Spachtel aus Sonderbronze für Reinigungs- und Auftragsarbeiten in EX-Zonen
Der Spachtel ist ein funkenarmes Werkzeug aus Sonderbronze (Aluminium-Bronze) für flächige Reinigungs-, Schaber- und Auftragsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen. Verfügbar in biegsamer und starrer Ausführung mit Klingenbreiten von 30 bis 100 mm. Made in Germany.
Gefahr: Maximaler Energieeintrag 31 Nm – bezogen auf Schlagpartner aus armiertem Estrich-Beton. Reibvorgänge zwischen Spachtel und Werkstück fallen unter die BAM-Prüfgrundlage. Funkenarme Werkzeuge sind nie alleinige Schutzmaßnahme – Vorgaben der Berufsgenossenschaft und das Explosionsschutzdokument sind zusätzlich einzuhalten.
Biegsam oder starr — was wann?
Der biegsame Spachtel hat eine federnde Klinge — er passt sich an gewölbte Flächen an und ist die Wahl für Reinigungsarbeiten an unregelmäßigen Konturen, beim Auftrag pastöser Massen und beim Abziehen von Belägen. Verfügbar in 40 / 50 / 60 / 80 / 90 / 100 mm.
Der starre Spachtel hat eine steife Klinge — er ist die Wahl für kraftvolles Schaben, das Lösen festsitzender Beläge und für Arbeiten, bei denen der Druck genau übertragen werden muss. Verfügbar in 30 / 40 / 50 / 60 / 80 / 90 / 100 mm.
Werkstoff Aluminium-Bronze
Die Sonderbronze ist eine Kupfer-Aluminium-Legierung. Sie ist weicher als herkömmlicher Werkzeugstahl, hat dafür aber zwei Eigenschaften, die in EX-Zonen entscheidend sind: Sie ist nichtfunkend bei Reibvorgängen im normalen Anwendungsbereich und sie korrodiert nicht.
Im Vergleich zum härteren Kupfer-Beryllium ist Aluminium-Bronze die wirtschaftlichere Wahl, wenn die Explosionsgruppe IIC nicht relevant ist. Für IIC-Bereiche (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff) wäre das funkenarme Pendant aus Kupfer-Beryllium notwendig.
Technische Daten – Spachtel biegsam
| Klingenbreite |
Länge |
Gewicht |
| 40 mm |
210 mm |
75 g |
| 50 mm |
210 mm |
80 g |
| 60 mm |
210 mm |
95 g |
| 80 mm |
230 mm |
90 g |
| 90 mm |
230 mm |
115 g |
| 100 mm |
230 mm |
125 g |
Technische Daten – Spachtel starr
| Klingenbreite |
Länge |
Gewicht |
| 30 mm |
210 mm |
110 g |
| 40 mm |
220 mm |
120 g |
| 50 mm |
220 mm |
150 g |
| 60 mm |
220 mm |
165 g |
| 80 mm |
240 mm |
190 g |
| 90 mm |
240 mm |
215 g |
| 100 mm |
240 mm |
240 g |
Allgemeine Daten
| Merkmal |
Wert |
| Werkstoff |
Sonderbronze (Aluminium-Bronze) |
| Ausführungen |
biegsam, starr |
| Zugelassene EX-Zonen |
1, 2, 21, 22 nach Richtlinie 1999/92/EG |
| Explosionsgruppen |
I, IIA, IIB und Acetylen |
| Prüfgrundlage |
DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09 |
| BAM-Zertifikat |
BAM/ZBF/001/24 (Sonderbronze) |
| Herkunft |
Made in Germany |
Typische Einsatzbereiche
- Reinigung von Flansch- und Dichtflächen vor Neumontage
- Auftragen pastöser Dichtmassen und Klebstoffe
- Schaben und Lösen anhaftender Beläge an Anlagenkomponenten
- Wartungs- und Reinigungsarbeiten in Chemie, Petrochemie und Raffinerien
- Anlagen-Service in staubexplosionsgefährdeten Zonen 21 und 22
Achtung: „Funkenarm“ ist der fachlich korrekte Begriff – auch DGUV und BG RCI verwenden ihn so. „Funkenfrei“ ist im Markt geläufig und meint dasselbe Werkzeug, ist aber technisch nicht ganz präzise: Bei sehr hohem Energieeintrag oder bei Reib- und Schlagvorgängen mit metallischen Verunreinigungen können auch hier zündfähige Funken entstehen. Deshalb gilt das Limit von 31 Nm.
