Kreuzhacke und Spitzhacke aus Sonderbronze für Erd- und Aufbrucharbeiten in EX-Zonen
Hacken aus Sonderbronze (Aluminium-Bronze) für Erd- und Aufbrucharbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen. Verfügbar als Kreuzhacke (ähnlich DIN 20109) mit zwei unterschiedlich geformten Schlagseiten und als Spitzhacke mit zwei Spitzen für harten Untergrund. Stiel aus amerikanischem Hickoryholz. Made in Germany.
Gefahr: Maximaler Energieeintrag 31 Nm – bezogen auf Schlagpartner aus armiertem Estrich-Beton. Beim Hacken in steinigen Untergrund werden Funken durch Stein-/Mineral-Reibung ausgelöst, nicht durch das Werkzeug selbst. Vor Arbeitsbeginn das Boden-Material prüfen: Quarz-haltige Steine sind in EX-Zonen kritisch, weil sie eigenständig zünden können. Funkenarme Werkzeuge sind nie alleinige Schutzmaßnahme – Vorgaben der Berufsgenossenschaft und das Explosionsschutzdokument sind zusätzlich einzuhalten.
Kreuzhacke und Spitzhacke — Unterschied und Einsatz
Die Kreuzhacke hat einen Doppelkopf mit zwei verschiedenen Schlagseiten: einer breiten Hackenseite und einer Spitze, beide um 90° zueinander versetzt. Die Hackenseite löst und bewegt Erde, die Spitze dringt in härtere Stellen ein und durchtrennt Wurzeln. Die Kreuzhacke ist die universellere Bauform für Erd-, Wurzel- und Lockerungsarbeiten.
Die Spitzhacke hat zwei Spitzen — beidseitig zugespitzt. Sie konzentriert die Schlagenergie auf eine kleinere Fläche und ist die Wahl für harten oder gefrorenen Untergrund, kompaktes Material und Aufbrucharbeiten an befestigten Flächen.
Werkstoff Aluminium-Bronze
Die Sonderbronze ist eine Kupfer-Aluminium-Legierung. Sie ist weicher als herkömmlicher Werkzeugstahl, hat dafür aber zwei Eigenschaften, die in EX-Zonen entscheidend sind: Sie ist nichtfunkend bei Reibvorgängen im normalen Anwendungsbereich und sie korrodiert nicht. Die Oberfläche ist sandgestrahlt. Der Hickorystiel ist konisch im Kopf eingepasst und mit Keil verspannt.
Im Vergleich zum härteren Kupfer-Beryllium ist Aluminium-Bronze die wirtschaftlichere Wahl, wenn die Explosionsgruppe IIC nicht relevant ist. Für IIC-Bereiche (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff) wäre das funkenarme Pendant aus Kupfer-Beryllium notwendig.
Technische Daten
| Typ |
Länge |
Breite |
Gewicht |
| Kreuzhacke |
800 mm |
400 mm |
2.150 g |
| Kreuzhacke |
950 mm |
500 mm |
3.500 g |
| Kreuzhacke |
950 mm |
550 mm |
4.000 g |
| Spitzhacke |
950 mm |
650 mm |
4.100 g |
Allgemeine Daten
| Merkmal |
Wert |
| Werkstoff Kopf |
Sonderbronze (Aluminium-Bronze) |
| Stiel |
Hickoryholz |
| Form Kreuzhacke |
ähnlich DIN 20109 |
| Oberfläche |
sandgestrahlt |
| Zugelassene EX-Zonen |
1, 2, 21, 22 nach Richtlinie 1999/92/EG |
| Explosionsgruppen |
I, IIA, IIB und Acetylen |
| Prüfgrundlage |
DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09 |
| BAM-Zertifikat |
BAM/ZBF/001/24 (Sonderbronze) |
| Herkunft |
Made in Germany |
Typische Einsatzbereiche
- Erd- und Aufbrucharbeiten in EX-Zonen, in denen Stahlwerkzeug nicht zugelassen ist
- Lockerung verdichteter Böden und Wurzelarbeit (Kreuzhacke)
- Aufbruch harten oder gefrorenen Untergrunds (Spitzhacke)
- Bergbau und Untertage-Anwendungen (Explosionsgruppe I)
- Anlagen-Service mit Erdarbeiten in staubexplosionsgefährdeten Zonen 21 und 22
Achtung: „Funkenarm“ ist der fachlich korrekte Begriff – auch DGUV und BG RCI verwenden ihn so. „Funkenfrei“ ist im Markt geläufig und meint dasselbe Werkzeug, ist aber technisch nicht ganz präzise: Bei sehr hohem Energieeintrag oder bei Reibvorgängen mit Quarz-haltigen Mineralien können auch hier zündfähige Funken entstehen. Deshalb gilt das Limit von 31 Nm.
