Keil mit Loch aus Sonderbronze für EX-Zonen
Der Keil mit Loch ist ein funkenarmes Hilfswerkzeug aus Sonderbronze (Aluminium-Bronze) für Spalt-, Sperr- und Sicherungsaufgaben in explosionsgefährdeten Bereichen. Das durchgehende Loch in der breiten Stirnseite erlaubt es, den Keil mit Halteleine, Kette oder Karabinerhaken anzuschlagen — wichtig in Höhen, in beengten Einbausituationen oder wenn das Werkstück nicht herabfallen darf. Made in Germany.
Gefahr: Maximaler Energieeintrag 31 Nm – bezogen auf Schlagpartner aus armiertem Estrich-Beton. Wer den Keil mit einem Stahlhammer einschlägt, hebelt die durchgängige Funkenarmut aus – in EX-Zonen muss auch der Schlagpartner aus funkenarmem Werkstoff sein. Funkenarme Werkzeuge sind nie alleinige Schutzmaßnahme – Vorgaben der Berufsgenossenschaft und das Explosionsschutzdokument sind zusätzlich einzuhalten.
Werkstoff Aluminium-Bronze
Die Sonderbronze ist eine Kupfer-Aluminium-Legierung. Sie ist weicher als herkömmlicher Werkzeugstahl, hat dafür aber zwei Eigenschaften, die in EX-Zonen entscheidend sind: Sie ist nichtfunkend bei Reibvorgängen im normalen Anwendungsbereich und sie korrodiert nicht. Die Oberfläche ist sandgestrahlt.
Im Vergleich zum härteren Kupfer-Beryllium ist Aluminium-Bronze die wirtschaftlichere Wahl, wenn die Explosionsgruppe IIC nicht relevant ist. Für IIC-Bereiche (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff) wäre das funkenarme Pendant aus Kupfer-Beryllium notwendig.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Werkstoff |
Sonderbronze (Aluminium-Bronze) |
| Maße (L×B×H) |
100 × 30 × 15 mm |
| Loch-Durchmesser |
Ø 6 mm |
| Gewicht |
220 g |
| Oberfläche |
sandgestrahlt |
| Zugelassene EX-Zonen |
1, 2, 21, 22 nach Richtlinie 1999/92/EG |
| Explosionsgruppen |
I, IIA, IIB und Acetylen |
| Prüfgrundlage |
DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09 |
| BAM-Zertifikat |
BAM/ZBF/001/24 (Sonderbronze) |
| Herkunft |
Made in Germany |
Typische Einsatzbereiche
- Spalten leichter Verbindungen, Auftreiben verklemmter Bauteile
- Sperren und Sichern beweglicher Anlagenteile bei Wartungsarbeiten
- Höhensicherung mit Halteleine: Loch erlaubt Anschlag mit Karabiner oder Schäkel
- Wartungs- und Demontagearbeiten in Chemie, Petrochemie, Raffinerien
- Anlagen-Service in staubexplosionsgefährdeten Zonen 21 und 22
Achtung: „Funkenarm“ ist der fachlich korrekte Begriff – auch DGUV und BG RCI verwenden ihn so. „Funkenfrei“ ist im Markt geläufig und meint dasselbe Werkzeug, ist aber technisch nicht ganz präzise: Bei sehr hohem Energieeintrag oder bei Reib- und Schlagvorgängen mit metallischen Verunreinigungen können auch hier zündfähige Funken entstehen. Deshalb gilt das Limit von 31 Nm.
Pflege und Sorgfalt im Umgang
Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle: Keilkanten nicht eingeschlagen oder verformt, Loch frei und nicht ausgerissen. Den Keil mit einem funkenarmen Schlagpartner einschlagen – Schlosserhammer oder Fäustel aus Sonderbronze. Schläge mit Stahlhammer sind in EX-Zonen unzulässig: Sie bringen Stahl in den Einsatzbereich und erzeugen die Funkengefahr, die der funkenarme Keil eigentlich vermeidet.
Geschliffen werden die Bronze-Kanten nicht. Bei Beschädigung wird der Keil aussortiert. Welche EX-Zonen und Explosionsgruppen im Betrieb tatsächlich vorliegen, regelt das Explosionsschutzdokument nach § 6 GefStoffV – Sonderbronze ist nicht für die Explosionsgruppe IIC freigegeben.
Alle funkenarmen Werkzeuge Fäustel als Schlagpartner
Häufige Fragen
Wozu dient das Loch im Keil?
Das Loch ist ein Anschlagpunkt für Halteleine, Kette oder Karabinerhaken. Bei Arbeiten in der Höhe, an unzugänglichen Stellen oder dort, wo der Keil nicht herabfallen darf (etwa über offenen Behältern), wird er gesichert. Außerdem erleichtert das Loch das Aufhängen am Werkzeugtableau und schnelles Auffinden im Werkzeugkoffer.
Mit welchem Hammer schlage ich den Keil ein?
Mit einem funkenarmen Schlagpartner aus demselben Werkstoff. Schlosserhammer oder Fäustel aus Sonderbronze sind die richtige Wahl. Stahlhämmer sind in EX-Zonen unzulässig — sie bringen Stahlpartikel an den Bronze-Keil und können beim Schlag selbst Funken erzeugen. Wer den Keil mit Stahl einschlägt, macht den funkenarmen Werkstoff wirkungslos.
Welche EX-Zonen sind abgedeckt?
Zugelassen für die EX-Zonen 1 und 2 (Gase, Dämpfe, Nebel) sowie 21 und 22 (Stäube) nach Richtlinie 1999/92/EG. Für die Zonen 0 und 20 ist der Keil nicht zugelassen.
Was bedeutet das BAM-Zertifikat BAM/ZBF/001/24?
Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Sonderbronze auf Funkenverhalten geprüft. Das Zertifikat bestätigt die Eignung für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Geprüft wurde nach DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09. Auf Anfrage ist das Zertifikat verfügbar.
Reicht Sonderbronze für jede Explosionsgruppe?
Nicht für alle. Sonderbronze ist freigegeben für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Nicht freigegeben ist sie für die Explosionsgruppe IIC – also für Atmosphären mit Wasserstoff, Acetylen-Mischungen oder Schwefelkohlenstoff (außer reinem Acetylen, das gesondert geprüft ist). Für IIC-Bereiche werden funkenarme Werkzeuge aus Kupfer-Beryllium eingesetzt.