Großrohr-Klasse mit V-Auflage – für Rohre DN 200 bis 900
Im Rohrleitungs- und Anlagenbau, im Pipelinebau, in der Fernwärme-Verlegung und im Industriebau gibt es einen Punkt, an dem die normalen Rollenböcke der DN-650-Klasse an ihre Grenze kommen: Bei Großrohren ab DN 700, mit ihren großen Außendurchmessern und der entsprechenden Masse, braucht es eine andere Bauform. Eine breitere Walze, eine andere Auflagegeometrie und ein Rahmen, der mit der Größe des Rohres mitgeht. Der Rollenbock bis DN 900 mit 1.000 kg Tragkraft ist genau dafür konstruiert: Rollenneigung 28° für eine V-förmige Auflage, eine 300-mm-Walze mit 60,3 mm Durchmesser und eine Aufstellfläche, die bei einem Großrohr noch standsicher ist.
Die Bezeichnung „bis DN 900" verdeckt allerdings den eigentlichen Einsatzbereich: Diese Rohrtransportrolle trägt Rohre von DN 200 bis DN 900. Wer zwischen mehreren Großbaustellen pendelt und mit unterschiedlichen Rohrgrößen arbeitet, kann mit dieser Variante praktisch das gesamte mittlere und obere Rohrleitungs-Spektrum abdecken – ohne für jede Klasse eine eigene Rolle anschaffen zu müssen.
Hinweis: Die Rohrtransportrolle ist zum Verschieben von Rohren in Längsrichtung und zum Ziehen von Rohrsträngen gebaut. Ein Drehen des Rohres um die eigene Achse – etwa für umlaufende Rundnähte – ist mit dieser Bauform nicht vorgesehen. Wer ein Rohr drehen muss, braucht einen Schweißrollenbock; das ist eine andere Geräteklasse.
Rollenneigung 28° – die V-Auflage
Was die V-Auflage technisch macht
Bei einer geraden Walze – wie bei der DN-650-Klasse – liegt das Rohr auf einer geraden Linie auf. Das funktioniert bei mittleren Rohrgrößen einwandfrei. Bei Großrohren ab DN 700 wird die Auflage allerdings instabil: Das Rohr kann seitlich abrollen, besonders auf unebenem Untergrund oder beim Verschieben mit punktuellem Schub. Hier setzt die V-Auflage an: Zwei Walzenflächen sind in 28° zueinander geneigt, das Rohr liegt in einer V-förmigen Mulde. Das Rohr zentriert sich von selbst, kann nicht seitlich wegrollen und bleibt auch unter Schub in der Linie.
Praktischer Effekt auf der Baustelle
Beim Strangverlegen eines Großrohres ist das ein erheblicher Sicherheits- und Handhabungsgewinn. Wo bei einer geraden Walze ständig kontrolliert werden muss, ob das Rohr noch zentriert liegt, hält die V-Auflage das Rohr von selbst in Position. Auch beim Strangziehen über eine längere Trasse – HDD-Verlegung, Vormontage am Schweißplatz – sorgt die V-Auflage für eine ruhige, gerichtete Führung des Stranges.
Tipp – auch für DN 200 nutzbar: Die V-Auflage funktioniert dank der 28°-Neigung auch bei deutlich kleineren Rohren als 900 mm. Das Rohr liegt einfach tiefer in der V-Mulde – die Zentrierung bleibt erhalten. Das ist der Grund, warum diese Transportrolle für Rohre den gesamten Bereich von DN 200 bis DN 900 abdeckt: Wer eine flexible Rolle für wechselnde Rohrgrößen sucht, ist hier richtig.
Verarbeitung im Detail
Walze 300 mm × Ø 60,3 mm
Die Walze ist 300 mm lang und hat einen Durchmesser von 60,3 mm – das ist deutlich mehr als die 180-mm-Walze der DN-650-Klasse. Der größere Durchmesser verteilt das Rohrgewicht über eine größere Auflagefläche und reduziert den punktuellen Druck auf die Rohrwand. Die zusätzliche Walzenlänge ist nötig, weil ein DN-900-Rohr mehr Auflage braucht, damit es stabil liegt – und damit der V-Winkel sauber greift, ohne das Rohr zu klemmen.
