Rohrverschluss aus Aluminium für drucklose Rohrabsperrung
Der Rohrverschluss mit einem Dichtring ist ein mechanischer Verschluss aus Aluminium mit Durchgang in der Mitte. Er wird in das offene Rohrende eingeführt und durch Drehen einer Flügelmutter verspannt — der Naturkautschuk-Dichtring drückt sich dabei gegen die Rohrinnenwand. Der Spannbereich reicht von 38 mm bis 910 mm in 29 Nennweiten.
Aluminium statt Stahl: Bei DN 500 wiegt die Aluminium-Scheibe 11,6 kg, die Aluminium-Variante DN 600 noch 15,85 kg. Wer große Verschlüsse oft ein- und ausbaut oder durch enge Schächte transportiert, merkt das im Rücken. Der Aluminium-Verschluss eignet sich überall dort, wo Gewicht eine Rolle spielt — bei der reinen Funktion (drucklos absperren, Rohr offen schützen, Durchgang nutzen) gibt er sich gegenüber der Stahl-Variante mit gleicher Bauweise nichts.
Aufbau und Funktion
Die Scheibe besteht aus Vorderteller und Rückteller (beide Aluminium), einem Naturkautschuk-Dichtring dazwischen und einer Flügelmutter auf einer am Rückteller befestigten Gewindestange. Wird die Flügelmutter angezogen, stauchen die Teller den Dichtring axial. Dieser dehnt sich radial aus und presst sich an die Rohrinnenwand.
In der Mitte sitzt ein Durchgang mit aufgeschraubtem Blinddeckel. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Durchgang als Anschluss für Prüfdruck, Spülung oder Befüllung nutzen — abhängig von der Nennweite mit Innengewinde 1/2", 1" oder 2".
Wann der Aluminium-Verschluss die richtige Wahl ist
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Häufiger Ein- und Ausbau: Bei wiederholtem Setzen ist das geringere Gewicht spürbar — vor allem bei DN 250 und größer.
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Beengte Platzverhältnisse: In Schächten, Gräben und engen Hausanschluss-Situationen erleichtert das Aluminium das Handling.
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Mobile Einsätze: Wer Verschlüsse mehrfach pro Tag im Werkstattwagen mitführt, schont Rücken und Ladefläche.
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Größere Nennweiten: Ab DN 250 wird der Gewichtsvorteil gegenüber Stahl deutlich.
Typische Anwendungen
- Schutz offener Rohrenden auf Baustellen — gegen Schmutz, Steine, Tiere, Bauwasser
- Verschluss von Toleitungen und Bypass-Strängen während Wartung oder Umbau
- Druckloser Vorverschluss bei Spülarbeiten und Reinigungsdurchgängen
- Niederdruck-Dichtheitsprüfungen in der Abwasser- und Kanaltechnik (im Rahmen von DIN EN 1610 und DIN 1986-30 in der jeweils gültigen Fassung)
- Verschluss von Heizungs- und Industrierohrleitungen im drucklosen Zustand
- Bauwasserhaltung und Hausanschlussabdichtung im Tiefbau
Der Verschluss ist nicht für Trinkwasser-Druckprüfungen nach DVGW W 400-2 zugelassen und nicht für den bestimmungsgemäßen Einsatz an Gasleitungen geeignet — dafür gibt es spezialisierte Prüfgeräte und Gas-Absperrblasen.
Gefahr: Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet werden könnten, muss der Verschluss formschlüssig gegen Ausschub gesichert werden — zum Beispiel durch einen Verbau im Graben oder eine Abstützung am Schachtbauwerk. Die Reibung zwischen Dichtring und Rohrwand darf dabei rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden. Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5 nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung. Während Druckaufbau und Druckabbau halten sich keine Personen vor dem Verschluss auf.
Druckaufnahme nach Nennweite
Der maximale Gegendruck sinkt mit zunehmender Nennweite — physikalisch logisch, weil bei größerer Fläche die gleiche Druckkraft eine deutlich größere Last erzeugt. Wer höhere Drücke braucht, greift zu einem Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar.
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DN 40 bis DN 65: max. 2,0 bar Gegendruck
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DN 75: max. 1,3 bar
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DN 85: max. 1,0 bar
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DN 100 bis DN 300: max. 0,4 bis 0,6 bar
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DN 325 bis DN 500: max. 0,3 bar
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DN 525 bis DN 900: max. 0,2 bar
Achtung: Die Druckprüfung Verfahren W nach DIN EN 1610 arbeitet mit bis zu 500 mbar (0,5 bar) Wasserdruck am Rohrscheitel. Ab DN 100 erreicht oder überschreitet das den maximalen Gegendruck dieses Verschlusses. Für Druckprüfungen in größeren Nennweiten sind Absperrblasen oder Hochdruck-Verschlüsse die richtige Wahl.
Für höhere Standfestigkeit gegen Verrutschen im Rohr — nicht für höheren Druck — empfiehlt sich die Aluminium-Variante mit zwei Dichtringen für 40–430 mm. Der zweite Dichtring verbessert den Halt im Rohr, ersetzt aber keine formschlüssige Sicherung.
