Die V-Form, die das Rohr von selbst in der Achse hält
Wer ein PE-Rohr DA 315 verschiebt oder einen Strang in die Bohrung zieht, kennt das Problem der geraden Walze: Das Rohr will rollen. Solange es liegt, ist alles gut – sobald aber Kraft seitlich einwirkt oder der Bock nicht exakt ausgerichtet ist, gleitet das Rohr seitlich weg. Genau dafür ist der Rollenbock bis DA 315 in V-Form gebaut. Zwei gegeneinander geneigte Rollen bilden ein V, in das sich das Rohr selbst zentriert. Es kann nicht mehr seitlich abrollen, sondern bleibt punktgenau dort, wo es gebraucht wird.
Wie die gerade Walze ist auch die V-Form ein Werkzeug zum Verschieben in Längsrichtung und zum Ziehen von Strängen. Der Unterschied liegt nicht in der Aufgabe, sondern in der Auflage – die V-Form führt das Rohr selbstzentrierend, die gerade Walze trägt es breit und schnell. Mit 200 kg Tragkraft und einem Eigengewicht von nur 3 kg ist die V-Variante zugleich der leichteste Bock im DA-315-Bereich.
Hinweis: Der V-Bock ist zum Verschieben von Rohren in Längsrichtung und zum Ziehen von Rohrsträngen gebaut. Ein Drehen des Rohres um die eigene Achse – etwa für umlaufende Rundnähte – ist mit dieser Bauform nicht vorgesehen. Wer ein Rohr drehen muss, braucht einen Schweißrollenbock; das ist eine andere Geräteklasse.
Selbstzentrierung – warum die V-Form?
Das Rohr bleibt, wo es liegt
Die zwei gegeneinander geneigten Rollen bilden ein V mit einem Neigungswinkel von rund 28°. Das Rohr fällt zwischen die Rollen, findet seinen Schwerpunkt und bleibt dort. Bei einer geraden Walze muss das Rohr gegen seitliches Wegrollen gesichert werden – durch saubere Ausrichtung des Bocks oder durch zusätzliches Festhalten. Die V-Form übernimmt diese Sicherung selbst.
Stabil an der Schweißmaschine
An der Heizelement-Stumpfschweißmaschine liegt das Rohr während des Schweißzyklus mehrere Minuten in einer Position – Anwärmen, Umstellen, Fügen, Abkühlen. Auf der V-Form bleibt es seitenstabil, ohne dass der Schweißer das Rohr zwischendurch kontrollieren muss. Auf einer geraden Walze würde es bei jedem leichten seitlichen Druck wegrollen – etwa wenn der Schweißer das Schälgerät ansetzt oder den Spannrahmen löst.
Kunststoffrollen schonen die Rohrwand
Die V-Variante ist mit Kunststoffrollen ausgestattet – das ist bewusst so gewählt. Bei der V-förmigen Auflage liegt das Rohr nur an zwei Punkten, der Linien-Druck ist höher als bei einer breiten geraden Walze. Stahl auf Stahl würde Druckstellen hinterlassen, besonders beim langen Stehen an der Schweißmaschine. Kunststoff verteilt den Druck weicher und schont die Rohrwand auch dann, wenn das Rohr stundenlang aufliegt.
Hinweis: Bei beschichteten Stahlrohren mit PE-, PP- oder FBE-Außenmantel ist die Kunststoffrolle ein klarer Vorteil gegenüber Stahlwalzen. Die empfindliche Außenhaut wird nicht markiert, der Korrosionsschutz bleibt intakt – auch dort, wo das Rohr während des Schweißens länger auf dem Bock liegt.
Drei Anwendungen, ein Bock
Schwerpunkt: Auflagern an der Schweißmaschine
Die V-Variante steht typischerweise vor und hinter der Heizelement-Stumpfschweißmaschine. Das Rohr wird in den Bock gelegt, zentriert sich selbst und bleibt während des gesamten Schweißzyklus in Linie. Der Schweißer hat die Hände frei für Schälgerät und Spannrahmen. Auch beim Muffenschweißen dient sie als Auflage, wenn das Rohr exakt in der Achse stehen muss.
Tipp: Das Standard-Setup an der Schweißmaschine sind zwei V-Böcke – einer vor, einer hinter der Maschine. Bei langen Rohren oder schweren Strängen lohnen sich vier: zwei eng an der Maschine zur Achs-Führung, zwei weiter außen zur Strang-Auflage. So bleibt das Rohr auch beim Umstellen während des Schweißzyklus in Linie.
