
1,0 bar |
0,68 kg |
| 100 |
4" |
94–108 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,70 kg |
| 114 |
4 1/2" |
108–125 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,10 kg |
| 125 |
5" |
124–139 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,25 kg |
| 140 |
5 1/2" |
138–148 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,11 kg |
| 150 |
6" |
145–160 mm |
1/2" |
0,6 bar |
1,50 kg |
| 175 |
7" |
175–200 mm |
1" |
0,4 bar |
2,65 kg |
| 200 |
8" |
195–215 mm |
1" |
0,4 bar |
2,70 kg |
| 225 |
9" |
210–230 mm |
1" |
0,4 bar |
3,45 kg |
| 250 |
10" |
245–260 mm |
1" |
0,4 bar |
4,90 kg |
| 275 |
11" |
273–300 mm |
1" |
0,4 bar |
5,83 kg |
| 300 |
12" |
296–320 mm |
1" |
0,4 bar |
6,75 kg |
| 350 |
14" |
340–385 mm |
1" |
0,3 bar |
11,4 kg |
| 375 |
15" |
370–415 mm |
1" |
0,3 bar |
12,2 kg |
| 400 |
16" |
390–430 mm |
1" |
0,3 bar |
13,9 kg |
Werkstoff Scheiben: verzinkter Stahl. Werkstoff Dichtringe: Naturkautschuk (NR), zweifach. Beständigkeit: nutz- und abwasserbeständig. Sortimentsgrenze bei DN 400 — wer größere Nennweiten bis DN 900 sucht, findet diese in der Stahl-Variante mit einem Dichtring.
Hinweis: Temperatureinsatzgrenzen sind im Hersteller-Datenblatt zu diesem Artikel nicht ausgewiesen. NR-Naturkautschuk ist branchentypisch für ca. –20 °C bis +70 °C geeignet — für Einsätze außerhalb dieses Bereichs vor Bestellung Rücksprache an
info@ab-industrie.de.
Einbau und Bedienung
Vor dem Setzen wird die Rohrinnenwand auf scharfe Kanten, Grate, Schmutz und Eis geprüft — alles, was die Dichtringe beschädigen oder die Abdichtung beeinträchtigen könnte. Die richtige Größe ist die, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Wer den Verschluss am oberen Ende des Spannbereichs einsetzt, muss kräftiger anziehen — und stresst die Dichtringe früher.
Der Verschluss wird in das offene Rohrende eingeführt, mittig ausgerichtet und über die Flügelmutter handfest angezogen. Letzte Spannumdrehungen mit Maulschlüssel sind üblich — das Drehmoment richtet sich nach Nennweite und Anwendung. Wenn ein Prüfanschluss genutzt werden soll, wird der Blinddeckel anschließend abgeschraubt und das Anschlussstück eingedreht.
Vor dem Lösen: erst entspannen
Vor dem Entfernen des Verschlusses wird der Sperrdruck vollständig abgebaut. Das gilt auch dann, wenn nach Einschätzung kein Restdruck anliegt — sichtbarer Druckabbau über ein Manometer oder einen offenen Ablass ist die einfachste Versicherung.
Sichtprüfung vor jedem Einsatz
Nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung ist der Verschluss vor jedem Einsatz auf sichtbare Schäden, poröse Stellen an den Dichtringen, Korrosion an den Tellern und intakte Gewindestange/Flügelmutter zu prüfen. Wiederkehrende Prüfungen erfolgen nach betrieblicher Festlegung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Ein oder zwei Dichtringe — was ist der Unterschied?
Beide Varianten sind in der Druckaufnahme identisch. Der Unterschied liegt im Halt und in der Redundanz.
-
Ein Dichtring: leichter, günstiger, schneller gesetzt. Standard für drucklose Anwendungen ohne Vibration. Die Stahl-Variante mit einem Dichtring deckt zudem das volle Sortiment bis DN 900 ab.
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Zwei Dichtringe: mehr Halt im Rohr, Redundanz bei der Abdichtung, schwerer und etwas teurer. Empfehlung bei Vibration, leichter Druckbelastung, längerem Verbleib im Rohr oder schwierigen Rohrinnenwänden.
Im rein drucklosen Einsatz und bei normalen Spülmedien (Wasser, Abwasser) verhalten sich beide Varianten praktisch gleich. Wo Halt und Redundanz keine Rolle spielen, ist die einfache Variante die wirtschaftlichere Wahl.