Kugellager, staub- und schmutzgeschützt
Die Walze läuft auf staub- und schmutzgeschützten Kugellagern – die Voraussetzung dafür, dass auch ein 900-mm-Rohr mit mehreren hundert Kilo Eigengewicht ohne Verkanten verschoben werden kann. Auf der Baustelle bedeutet das: Auch nach Wochen im Pritschenwagen oder im Graben dreht das Lager noch leicht.
Verzinkter Stahlrahmen
Der Rahmen ist aus Stahl gebaut und feuerverzinkt. Aufstellfläche ca. 900 × 400 mm, Höhe ca. 300 mm – die Maße sind auf Großrohre abgestimmt: ein Bock, der nicht zu klein ist und nicht kippelt, wenn ein DN-900-Rohr aufgelegt wird. Die Verzinkung hält im Erdkontakt, bei Regen und im Matsch.
Eigengewicht 22 kg
Mit ca. 22 kg Eigengewicht ist diese Variante deutlich schwerer als die DN-650-Klasse (14 kg). Das ist die Konsequenz der größeren Bauform: mehr Stahl im Rahmen, eine breitere und dickere Walze, ein größer dimensionierter Aufbau insgesamt.
Achtung – Handhabung: 22 kg sind handhabbar, aber kein Solo-Gewicht für längere Transportwege. Wer mehrere Rollenböcke vom Pritschenwagen auf die Trasse verteilt, sollte zu zweit arbeiten oder eine Sackkarre einsetzen. Das schont den Rücken und beschleunigt das Aufstellen über lange Strangverlegungen.
Drei Anwendungen, ein Bock
Pipelinebau und Fernwärmeleitungs-Bau
Großrohre für Gas-, Öl- und Fernwärmeleitungen liegen typischerweise im DN-700- bis DN-900-Bereich. Diese Transportrolle für Rohre ist die Standard-Wahl für die Vormontage, das Verschieben an die Schweißmaschine und das Ausrichten vor dem Einlassen in den Graben. Die V-Auflage hält das Rohr auch beim Verschieben in Position – wichtig, weil ein verkantetes Großrohr nicht so einfach wieder ausgerichtet ist wie ein DN-200-Rohr.
HDD-Strangverlegung mit Großrohr
Beim Spülbohrverfahren wird der vorgeschweißte Strang in einer Reihe auf den Rohrtransportrollen gelagert und in das Bohrloch eingezogen. Bei Großrohrsträngen sind die punktuellen Lasten an jeder Transportrolle für Rohre hoch – die V-Auflage hält die Strangführung gerichtet, die 1.000 kg Tragkraft pro Bock decken die Last bei vernünftigem Achsabstand ab.
Vormontage von industriellen Rohrleitungen
In der Anlagenmontage – Chemie, Energie, Großgewerbe – werden Industrierohre auf der Baustelle ausgerichtet, geschweißt und in die Anlage gehoben. Bei Rohrdurchmessern bis 900 mm ist diese Großrohr-Transportrolle die richtige Wahl: groß genug für DN 800 und DN 900, gleichzeitig flexibel für die kleineren Anschluss-Rohre, die zwischen den Hauptleitungen verlegt werden.