Technische Daten
29 Nennweiten von DN 40 bis DN 900. Die Tabelle entspricht den Hersteller-Angaben.
| DN |
Zoll |
Spannbereich |
Durchgang |
Max. Gegendruck |
Gewicht |
| 40 |
1 1/2" |
38–50 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,17 kg |
| 50 |
2" |
49–62 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,22 kg |
| 65 |
2 1/2" |
62–77 mm |
1/2" |
2,0 bar |
0,27 kg |
| 75 |
3" |
73–89 mm |
1/2" |
1,3 bar |
0,31 kg |
| 85 |
3 1/2" |
84–103 mm |
1/2" |
1,0 bar |
0,36 kg |
| 100 |
4" |
94–110 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,36 kg |
| 114 |
4 1/2" |
112–130 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,47 kg |
| 125 |
5" |
125–142 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,72 kg |
| 150 |
6" |
146–168 mm |
1/2" |
0,6 bar |
0,68 kg |
| 175 |
7" |
175–200 mm |
1" |
0,4 bar |
1,22 kg |
| 200 |
8" |
193–220 mm |
1" |
0,4 bar |
1,61 kg |
| 225 |
9" |
220–240 mm |
1" |
0,4 bar |
2,06 kg |
| 250 |
10" |
245–270 mm |
1" |
0,4 bar |
2,52 kg |
| 275 |
11" |
274–328 mm |
1" |
0,4 bar |
3,45 kg |
| 300 |
12" |
295–325 mm |
1" |
0,4 bar |
2,77 kg |
| 325 |
13" |
325–360 mm |
1" |
0,3 bar |
4,75 kg |
| 350 |
14" |
350–385 mm |
1" |
0,3 bar |
5,19 kg |
| 375 |
15" |
370–410 mm |
1" |
0,3 bar |
4,37 kg |
| 400 |
16" |
390–435 mm |
1" |
0,3 bar |
5,90 kg |
| 450 |
18" |
445–495 mm |
2" |
0,3 bar |
8,75 kg |
| 500 |
20" |
495–550 mm |
2" |
0,3 bar |
11,6 kg |
| 525 |
21" |
515–550 mm |
2" |
0,2 bar |
12,6 kg |
| 600 |
24" |
590–630 mm |
2" |
0,2 bar |
15,85 kg |
| 675 |
27" |
660–680 mm |
2" |
0,2 bar |
26,00 kg |
| 700 |
28" |
685–710 mm |
2" |
0,2 bar |
27,00 kg |
| 750 |
30" |
738–760 mm |
2" |
0,2 bar |
28,00 kg |
| 800 |
32" |
790–815 mm |
2" |
0,2 bar |
30,00 kg |
| 825 |
33" |
812–835 mm |
2" |
0,2 bar |
32,00 kg |
| 900 |
36" |
890–910 mm |
2" |
0,2 bar |
36,00 kg |
Werkstoff Scheiben: Aluminium. Werkstoff Dichtring: Naturkautschuk (NR). Beständigkeit: nutz- und abwasserbeständig.
Hinweis: Temperatureinsatzgrenzen sind im Hersteller-Datenblatt zu diesem Artikel nicht ausgewiesen. NR-Naturkautschuk ist branchentypisch für ca. –20 °C bis +70 °C geeignet — für Einsätze außerhalb dieses Bereichs vor Bestellung Rücksprache an
info@ab-industrie.de.
Einbau und Bedienung
Vor dem Setzen wird die Rohrinnenwand auf scharfe Kanten, Grate, Schmutz und Eis geprüft — alles, was den Dichtring beschädigen oder die Abdichtung beeinträchtigen könnte. Die richtige Größe ist die, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Wer den Verschluss am oberen Ende des Spannbereichs einsetzt, muss kräftiger anziehen — und stresst den Dichtring früher.
Der Verschluss wird in das offene Rohrende eingeführt, mittig ausgerichtet und über die Flügelmutter handfest angezogen. Letzte Spannumdrehungen mit Maulschlüssel sind üblich — das Drehmoment richtet sich nach Nennweite und Anwendung. Wenn ein Prüfanschluss genutzt werden soll, wird der Blinddeckel anschließend abgeschraubt und das Anschlussstück eingedreht.
Vor dem Lösen: erst entspannen
Vor dem Entfernen des Verschlusses wird der Sperrdruck vollständig abgebaut. Das gilt auch dann, wenn nach Einschätzung kein Restdruck anliegt — sichtbarer Druckabbau über ein Manometer oder einen offenen Ablass ist die einfachste Versicherung.
Sichtprüfung vor jedem Einsatz
Nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung ist der Verschluss vor jedem Einsatz auf sichtbare Schäden, poröse Stellen am Dichtring, Korrosion an den Tellern und intakte Gewindestange/Flügelmutter zu prüfen. Wiederkehrende Prüfungen erfolgen nach betrieblicher Festlegung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Aluminium oder Stahl — was ist der Unterschied?
