Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 – dimensionsvariabel für mehrere Rohrgrößen
Die Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 ist eine dimensionsvariable Glocke für die lokale Vakuum-Blasenprüfung an Rohrumfangsnähten von DN 650 bis DN 1000 (Rohr-Außendurchmesser ca. 660–1016 mm), hergestellt von AB Industrie Service. Wenn Sie auf dieser Seite gelandet sind, suchen Sie wahrscheinlich die passende Glocke für eine Rundnaht-Prüfung an einer Leitung im Bereich DN 650 bis DN 1000 — Stutzenanschluss, Reparaturstelle, T-Stoß oder eine punktuelle Nachprüfung im laufenden Betrieb.
Die Glocke umschließt die Naht ringförmig. Aufsetzen, Naht mit Lecksuchspray benetzen, an die Vakuumpumpe TP 6 (oder größer) anschließen, evakuieren — sichtbare Blasenbildung zeigt die Leckstelle exakt an. Empfindlichkeit der Methode liegt im Bereich 10⁻³ bis 10⁻⁵ mbar·l/s — ausreichend für alle sicherheits- und umweltrelevanten Dichtheitsprüfungen an Rohrleitungen, Behälteranschlüssen und Auffangsystemen.
Aufbau und Material
Sichtglas: flexibel, bruchstabil bei üblichem Gebrauch — direkter Blick auf die Naht während der Prüfung.
Profilgummi-Dichtung: weich eingedichtet, passt sich an Rohrkrümmung und kleinere Oberflächenunebenheiten an.
Anschlussschlauch 1,5 m: bereits konfektioniert im Lieferumfang — kein zusätzliches Schlauchmaterial nötig.
Anschluss NW 7,2: wahlweise als Kupplung oder Stecker — passt zu allen gängigen Vakuumlecksuchgeräten und zu unserer TP-Serie.
Vakuumventil: zum Belüften nach der Prüfung, bevor die Glocke abgenommen wird.
Anschluss-Variante – Kupplung oder Stecker?
Beide Varianten haben den gleichen Nennquerschnitt NW 7,2 und sind miteinander koppelbar. Welche Variante Sie wählen, hängt davon ab, was an Ihrem Vakuumlecksuchgerät bzw. an Ihrem Schlauchsystem verbaut ist:
Kupplung NW 7,2 (Standard): sitzt am Glocken-Schlauch — der Stecker am Pumpenschlauch wird eingerastet. Üblich bei Erstausstattung mit unserer TP-Serie.
Stecker NW 7,2: für den umgekehrten Fall — wenn Ihr vorhandener Pumpenschlauch bereits eine Kupplung am Ende trägt.
Im Zweifel passt die Kupplungs-Variante. Wenn Sie die Glocke an ein anderes Lecksuchgerät anschließen wollen, prüfen Sie vorher das dort verbaute Anschluss-System.
Achtung: Die Glocke deckt den Nennweitenbereich DN 650 bis DN 1000 ab (Rohr-Außendurchmesser ca. 660–1016 mm). Liegt Ihr Rohr-Außendurchmesser außerhalb dieses Bereichs, dichtet die Glocke nicht zuverlässig ab — wählen Sie dann die nächstpassende Größe aus der Sortimentsübersicht weiter unten.
Anwendung – kurzer Ablauf
Naht reinigen — Schweißschlacke, Spritzer, Fett, Öl entfernen.
Lecksuchspray gleichmäßig auf den Prüfbereich aufbringen.
Glocke auf die Naht aufsetzen, leicht andrücken.
Schlauch an das Vakuumlecksuchgerät anschließen, evakuieren bis zum Sollunterdruck (typisch -200 bis -500 mbar je nach Regelwerk).
Durch das Sichtglas auf Blasenbildung beobachten — Haltezeit nach Regelwerk: mind. 10 s nach DVS 2225-2, mind. 30 s nach DVGW G 469 (A) Verfahren E3.