Stahl oder Aluminium — welche Variante?
Funktionsgleich, Unterschied in Gewicht und Preis.
-
Stahl (verzinkt): robuster, günstiger, schwerer. Empfehlung bei stationären Anwendungen oder wenn das Gewicht keine Rolle spielt — die hier beschriebene Variante.
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Aluminium: leichter, vor allem bei DN 250 und größer spürbar, etwas teurer. Empfehlung bei häufigem Einsatz, mobiler Arbeit, beengtem Platz — siehe Aluminium-Variante mit zwei Dichtringen.
Passendes Zubehör und Alternativen
Für höhere Drücke gibt es den Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar für Ø 193–610 mm, für pneumatisches Verschließen größerer Querschnitte den pneumatischen Rohrendverschluss für 190–710 mm. Für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 sind Rohrabsperr- und Prüfblasen die übliche Ergänzung.
Alle Rohrverschlüsse im Überblick
Häufige Fragen
Was bringt der zweite Dichtring konkret?
Der zweite Dichtring verbessert die Standfestigkeit im Rohr — also den Halt gegen Verrutschen — und schafft Redundanz bei der Abdichtung. Verliert ein Dichtring an Spannkraft (Alterung, leichte Beschädigung), hält der zweite die Funktion. Der maximale Gegendruck ist identisch zur Variante mit einem Dichtring; der zweite Dichtring ist keine Druck-, sondern eine Halt- und Redundanz-Versicherung.
Wofür ist der Durchgang in der Mitte des Verschlusses gut?
Der Durchgang ist mit einem aufgeschraubten Blinddeckel verschlossen. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Anschluss nutzen — zum Beispiel für ein Manometer bei der Dichtheitsprüfung, für einen Druckluft- oder Wasseranschluss zum Spülen, oder zum Befüllen einer abgesperrten Leitung. Je nach Nennweite ist der Durchgang 1/2" oder 1".
Wie wähle ich die richtige Größe?
Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Rohrs, in dem der Verschluss sitzen soll. Ideal ist die Nennweite, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Beispiel: Bei einem 200-mm-Innendurchmesser passt DN 175 (175–200 mm) am unteren oder DN 200 (195–215 mm) am oberen Ende — DN 200 ist die bessere Wahl, weil 200 mm dort fast in der Mitte liegt.
Hält der Verschluss Trinkwasser-Druckprüfungen aus?
Nein. Trinkwasser-Druckprüfungen werden nach DVGW W 400-2 in der jeweils gültigen Fassung mit dafür zugelassenen Geräten durchgeführt. Der mechanische Stahl-Rohrverschluss ist für drucklose Anwendungen und Niederdruck-Prüfungen außerhalb der Trinkwasser-Druckprüfung gedacht.
Darf ich den Verschluss an Gasleitungen einsetzen?
Nicht bestimmungsgemäß. Für Druckprüfungen an Gasleitungen ist DVGW G 469 in der jeweils gültigen Fassung das einschlägige Regelwerk; eingesetzt werden dort spezialisierte Prüfgeräte und Gas-Absperrblasen. Der mechanische Stahl-Rohrverschluss ist für Wasser, Abwasser und vergleichbare Medien im drucklosen Einsatz konzipiert.
Was bedeutet „formschlüssige Sicherung" und wann brauche ich sie?
Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet sein könnten, schreibt die DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung eine formschlüssige Ausschubsicherung vor — typischerweise ein Verbau im Graben, eine Abstützung am Schachtbauwerk oder eine vergleichbare mechanische Sicherung. Auch zwei Dichtringe ersetzen das nicht; die Reibung darf rechnerisch nicht angesetzt werden, Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5.
Wie pflege ich den Verschluss?
Nach dem Einsatz wird der Verschluss mit klarem Wasser abgespült und trocken gelagert. Die Dichtringe sollten nicht dauerhaft im verspannten Zustand gelagert werden. Bei sichtbaren Rissen, porösen Stellen oder bleibender Verformung wird der betroffene Ring ersetzt — Dichtringe sind als Verschleißteil zu behandeln. Verzinkte Stahlteile bei sichtbarer Korrosion an Schadstellen kontrollieren und gegebenenfalls den Verschluss aussondern.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026