Schlosserhammer aus Sonderbronze für explosionsgefährdete Bereiche
Der Schlosserhammer mit Hickorystiel ist ein funkenarmes Werkzeug aus Sonderbronze (Aluminium-Bronze) für Arbeiten in EX-Zonen. Die Form ist ähnlich DIN 1041 – klassische deutsche Schlosserhammer-Geometrie mit Bahn und Pinne. Die Aluminium-Bronze reduziert beim Zusammenwirken mit Werkstücken die Funkenbildung und ist beständig gegen Korrosion. Made in Germany.
Sechs Gewichts-Varianten von 150 g bis 2000 g decken den Großteil der typischen Schlosserarbeiten ab – vom feinen Setzen kleiner Stifte bis zum kräftigen Schlag auf Meißel und Bolzen.
Gefahr: Maximaler Energieeintrag 31 Nm – bezogen auf Schlagpartner aus armiertem Estrich-Beton. Wer dieses Limit überschreitet, riskiert beim Schlagen das Entstehen zündfähiger Funken. In EX-Zonen ist das eine Lebensgefahr. Funkenarme Werkzeuge sind nie alleinige Schutzmaßnahme – die Vorgaben der Berufsgenossenschaft und des Explosionsschutzdokuments müssen zusätzlich eingehalten werden.
Werkstoff Aluminium-Bronze
Die Sonderbronze ist eine Kupfer-Aluminium-Legierung. Sie ist weicher als herkömmlicher Werkzeugstahl, hat dafür aber zwei Eigenschaften, die in EX-Zonen entscheidend sind: Sie ist nichtfunkend bei Reibvorgängen im normalen Anwendungsbereich und sie korrodiert nicht. Die Oberfläche ist sandgestrahlt, die Köpfe sind in der typischen rötlich-goldenen Bronze-Farbe ausgeführt.
Im Vergleich zum härteren Kupfer-Beryllium ist Aluminium-Bronze die wirtschaftlichere Wahl, wenn die Explosionsgruppe IIC nicht relevant ist. Für IIC-Bereiche (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff) wäre das funkenarme Pendant aus Kupfer-Beryllium notwendig.
Stiel aus amerikanischer Hickory
Hickory ist das Standard-Holz für Hammerstiele. Es ist zäh, hat eine hohe Schlagfestigkeit und federt Vibrationen ab, statt sie ins Handgelenk weiterzugeben. Der Stiel ist beim Kopf konisch eingepasst und mit Keil verspannt – eine bewährte Kombination, die sich auch nach Jahren noch festziehen lässt, falls das Holz im Sommer arbeitet.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Werkstoff Kopf |
Sonderbronze (Aluminium-Bronze) |
| Stiel |
Hickoryholz |
| Form |
ähnlich DIN 1041 |
| Oberfläche |
sandgestrahlt |
| Gewichts-Varianten |
150 / 300 / 500 / 1000 / 1500 / 2000 g |
| Zugelassene EX-Zonen |
1, 2, 21, 22 nach Richtlinie 1999/92/EG |
| Explosionsgruppen |
I, IIA, IIB und Acetylen |
| Prüfgrundlage |
DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09 |
| BAM-Zertifikat |
BAM/ZBF/001/24 (Sonderbronze) |
| Maximaler Energieeintrag |
31 Nm bei armiertem Estrich-Beton |
| Herkunft |
Made in Germany |
Typische Einsatzbereiche
- Wartung und Instandhaltung in Chemie- und Petrochemie-Anlagen
- Montage- und Schlosserarbeiten in Raffinerien und Tanklagern
- Arbeiten in der Gas- und Mineralöl-Industrie
- Bergbau und Untertage-Anwendungen (Explosionsgruppe I)
- Anlagenbau in staubexplosionsgefährdeten Zonen 21 und 22
Achtung: „Funkenarm“ ist der fachlich korrekte Begriff – auch DGUV und BG RCI verwenden ihn so. „Funkenfrei“ ist im Markt geläufig und meint dasselbe Werkzeug, ist aber technisch nicht ganz präzise: Bei sehr hohem Energieeintrag oder bei Reib- und Schlagvorgängen mit metallischen Verunreinigungen können auch hier zündfähige Funken entstehen. Deshalb gilt das Limit von 31 Nm.
Pflege und Sorgfalt im Umgang
Funkenarme Werkzeuge sind weicher als Stahlwerkzeuge. Das hat Folgen für die Praxis: Schläge auf Werkstücke, an denen sich harte Verunreinigungen, Rost-Schuppen oder Aluminium-Späne befinden, sollten vermieden werden – solche Ablagerungen können selbst Zündfunken auslösen, unabhängig vom Werkzeug. Vor jedem Einsatz wird der Hammer auf eingearbeitete Fremdkörper im Kopf geprüft, sichtbare Späne werden mechanisch entfernt, nicht eingeschlagen. Der Stielsitz wird kontrolliert, der Keil bei Bedarf nachgesetzt. Geschliffen wird trocken nicht – wenn überhaupt, dann nass und mit Atemschutz, um Bronze-Stäube nicht einzuatmen.