Verschieben mit Achsstabilität
Beim Verschieben des Rohres in Längsrichtung – etwa vom Stapelplatz zur Schweißstelle oder vom Schweißplatz zum Graben – läuft das Rohr auf der V-Auflage genauso reibungsarm wie auf der geraden Walze. Der Unterschied: Es bleibt dabei in der Spur. Das ist überall dort sinnvoll, wo der Bock nicht hundertprozentig im Lot steht oder wo seitliche Lasten auf den Strang wirken können.
Auch für Kabel und HDD-String
Die V-Form eignet sich grundsätzlich auch für Kabelverlegung und für die Strangverlegung beim Spülbohrverfahren. Für reine Strangtransporte über lange Strecken ist allerdings die gerade Walze die schnellere Lösung – sie hat eine durchgehende, breite Auflage. Die V-Variante ist die Wahl, wenn das Rohr oder Kabel präzise in einer Position bleiben soll.
Verarbeitung im Detail
Verzinkter Rahmen
Der Rahmen ist aus Stahl gebaut und feuerverzinkt. Im Erdkontakt, bei Regen und auf der Baustelle hält die Zinkschicht – nicht eine Lackbeschichtung, die nach drei Monaten durchgescheuert wäre.
Kugellager in den Kunststoffrollen
Auch die Kunststoffrollen laufen auf staub- und schmutzgeschützten Kugellagern. Das ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich – wirkt aber direkt im Lauf: Die Rolle dreht sich leicht, auch nach Wochen im Pritschenwagen, und nimmt keinen Sand auf, der die Bewegung blockieren könnte.
3 kg Eigengewicht – das Leichtgewicht der Serie
Mit 3 kg ist die V-Variante der leichteste Bock im DA-315-Bereich. Sie ist für Anwender gebaut, die viel mit kleineren PE-Rohren arbeiten und den Bock häufig versetzen müssen – Hausanschluss-Trupps, Sanierungs-Teams, Werkstattmontage.
Technische Daten
| Merkmal |
Wert |
| Geeignet für Rohr-Außendurchmesser |
bis DA 315 mm |
| Tragkraft |
200 kg |
| Bauform |
V-Form, zwei gegeneinander geneigte Rollen |
| Walzen-Material |
Kunststoff |
| Lagerung |
Kugellager, staub- und schmutzgeschützt |
| Maße (L × B × H) |
410 × 400 × 140 mm |
| Eigengewicht |
ca. 3,0 kg |
| Rahmen |
Stahl, feuerverzinkt |
| Bewegungsrichtung |
Längsverschieben, Strangziehen (kein Drehen um die Rohrachse) |
| Einsatzschwerpunkt |
Auflagern an der Schweißmaschine, Verschieben mit Achsstabilität |
Typische Einsatzbereiche
- Auflagern von PE-Rohren an Heizelement-Stumpfschweißmaschinen bis DA 315
- Muffenschweißen, wenn das Rohr exakt in der Achse stehen muss
- Vormontage und Ausrichten am Schweißplatz
- Verschieben von Rohren in Längsrichtung mit Achsstabilität
- Strangziehen mit kontrollierter seitlicher Führung
- Hausanschluss-Trupps und Sanierungs-Teams mit häufig wechselnden Einsatzorten
Im Vergleich: V-Form oder gerade Walze?
Beide Varianten des Rollenbocks bis DA 315 sind zum Verschieben von Rohren und zum Ziehen von Strängen gebaut. Sie ergänzen sich, sie sind keine Konkurrenten – die Wahl hängt davon ab, ob das Rohr in der Achse gehalten werden muss oder ob die schnelle Längsbewegung im Vordergrund steht.
| Aufgabe |
V-Form |
Gerade Walze |
| Auflagern an der Schweißmaschine, achsstabil |
✓ |
bedingt |
| Verschieben mit seitlicher Sicherung |
✓ |
möglich |
| Strang über lange Strecke verschieben |
möglich |
✓ |
| HDD-Strangverlegung in Reihe |
bedingt |
✓ |
| Schonung beschichteter Rohre (Kunststoff) |
✓ |
Stahlwalze |
| Eigengewicht / häufiges Versetzen |
3,0 kg |
4,0 kg |
Tipp: Wer regelmäßig schweißt und verlegt, hat üblicherweise beide Varianten im Pritschenwagen. V-Böcke an der Schweißmaschine, gerade Walzen für den Strangtransport. So ist das Werkzeug immer in der passenden Auflage zur Hand.
Alle Rollenböcke im Überblick
Häufige Fragen
Was ist der Vorteil der V-Form gegenüber einer geraden Walze?
