Spaten und Schaufel aus Sonderbronze für Erdarbeiten in EX-Zonen
Spaten und Schaufeln aus Sonderbronze (Aluminium-Bronze) für Erd-, Aushub- und Materialhandlings-Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen. Verfügbar in mehreren Ausführungen: Spaten mit zugespitztem Blatt für das Abstechen, Frankfurter Schaufel für allgemeine Erdarbeiten und Randschaufel für Schüttgut-Handhabung. Stiel wahlweise als T-Stiel oder D-Stiel. Made in Germany.
Gefahr: Maximaler Energieeintrag 31 Nm – bezogen auf Schlagpartner aus armiertem Estrich-Beton. Bei Erdarbeiten in EX-Zonen können Funken durch Quarz oder Feuersteine im Boden ausgelöst werden — unabhängig vom Werkzeug. Vor Arbeitsbeginn die Bodenzusammensetzung prüfen. Funkenarme Werkzeuge sind nie alleinige Schutzmaßnahme – Vorgaben der Berufsgenossenschaft und das Explosionsschutzdokument sind zusätzlich einzuhalten.
Ausführungen und Anwendung
Der Spaten hat ein zugespitztes Blatt und ist für das Abstechen von Erde, Wurzeln und feststem Untergrund gedacht — die Spitze konzentriert die Stoßkraft auf eine kleine Fläche.
Die Frankfurter Schaufel ist die Allround-Schaufel mit gerader Schneide für Erd-, Material- und Aushubarbeiten — die Standard-Wahl, wenn Erde bewegt werden soll.
Die Randschaufel hat ein größeres Blatt mit hohen Seitenrändern und ist für das Aufnehmen und Transportieren von Schüttgut konstruiert — Sand, Kies, Granulat.
Der Stiel ist je nach Ausführung als gerader T-Stiel (1.250 oder 1.600 mm) oder D-Stiel (1.270 mm) erhältlich. Der D-Griff bietet besseren Halt bei kraftvollem Stechen, der gerade Stiel mehr Hebel und Reichweite.
Werkstoff Aluminium-Bronze
Die Sonderbronze ist eine Kupfer-Aluminium-Legierung. Sie ist weicher als herkömmlicher Werkzeugstahl, hat dafür aber zwei Eigenschaften, die in EX-Zonen entscheidend sind: Sie ist nichtfunkend bei Reibvorgängen im normalen Anwendungsbereich und sie korrodiert nicht.
Im Vergleich zum härteren Kupfer-Beryllium ist Aluminium-Bronze die wirtschaftlichere Wahl, wenn die Explosionsgruppe IIC nicht relevant ist. Für IIC-Bereiche (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff) wäre das funkenarme Pendant aus Kupfer-Beryllium notwendig.
Technische Daten
| Ausführung |
Blatt |
Stiel |
Gewicht |
| Spaten |
170 × 260 mm |
T-Stiel 1.250 mm |
3.500 g |
| Spaten |
170 × 260 mm |
D-Stiel 1.270 mm |
3.650 g |
| Frankfurter Schaufel |
240 × 300 mm |
gerade 1.600 mm |
1.850 g |
| Frankfurter Schaufel |
240 × 300 mm |
D-Stiel 1.270 mm |
1.850 g |
| Randschaufel |
240 × 290 mm |
gerade 1.600 mm |
1.950 g |
| Randschaufel |
240 × 290 mm |
D-Stiel 1.270 mm |
1.950 g |
Allgemeine Daten
| Merkmal |
Wert |
| Werkstoff Blatt |
Sonderbronze (Aluminium-Bronze) |
| Stiel |
Hickoryholz |
| Stielform |
T-Stiel oder D-Stiel |
| Zugelassene EX-Zonen |
1, 2, 21, 22 nach Richtlinie 1999/92/EG |
| Explosionsgruppen |
I, IIA, IIB und Acetylen |
| Prüfgrundlage |
DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09 |
| BAM-Zertifikat |
BAM/ZBF/001/24 (Sonderbronze) |
| Herkunft |
Made in Germany |
Typische Einsatzbereiche
- Erd- und Aushubarbeiten in EX-Zonen, in denen Stahlwerkzeug nicht zugelassen ist
- Sand-, Kies- und Schüttgut-Handhabung in Anlagen mit explosionsfähiger Atmosphäre
- Beseitigung kontaminierter Stoffe in Chemie- und Petrochemie-Anlagen
- Bergbau und Untertage-Anwendungen (Explosionsgruppe I)
- Anlagen-Service mit Erdarbeiten in staubexplosionsgefährdeten Zonen 21 und 22
Achtung: „Funkenarm“ ist der fachlich korrekte Begriff – auch DGUV und BG RCI verwenden ihn so. „Funkenfrei“ ist im Markt geläufig und meint dasselbe Werkzeug, ist aber technisch nicht ganz präzise: Bei sehr hohem Energieeintrag oder bei Reibvorgängen mit Quarz-haltigen Mineralien können auch hier zündfähige Funken entstehen. Deshalb gilt das Limit von 31 Nm.