Pflege und Sorgfalt im Umgang
Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle der Klinge auf Risse, Verformungen und ausgeschlagene Kanten. Reste von Beläge, Dichtmasse oder Klebstoff werden trocken mit Bürste oder Lappen entfernt — kein Stahlbürsten, das hinterlässt Stahlpartikel. Lösemittel sind je nach Material zulässig, aber sparsam einsetzen. Geschliffen wird die Bronze-Klinge nicht.
Welche EX-Zonen und Explosionsgruppen im Betrieb tatsächlich vorliegen, regelt das Explosionsschutzdokument nach § 6 GefStoffV – Sonderbronze ist nicht für die Explosionsgruppe IIC freigegeben.
Alle funkenarmen Werkzeuge Strickeisen ansehen
Häufige Fragen
Wann nehme ich biegsam, wann starr?
Biegsam ist die Wahl für gewölbte Flächen, beim Auftrag pastöser Massen und beim Abziehen weicher Beläge. Die federnde Klinge passt sich der Kontur an. Starr nimmt man für kraftvolles Schaben, festsitzende Beläge und überall dort, wo Druck genau auf die Klingenkante übertragen werden soll. Faustregel: weiche Arbeit biegsam, harte Arbeit starr.
Welche Klingenbreite passt zur Aufgabe?
30 bis 50 mm sind die feinen Größen für punktgenaues Arbeiten und schmale Flächen. 60 bis 80 mm sind die universellen Breiten für Standard-Flansche und allgemeine Reinigungsaufgaben. 90 bis 100 mm werden für großflächige Arbeiten gewählt — wo es schneller gehen muss. Faustregel: Klingenbreite der Werkstückbreite anpassen, nicht breiter als die Fläche.
Was ist der Unterschied zum Strickeisen?
Das Strickeisen hat eine schmalere Klinge (2 bis 12 mm) und ist auf das Arbeiten in Nuten, Dichtsitzen und engen Spalten spezialisiert. Der Spachtel hat breitere Klingen (30 bis 100 mm) und ist für flächige Reinigungs- und Auftragsarbeiten gedacht. Wer in eine Nut muss, nimmt das Strickeisen; wer eine Fläche bearbeitet, den Spachtel.
Welche EX-Zonen sind abgedeckt?
Zugelassen für die EX-Zonen 1 und 2 (Gase, Dämpfe, Nebel) sowie 21 und 22 (Stäube) nach Richtlinie 1999/92/EG. Für die Zonen 0 und 20 ist der Spachtel nicht zugelassen.
Was bedeutet das BAM-Zertifikat BAM/ZBF/001/24?
Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Sonderbronze auf Funkenverhalten geprüft. Das Zertifikat bestätigt die Eignung für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Geprüft wurde nach DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09. Auf Anfrage ist das Zertifikat verfügbar.
Reicht Sonderbronze für jede Explosionsgruppe?
Nicht für alle. Sonderbronze ist freigegeben für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Nicht freigegeben ist sie für die Explosionsgruppe IIC – also für Atmosphären mit Wasserstoff, Acetylen-Mischungen oder Schwefelkohlenstoff (außer reinem Acetylen, das gesondert geprüft ist). Für IIC-Bereiche werden funkenarme Werkzeuge aus Kupfer-Beryllium eingesetzt.