Belüftungsventil öffnen, Glocke abnehmen, ggf. umsetzen mit Überlappung (mind. 50 mm nach ASME V Mandatory Appendix II, mind. 100 mm nach DVS 2225-2).
Typische Einsatzbereiche
Rohrumfangsnähte an Edelstahl- und Stahlrohren DN 650 bis DN 1000
Stutzenanschlüsse und Übergänge an Behältern
Reparaturstellen und punktuelle Nachprüfungen
Fernwärme-Leitungs-Schweißnähte (DVGW G 469 (A) Verfahren E3)
Auffangwannen und Sekundärabdichtungen nach WHG / AwSV
T-Stöße und Eckverbindungen an Kunststoffdichtungsbahnen (DVS 2225-2)
Hinweis: Aus der Praxis raten wir vom optionalen
Vakuummeter direkt an der Glocke ab. Der Unterdruck wird ohnehin am Manometer der Pumpe angezeigt — das reicht für die Blasenprüfung. Ein zusätzliches Anbauteil bedeutet ein zusätzliches Bauteil, das beschädigt werden oder undicht werden kann. Wer das Manometer trotzdem direkt am Prüfort braucht, kann es bestellen — es ist nur in Verbindung mit der Glocke lieferbar und wird fest montiert.
Tipp – Sichtglas und Frost: Anders als bei einer eindimensionalen Glocke wird das Sichtglas hier beim Aufsetzen elastisch an den Rohrumfang gebogen — das Polycarbonat (Markenname Makrolon) steht im Betrieb also unter mechanischer Vorspannung . Bei Raumtemperatur ist Polycarbonat sehr schlagzäh und bruchstabil, der Werkstoff wird aber unterhalb von ca. 0 °C zunehmend spröde — und unter Vorspannung steigt das Bruchrisiko an einer beanspruchten Kante zusätzlich. Für die Praxis: Bei Frost-Einsätzen die Glocke vor dem Aufsetzen im Werkzeugkoffer oder Fahrzeug warm halten , sanft und gleichmäßig biegen, nicht zwingen. Bei Minusgraden auf eine andere Naht-Prüfmethode ausweichen oder den Prüfbereich vorwärmen.
Gefahr: Tätigkeiten an unter Druck stehenden Anlagen und Komponenten dürfen nur durch befähigte Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden. Vor Gebrauch sind Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Prüfpflichten im Einzelfall maßgeblich.
Lieferumfang
Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 mit Sichtglas und Profilgummi-Dichtung
Vakuumventil zum Belüften nach der Prüfung
Anschlussschlauch 1,5 m, vormontiert
Schnellkupplung oder -stecker NW 7,2 (Variante bei Bestellung wählbar)
Nicht im Lieferumfang: Vakuumlecksuchgerät und Lecksuchspray. Die Glocke wird zusammen mit dem TP 6 oder einer vergleichbaren Vakuumpumpe und einem Lecksuchspray nach DIN EN 14291 betrieben.
Passende Glocke im Sortiment
Suchen Sie eine andere Glockengröße oder Naht-Geometrie, finden Sie das passende Modell im Sortiment. Drei Bauformen — eindimensionale Rundnaht-Glocken (für eine konkrete Nennweite), dimensionsvariable Rundnaht-Glocken (für einen Bereich) und Sonderformen für Stumpf-, Kehl-, Eck- und Überlappnähte sowie zylindrische Bauteile.
Eindimensionale Rundnaht-Glocken
Dimensionsvariable Rundnaht-Glocken
Sonderformen – andere Naht-Geometrien
Für Sonderanfertigungen (Bahn, Schiffbau, Sonderformen) schreiben Sie uns kurz an info@ab-industrie.de mit Angabe von Rohr-Außendurchmesser, Naht-Geometrie und gewünschtem Anschluss.