Tipp: Bei einer Strangverlegung sollten die Rollenböcke im Abstand von 6 bis 10 m stehen. Bei Großrohren tendenziell näher (6 m), bei mittleren Rohren weiter (8 bis 10 m). Wichtig: Bei dickwandigen oder wassergefüllten Großrohren immer die Tragkraft je Bock von 1.000 kg im Auge behalten – im Zweifel kürzer takten oder zu einer Kombination mit der DN-1500-Schwerlast-Variante übergehen.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Geeignet für Rohr-Außendurchmesser |
DN 200 bis DN 900 |
| Tragkraft |
1.000 kg |
| Walze – Länge |
300 mm |
| Walze – Durchmesser |
60,3 mm |
| Rollenneigung |
28° (V-Auflage) |
| Lagerung |
Kugellager, staub- und schmutzgeschützt |
| Maße (L × B × H) |
ca. 900 × 400 × 300 mm |
| Eigengewicht |
ca. 22 kg |
| Rahmen |
Stahl, feuerverzinkt |
| Bewegungsrichtung |
Längsverschieben, Strangziehen (kein Drehen um die Rohrachse) |
| Einsatzschwerpunkt |
Pipelinebau, Fernwärme, HDD-Großrohrverlegung |
Typische Einsatzbereiche
- Pipelinebau mit Stahl- und PE-Großrohren bis DN 900
- Fernwärmeleitungs-Bau mit Vorgehäuse-Rohren bis 900 mm
- HDD-Strangverlegung mit Großrohren bis DN 900
- Vormontage industrieller Rohrleitungen mit wechselnden Rohrgrößen DN 200 bis 900
- Verschieben und Ausrichten von Großrohren am Schweißplatz
- Lagerung von Großrohren auf der Baustelle und im Bauhof auf Transportrollen für Rohre
Im Vergleich: die Schwerlast-Reihe
Für den Schwerlast-Bereich gibt es im Sortiment drei Klassen, von DN 650 bis DN 1500 – mit unterschiedlicher Tragkraft, unterschiedlichem Walzen-Durchmesser und unterschiedlicher Auflage-Geometrie. Die Wahl hängt vom Rohrdurchmesser, vom Rohr-Gewicht und vom Einsatzfeld ab.
| Eigenschaft |
DN 650
1.000 kg
|
DN 900
1.000 kg (aktuell)
|
DN 1500
2.000 kg
|
| Rohrbereich |
bis DN 650 |
DN 200–900 |
DN 400–1500 |
| Tragkraft |
1.000 kg |
1.000 kg |
2.000 kg |
| Eigengewicht |
ca. 14 kg |
ca. 22 kg |
ca. 90 kg |
| Walze (Länge × Ø) |
180 × Ø 50 mm |
300 × Ø 60,3 mm |
200 × Ø 108 mm |
| Auflage-Geometrie |
V-Auflage |
V-Auflage 28° |
2 Walzen, verstellbar |
| Maße (L × B × H) |
400 × 520 × 240 mm |
900 × 400 × 300 mm |
1.000 × 1.700 × 350 mm |
| Mittlere PE-/Stahlrohre bis DN 650 |
✓ |
möglich |
überdimensioniert |
| Großrohre DN 700–900 |
nicht geeignet |
✓ |
✓ |
| Schwerlast-Großrohre > DN 900 |
nicht geeignet |
nicht geeignet |
✓ |
| Selbstzentrierung des Rohres |
ja |
✓ |
ja |
| Solo-Handhabung |
✓ |
möglich |
zu zweit / Hebewerkzeug |
| Mehr erfahren |
Zur Variante → |
aktuelles Modell |
Zur Variante → |
Tipp – die richtige Wahl: Wer ausschließlich mit Rohren bis DN 650 arbeitet, ist mit der
DN-650-Variante besser bedient – kompakter, leichter, günstiger. Wer Großrohre bis DN 900 bewegt oder einen Bock für wechselnde Rohrgrößen sucht, ist hier richtig. Wer dickwandige Großrohre über DN 900 oder Lasten über 1.000 kg pro Bock hat, braucht die
DN-1500-Schwerlast-Variante mit 2.000 kg Tragkraft.
Alle Rollenböcke im Überblick
Häufige Fragen
Welche Rohrgrößen passen tatsächlich auf den Rollenbock?
Die Bezeichnung „bis DN 900" bezieht sich auf das obere Ende. Tatsächlich trägt der Bock dank der V-Auflage Rohre von DN 200 bis DN 900. Kleinere Rohre liegen tiefer in der V-Mulde, größere höher – die Zentrierung funktioniert über das gesamte Spektrum.