Pflege und Sorgfalt im Umgang
Funkenarme Werkzeuge sind weicher als Stahlwerkzeuge. Bei Spaten und Schaufeln entstehen Verschleißpunkte vor allem an der Schneide bzw. am Blatt-Rand. Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle: Blatt nicht ausgeschlagen, Stiel ohne Risse, fester Sitz von Blatt und Stielzwinge. Schläge auf Boden mit Quarzanteil oder metallischen Einschlüssen können selbst Funken auslösen — Bodenzusammensetzung im EX-Bereich vor Arbeitsbeginn klären.
Hickorystiel nicht ölen, das macht das Holz weich. Trocken lagern, vor Feuchtigkeit und direkter Sonne schützen. Nach Erdarbeiten Reste mit weicher Bürste oder Lappen entfernen — kein Stahlbürsten. Geschliffen wird das Bronze-Blatt nicht. Welche EX-Zonen und Explosionsgruppen im Betrieb tatsächlich vorliegen, regelt das Explosionsschutzdokument nach § 6 GefStoffV – Sonderbronze ist nicht für die Explosionsgruppe IIC freigegeben.
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Häufige Fragen
Wann nehme ich Spaten, wann Frankfurter Schaufel, wann Randschaufel?
Den Spaten nimmt man zum Abstechen von festem Erdreich oder Wurzeln — die Spitze schneidet, das schmale Blatt durchtrennt. Die Frankfurter Schaufel ist die Universalwahl für Erd- und Aushubarbeiten — gerade Schneide, breites Blatt, gut zum Bewegen von Erde. Die Randschaufel mit hohen Seitenrändern ist für Schüttgut-Handhabung gedacht (Sand, Kies, Granulat) — die Ränder verhindern, dass Material seitlich abrutscht.
T-Stiel oder D-Stiel?
Der gerade T-Stiel bietet mehr Hebel und Reichweite — gut für Arbeiten am Boden in offener Stellung. Der D-Stiel mit Quergriff bietet besseren Halt beim kraftvollen Stechen — die Hand schließt den Griff fest, das Werkzeug kann mit ganzem Körpergewicht eingesetzt werden. Faustregel: Hebelarbeit T-Stiel, Stech-Arbeit D-Stiel.
Was passiert bei Quarz oder Feuersteinen im Boden?
Quarz und Feuersteine können beim Schlag oder Stoß selbst Funken erzeugen — unabhängig vom Werkzeugmaterial. In EX-Zonen mit solchem Untergrund reicht das funkenarme Werkzeug allein nicht aus; weitere Schutzmaßnahmen (z. B. Befeuchten, Inertisierung, Heißarbeiten-Erlaubnisschein) sind nach Gefährdungsbeurteilung nötig. Im Zweifel: Rückfrage beim Explosionsschutz-Beauftragten.
Welche EX-Zonen sind abgedeckt?
Zugelassen für die EX-Zonen 1 und 2 (Gase, Dämpfe, Nebel) sowie 21 und 22 (Stäube) nach Richtlinie 1999/92/EG. Für die Zonen 0 und 20 sind Spaten und Schaufel nicht zugelassen.
Was bedeutet das BAM-Zertifikat BAM/ZBF/001/24?
Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Sonderbronze auf Funkenverhalten geprüft. Das Zertifikat bestätigt die Eignung für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Geprüft wurde nach DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09. Auf Anfrage ist das Zertifikat verfügbar.
Wie wird das Werkzeug gepflegt?
Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle. Reste mit weicher Bürste oder Lappen entfernen — kein Stahlbürsten. Hickorystiel nicht ölen, trocken lagern. Bei Beschädigung Werkzeug aussortieren.
Reicht Sonderbronze für jede Explosionsgruppe?
Nicht für alle. Sonderbronze ist freigegeben für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Nicht freigegeben ist sie für die Explosionsgruppe IIC – also für Atmosphären mit Wasserstoff, Acetylen-Mischungen oder Schwefelkohlenstoff (außer reinem Acetylen, das gesondert geprüft ist). Für IIC-Bereiche werden funkenarme Werkzeuge aus Kupfer-Beryllium eingesetzt.