Die zwei gegeneinander geneigten Rollen bilden ein V, in das sich das Rohr selbst zentriert. Es kann nicht mehr seitlich abrollen, sondern bleibt in der Achse stehen – das ist beim Auflagern an der Schweißmaschine und beim Verschieben mit seitlichen Lasten entscheidend. Eine gerade Walze trägt das Rohr breiter und schneller, sichert aber nicht gegen seitliches Wegrollen.
Kann ich das Rohr auf dem V-Bock um die eigene Achse drehen?
Nein. Der V-Bock ist zum Verschieben in Längsrichtung gebaut und zum Ziehen von Strängen, nicht zum Rotieren des Rohres um die eigene Achse. Wer für umlaufende Rundnähte das Rohr drehen möchte, braucht eine Drehvorrichtung beziehungsweise einen Schweißrollenbock – das ist eine andere Geräteklasse.
Sind die Kunststoffrollen kugelgelagert?
Ja. Auch die Kunststoffrollen laufen auf staub- und schmutzgeschützten Kugellagern. Das wirkt sich direkt im Lauf aus – die Rolle dreht sich leicht, nimmt keinen Sand auf und braucht keine Wartung.
Warum Kunststoff statt Stahl bei der V-Variante?
In der V-Form liegt das Rohr nur an zwei Punkten auf, der Linien-Druck ist höher als bei einer breiten geraden Walze. Stahl auf Stahl würde Druckstellen hinterlassen, besonders beim langen Stehen an der Schweißmaschine. Kunststoff verteilt den Druck weicher und schont die Rohrwand auch dann, wenn das Rohr stundenlang aufliegt.
Welcher Rohrdurchmesser passt auf den V-Bock?
Die V-Variante ist für Rohre bis DA 315 mm Außendurchmesser ausgelegt. Bei Rohren ab DA 400 lohnt sich der Wechsel auf den Rollenbock bis DN 650 – größere Auflagefläche und 1.000 kg Tragkraft.
Wann nehme ich V-Form, wann gerade Walze?
Beide Varianten werden zum Verschieben und Ziehen genutzt. Die gerade Walze hat ihre Stärke beim Strangtransport über lange Strecken – das Rohr läuft schnell auf der breiten Auflage. Die V-Form wird gewählt, wenn das Rohr in einer Position bleiben soll, ohne dass es seitlich abrollt – etwa beim Auflagern an der Schweißmaschine oder beim Verschieben mit seitlicher Last. Wer beides macht, braucht beides.
Kann ich den V-Bock auch zum Kabelziehen verwenden?
Ja, die V-Form führt Kabel sauber zentriert. Für reine Kabelarbeiten über längere Strecken ist die gerade Walze allerdings die schnellere Lösung – sie hat eine durchgehende, breite Auflage und führt das Material flott. Die V-Variante zeigt ihre Stärke, wenn das Kabel präzise in einer Position bleiben soll.
Sind die Kunststoffrollen hitzebeständig?
Bedingt. Kunststoff verträgt keine direkte Schweißnaht-Hitze. Bei normalem Stumpfschweißbetrieb ist das kein Problem – die Schweißzone liegt über der Maschine, nicht über dem Bock. Wenn aber heiße Rohrabschnitte direkt auf den Rollen abgelegt werden, sollten die Böcke versetzt oder abkühlen gelassen werden.
Wie viele V-Böcke brauche ich an einer Schweißmaschine?
Üblicherweise zwei: einer vor, einer hinter der Maschine. Bei langen Rohren oder schweren Strängen können auch vier sinnvoll sein – zwei eng an der Maschine zur Achs-Führung, zwei weiter außen zur Strang-Auflage.
Eignet sich der V-Bock auch für Stahlrohre?
Ja. Die V-Form funktioniert mit Stahlrohren genauso wie mit PE-Rohren. Bei beschichteten Stahlrohren (PE-, PP- oder FBE-Beschichtung) ist die Kunststoffrolle sogar von Vorteil – sie schont die empfindliche Außenhaut.
Liefern Sie ins Ausland?
Ja. Wir liefern in das gesamte EU-Gebiet sowie in die Schweiz und nach Norwegen. Versandkosten und Lieferzeiten in das jeweilige Zielland erhalten Sie auf Anfrage – am schnellsten geht das telefonisch oder per E-Mail.
Hinweis: Bei größeren Mengen für laufende Projekte oder kombinierten Bestellungen mit anderen
Rollenböcken oder
Stumpfschweißgeräten können wir individuelle Konditionen anbieten. Sprechen Sie uns an – Frank Abraham, Telefon +49 341 91 87 77 38.