Pflege und Sorgfalt im Umgang
Funkenarme Werkzeuge sind weicher als Stahlwerkzeuge. Bei Hacken kommt eine zusätzliche Besonderheit dazu: Schläge auf Boden mit hohem Quarzanteil oder mit harten metallischen Einschlüssen können selbst zündfähige Funken auslösen, unabhängig vom Werkzeugmaterial. Vor Arbeitsbeginn die Bodenzusammensetzung prüfen. Vor jedem Einsatz wird der Hackenkopf auf eingearbeitete Steine, Risse und festen Sitz von Kopf und Keil geprüft. Hickory arbeitet bei Temperaturwechseln, der Keilsitz wird bei Bedarf nachgesetzt.
Geschliffen wird der Bronze-Kopf nicht – das verändert die Geometrie und kann die Funken-Eigenschaft verschlechtern. Bei Beschädigung wird das Werkzeug aussortiert. Welche EX-Zonen und Explosionsgruppen im Betrieb tatsächlich vorliegen, regelt das Explosionsschutzdokument nach § 6 GefStoffV – Sonderbronze ist nicht für die Explosionsgruppe IIC freigegeben.
Alle funkenarmen Werkzeuge Spaten und Schaufel
Häufige Fragen
Wann nehme ich Kreuzhacke, wann Spitzhacke?
Die Kreuzhacke ist die universellere Bauform — sie hat eine breite Hackenseite und eine Spitze. Damit lässt sich Erde lockern, Wurzeln durchtrennen und harter Boden punktuell aufbrechen. Die Spitzhacke hat zwei Spitzen und konzentriert die ganze Schlagenergie auf kleine Flächen — sie ist die Wahl für harten Stein, gefrorenen Boden oder dichten verdichteten Untergrund. Faustregel: Erde und Wurzeln Kreuzhacke, harter mineralischer Untergrund Spitzhacke.
Welche Größe nehme ich?
Bei der Kreuzhacke: 800 mm Länge / 400 mm Breite ist die kompakte Variante für beengte Anlagensituationen. 950 mm Länge mit 500 oder 550 mm Breite ist die Standardgröße für allgemeine Erdarbeiten. Die 550-mm-Variante hat etwas mehr Hebel und Schlagenergie, ist aber unhandlicher. Die Spitzhacke ist nur in einer Größe (950×650 mm) verfügbar.
Was passiert, wenn der Boden Quarz oder Feuersteine enthält?
Quarz und Feuersteine können beim Schlag selbst Funken erzeugen — unabhängig vom Werkzeug. In EX-Zonen mit solchem Untergrund reicht das funkenarme Werkzeug allein nicht aus; es sind weitere Schutzmaßnahmen nach Gefährdungsbeurteilung notwendig (z. B. Befeuchten des Bodens, Inertisierung der Atmosphäre, Heißarbeiten-Erlaubnisschein). Im Zweifel: Rückfrage beim Explosionsschutz-Beauftragten vor Arbeitsbeginn.
Welche EX-Zonen sind abgedeckt?
Zugelassen für die EX-Zonen 1 und 2 (Gase, Dämpfe, Nebel) sowie 21 und 22 (Stäube) nach Richtlinie 1999/92/EG. Für die Zonen 0 und 20 ist die Hacke nicht zugelassen.
Was bedeutet das BAM-Zertifikat BAM/ZBF/001/24?
Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Sonderbronze auf Funkenverhalten geprüft. Das Zertifikat bestätigt die Eignung für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Geprüft wurde nach DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09. Auf Anfrage ist das Zertifikat verfügbar.
Wie wird die Hacke gepflegt?
Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle: Kopf auf eingearbeitete Steine prüfen, Stiel auf Risse, Keilsitz auf Festigkeit. Steine, die sich im Kopf festgesetzt haben, mechanisch entfernen — nicht eingearbeitet stehen lassen. Hickorystiel nicht ölen, das macht das Holz weich. Trocken lagern. Bei beschädigtem Kopf Werkzeug aussortieren.
Reicht Sonderbronze für jede Explosionsgruppe?
Nicht für alle. Sonderbronze ist freigegeben für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Nicht freigegeben ist sie für die Explosionsgruppe IIC – also für Atmosphären mit Wasserstoff, Acetylen-Mischungen oder Schwefelkohlenstoff (außer reinem Acetylen, das gesondert geprüft ist). Für IIC-Bereiche werden funkenarme Werkzeuge aus Kupfer-Beryllium eingesetzt.