Beide Varianten sind funktionsgleich. Der Unterschied liegt in Gewicht und Preis.
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Aluminium: leichter, vor allem bei DN 250 und größer. Etwas teurer in der Anschaffung. Empfehlung bei häufigem Einsatz, mobiler Arbeit, beengtem Platz.
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Stahl: robuster, günstiger, schwerer. Empfehlung bei stationären Anwendungen oder wenn das Gewicht keine Rolle spielt — die Stahl-Variante mit einem Dichtring ist die Standardlösung im Rohrleitungsbau.
Im drucklosen Einsatz und bei normalen Spülmedien (Wasser, Abwasser) verhalten sich beide Varianten praktisch gleich. Aluminium ist in feuchter Umgebung selbstpassivierend; verzinkter Stahl ist über die Zinkschicht geschützt. Bei aggressiven Medien (Salzlösungen, Säuren, organische Lösungsmittel) liefert keine Variante eine Pauschalfreigabe — vor solchen Einsätzen klären, ob eine NBR- oder Silikon-Dichtung sinnvoller ist.
Passendes Zubehör und Alternativen
Für höhere Drücke gibt es den Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar für Ø 193–610 mm, für pneumatisches Verschließen größerer Querschnitte den pneumatischen Rohrendverschluss für 190–710 mm. Für Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 sind Rohrabsperr- und Prüfblasen die übliche Ergänzung.
Alle Rohrverschlüsse im Überblick
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Rohrverschluss mit einem und zwei Dichtringen?
Der zweite Dichtring verbessert die Standfestigkeit im Rohr — also den Halt gegen Verrutschen. Er erhöht nicht den maximalen Gegendruck. Wer den Verschluss bei höherem Druck oder unter Vibration einsetzt, ist mit der Zwei-Dichtring-Variante besser bedient. Für reinen drucklosen Verschluss reicht ein Dichtring.
Wofür ist der Durchgang in der Mitte des Verschlusses gut?
Der Durchgang ist mit einem aufgeschraubten Blinddeckel verschlossen. Wird der Blinddeckel abgenommen, lässt sich der Anschluss nutzen — zum Beispiel für ein Manometer bei der Dichtheitsprüfung, für einen Druckluft- oder Wasseranschluss zum Spülen, oder zum Befüllen einer abgesperrten Leitung. Je nach Nennweite ist der Durchgang 1/2", 1" oder 2".
Wie wähle ich die richtige Größe?
Maßgeblich ist der Innendurchmesser des Rohrs, in dem der Verschluss sitzen soll. Ideal ist die Nennweite, bei der der Rohrinnendurchmesser im mittleren Drittel des angegebenen Spannbereichs liegt. Beispiel: Bei einem 200-mm-Innendurchmesser passt DN 200 (193–220 mm) besser als DN 175 (175–200 mm), weil 200 mm dort am oberen Ende des Spannbereichs liegt.
Hält der Verschluss Trinkwasser-Druckprüfungen aus?
Nein. Trinkwasser-Druckprüfungen werden nach DVGW W 400-2 in der jeweils gültigen Fassung mit dafür zugelassenen Geräten durchgeführt. Der mechanische Rohrverschluss aus Aluminium ist für drucklose Anwendungen und Niederdruck-Prüfungen außerhalb der Trinkwasser-Druckprüfung gedacht.
Darf ich den Verschluss an Gasleitungen einsetzen?
Nicht bestimmungsgemäß. Für Gasleitungen sind spezielle Gas-Absperrgeräte und -blasen nach DGUV Regel 100-500 Kapitel 2.31 vorgeschrieben. Der mechanische Aluminium-Rohrverschluss ist für Wasser, Abwasser und vergleichbare Medien im drucklosen Einsatz konzipiert.
Was bedeutet „formschlüssige Sicherung" und wann brauche ich sie?
Sobald hinter dem Verschluss Druck ansteht und Personen durch ein unkontrolliertes Verschieben gefährdet sein könnten, schreibt die DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung eine formschlüssige Ausschubsicherung vor — typischerweise ein Verbau im Graben, eine Abstützung am Schachtbauwerk oder eine vergleichbare mechanische Sicherung. Auslegung mit Sicherheitsfaktor 1,5; Reibung darf rechnerisch nicht angesetzt werden.
Wie pflege ich den Verschluss?
Nach dem Einsatz wird der Verschluss mit klarem Wasser abgespült und trocken gelagert. Der Dichtring sollte nicht dauerhaft im verspannten Zustand gelagert werden. Bei sichtbaren Rissen, porösen Stellen oder bleibender Verformung des Dichtrings wird der Ring ersetzt — Dichtringe sind als Verschleißteil zu behandeln.
Liefern Sie ins Ausland?
Versand in alle EU-Länder, in die Schweiz und nach Norwegen. Andere Länder auf Anfrage.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de.
Überarbeitet: 05/2026