Was bedeutet die Rollenneigung von 28°?
Die Walze besteht aus zwei Walzenflächen, die in 28° zueinander geneigt sind und damit eine V-förmige Auflage bilden. Das Rohr liegt nicht auf einer geraden Linie, sondern in einer Mulde – es zentriert sich von selbst und kann nicht seitlich abrollen. Bei Großrohren ist das ein erheblicher Sicherheits- und Handhabungsgewinn gegenüber einer geraden Walze.
Kann ich das Rohr auf dem Rollenbock um die eigene Achse drehen?
Nein. Der Rollenbock ist zum Verschieben in Längsrichtung gebaut und zum Ziehen von Strängen, nicht zum Rotieren des Rohres um die eigene Achse. Wer für umlaufende Rundnähte das Rohr drehen möchte, braucht eine Drehvorrichtung beziehungsweise einen Schweißrollenbock – das ist eine andere Geräteklasse.
Wann brauche ich die DN-900-Variante, wann reicht die DN-650-Klasse?
Bei Rohren ab DN 700, bei Pipelinebau und Fernwärmeleitungs-Bau mit Großrohren bis DN 900, und überall dort, wo eine V-förmige Auflage das Rohr selbst zentrieren soll: DN-900-Variante. Bei Rohren bis DN 650, mittleren PE-Rohren und Standard-Rohrleitungsbau reicht die kompaktere und günstigere DN-650-Klasse.
Wann brauche ich stattdessen die DN-1500-Schwerlast-Variante?
Wenn Rohrdurchmesser über 900 mm im Spiel sind oder wenn die Last je Bock über 1.000 kg liegt – etwa bei wassergefüllten Großrohren beim Druckprüfen oder bei dickwandigen Stahl-Großrohren. Die DN-1500-Variante trägt 2.000 kg pro Bock und deckt Rohrgrößen bis DN 1500 ab.
Eignet sich die DN-900-Variante auch für beschichtete Rohre?
Bedingt. Die Walze ist aus Stahl und kann bei dauerhaftem Kontakt empfindliche Beschichtungen markieren. Für PE-, PP- oder FBE-beschichtete Rohre empfehlen wir die DN-650-Variante mit Polyurethan-Walze, sofern die Rohrgröße passt. Eine PU-Variante in der DN-900-Klasse ist im Sortiment derzeit nicht vorgesehen.
Wie viele Rollenböcke brauche ich für eine 200 m lange Großrohr-Trasse?
Bei einem Achsabstand von 6 bis 10 m sind 20 bis 35 Böcke realistisch. Bei dickwandigen oder wassergefüllten Großrohren tendenziell näher (6 m, also 33+ Böcke), bei dünnwandigen PE-Großrohren weiter (8 bis 10 m, also 20 bis 25 Böcke). Wichtig: Bei Großrohren immer die Tragkraft je Bock von 1.000 kg im Auge behalten – im Zweifel kürzer takten.
Lässt sich der Rollenbock alleine handhaben?
Mit ca. 22 kg Eigengewicht ist der Bock einzeln handhabbar, aber kein Solo-Gewicht für längere Transportwege. Wer mehrere Böcke vom Pritschenwagen auf die Trasse verteilt, sollte zu zweit arbeiten oder eine Sackkarre einsetzen. Auf der Baustelle, einmal aufgestellt, ist das Versetzen einzelner Böcke kein Problem.
Liefern Sie ins Ausland?
Lieferung innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Lieferungen in andere EU-/EWR-Staaten sind auf Anfrage möglich; bitte sprechen Sie uns an.
Hinweis: Bei größeren Mengen für Pipelinebau-Projekte oder kombinierten Bestellungen mit anderen
Rollenböcken aus dem Sortiment können wir individuelle Konditionen anbieten. Sprechen Sie uns an – Frank Abraham, Telefon +49 341 91 87 77 38.