Für eine Bewertung der konkreten EX-Zone und der zulässigen Werkzeuge in Ihrem Betrieb sind das Explosionsschutzdokument und die Gefährdungsbeurteilung nach § 6 GefStoffV maßgeblich. Wenn dort die Explosionsgruppe IIC vorkommt (Wasserstoff, Acetylen-Mischungen, Schwefelkohlenstoff), ist Sonderbronze nicht ausreichend – dann wird ein Werkzeug aus Kupfer-Beryllium gebraucht.
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Häufige Fragen
Welche EX-Zonen sind mit dem Hammer abgedeckt?
Zugelassen für die EX-Zonen 1 und 2 (Gase, Dämpfe, Nebel) sowie 21 und 22 (Stäube) nach Richtlinie 1999/92/EG. Für die Zonen 0 und 20 ist der Hammer nicht zugelassen – dort ist explosionsfähige Atmosphäre dauerhaft oder häufig vorhanden, dort dürfen nur Werkzeuge eingesetzt werden, die überhaupt keine Funken erzeugen können.
Was bedeutet das BAM-Zertifikat BAM/ZBF/001/24?
Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat die Sonderbronze auf Funkenverhalten geprüft. Das Zertifikat bestätigt die Eignung für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Geprüft wurde nach DIN EN ISO/IEC 80079-20-1:2020-09. Die Prüfung setzt voraus, dass der Schlagpartner armierter Estrich-Beton ist und der Energieeintrag 31 Nm nicht übersteigt. Auf Anfrage ist das Zertifikat verfügbar.
Warum wird ein Werkzeug aus Sonderbronze als „funkenarm“ und nicht als „funkenfrei“ bezeichnet?
Beim Zusammenwirken zweier Materialien kann theoretisch immer ein Funke entstehen – auch bei Sonderbronze, wenn die Bedingungen ungünstig sind (sehr hoher Energieeintrag, Verunreinigungen wie Aluminium-Späne oder Rost auf dem Werkstück). „Funkenarm“ ist deshalb fachlich präziser. DGUV-Information 209-001 und TRGS 723 verwenden konsequent diesen Begriff. „Funkenfrei“ ist die im Handel verbreitete Bezeichnung – gemeint ist dasselbe Werkzeug.
Reicht der funkenarme Hammer als Schutzmaßnahme aus?
Nein. Der Hammer ist ein Baustein im Explosionsschutzkonzept, nicht das Konzept selbst. Erforderlich sind zusätzlich: Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG, Explosionsschutzdokument nach § 6 GefStoffV, Schulung der Mitarbeiter, gegebenenfalls Erlaubnisschein-Verfahren für Heißarbeiten in den Zonen, persönliche Schutzausrüstung und Lüftungs- bzw. Inertisierungs-Maßnahmen. Welche Punkte konkret gelten, regelt das jeweilige betriebliche Schutzkonzept.
Welche Gewichts-Variante passt für welchen Einsatz?
Für leichte Stift-, Setz- und Anrissarbeiten genügen 150–300 g. Allgemeine Schlosserarbeiten – Meißeln, Stemmen, Aufschlagen kleiner Verbindungen – werden meistens mit 500–1000 g erledigt. Schwerere Arbeiten an Flanschen, Bolzen oder Sicherungsringen erfordern 1500 g oder mehr. Wer regelmäßig größere Schläge führt, sollte über den schwereren Fäustel oder den Vorschlaghammer nachdenken – beide ebenfalls aus Sonderbronze.
Reicht Sonderbronze für jede Explosionsgruppe?
Nicht für alle. Sonderbronze ist freigegeben für die Explosionsgruppen I, IIA, IIB und Acetylen. Nicht freigegeben ist sie für die Explosionsgruppe IIC – also für Atmosphären mit Wasserstoff, Acetylen-Mischungen oder Schwefelkohlenstoff (außer reinem Acetylen, das gesondert geprüft ist). Für IIC-Bereiche werden funkenarme Werkzeuge aus Kupfer-Beryllium eingesetzt. Bei Unsicherheit über die Explosionsgruppe gilt: das betriebliche Explosionsschutzdokument oder die Gefährdungsbeurteilung gibt Auskunft.
Wie wird der Hammer richtig gepflegt?
Vor jedem Einsatz Sichtkontrolle: keine eingearbeiteten Späne im Kopf, keine Risse im Stiel, fester Sitz von Kopf und Keil. Lockere Stiele werden mit dem Keil nachgesetzt – Hickory arbeitet bei Temperaturwechseln. Nach dem Einsatz: groben Schmutz mit Bürste oder Lappen entfernen. Geschliffen wird der Bronze-Kopf nicht – das verändert die Geometrie und kann die Funken-Eigenschaft beeinflussen. Bei Beschädigung wird das Werkzeug aussortiert.
Liefern Sie ins Ausland?
Ja. Lieferung erfolgt innerhalb der EU sowie weltweit. Für eine konkrete Lieferung ins Ausland fragen Sie bitte die Versandkonditionen vorab an – die Frachtkosten richten sich nach Zielland, Gewicht und gewünschtem Versanddienstleister.