Technische Daten
Merkmal
Wert
Nennweite
DN 650 – DN 1000 (dimensionsvariabel)
Eignung
Rundnähte an Rohren DN 650 bis DN 1000 (Außendurchmesser ca. 660–1016 mm)
Sichtglas
flexibel, bruchstabil bei üblichem Gebrauch
Dichtung
weicher Profilgummi
Anschluss
Kupplung oder Stecker NW 7,2 (Variante bei Bestellung)
Anschlussschlauch
1,5 m, vormontiert
Vakuumventil
integriert, zum Belüften nach der Prüfung
Herstellung
Eigenproduktion AB Industrie Service
Empfohlenes Zubehör
Vakuumlecksuchgerät TP 6, Lecksuchspray nach DIN EN 14291
Häufige Fragen
Für welchen Nennweitenbereich ist die Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 geeignet?
Die Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 ist als dimensionsvariable Glocke für Rohre mit Nennweite DN 650 bis DN 1000 ausgelegt — der Rohr-Außendurchmesser liegt dabei je nach Norm und Wandstärke bei etwa 660 bis 1016 mm. Innerhalb dieses Bereichs passt die Glocke ohne Werkzeug an die jeweilige Größe. Liegt Ihr Außendurchmesser außerhalb, wählen Sie die nächstpassende Glocke aus der Sortimentsübersicht.
Welches Vakuumlecksuchgerät passt zur Glocke?
Die Vakuumglocke Rundnaht DN 650 – DN 1000 passt zu allen Vakuumlecksuchgeräten mit Schnellkupplung NW 7,2. Aus unserem Sortiment ist das Standard-Gerät das Vakuumlecksuchgerät TP 6 — ölfrei, 6 m³/h Förderleistung, -850 mbar Endvakuum. Förderleistung und Endvakuum reichen für die Glocke deutlich aus.
Soll ich die Variante mit Kupplung oder mit Stecker bestellen?
Im Zweifel die Kupplungs-Variante. Sie ist Standard bei Erstausstattung mit unserer TP-Serie — der Stecker am Pumpenschlauch rastet in die Kupplung der Glocke ein. Die Stecker-Variante an der Glocke wählen Sie nur, wenn Ihr vorhandener Pumpenschlauch bereits eine Kupplung am Ende trägt. Beide Varianten haben den gleichen Nennquerschnitt NW 7,2 und sind miteinander koppelbar.
Brauche ich ein Vakuummeter direkt an der Glocke?
In der Regel nicht. Der Unterdruck wird ohnehin am Manometer der Vakuumpumpe angezeigt — das reicht für die Vakuum-Blasenprüfung. Aus der Praxis raten wir vom zusätzlichen Vakuummeter eher ab, weil es ein weiteres Bauteil ist, das beschädigt oder undicht werden kann. Wer es trotzdem fest an die Glocke montiert haben möchte, kann das Vakuummeter (Aufpreis) in Verbindung mit der Glocke bestellen.
Welche Norm regelt die Vakuum-Blasenprüfung?
Methodisch ist das Blasenprüfverfahren in DIN EN 1593:1999-11 beschrieben. Die übergeordnete Auswahl-Norm DIN EN 1779 (Neufassung als Entwurf prEN 1779:2024) klassifiziert die Vakuumglocken-Variante als Methode C3. International ist ASME BPVC Section V, Article 10, Mandatory Appendix II die Standardreferenz. Für KDB-Schweißnähte gilt DVS-Richtlinie 2225-2:2019-02, für Fernwärme-Schweißnähte DVGW-Arbeitsblatt G 469 (A):2019-07 Verfahren E3.
Welcher Unterdruck wird beim Prüfen aufgebaut?
Der Arbeitsbereich der Vakuum-Blasenprüfung liegt typischerweise zwischen -150 mbar und -500 mbar Differenzdruck zur Atmosphäre. Konkret: ASME V Mandatory Appendix II fordert mindestens -150 mbar, DVGW G 469 (A) Verfahren E3 sieht 200–500 mbar vor, DVS 2225-2 für KDB-Reparaturstellen ca. -300 mbar. Für die Glocke selbst spielt die genaue Höhe keine Rolle — sie ist bis zum vollen Vakuum der Pumpe einsetzbar.
Welches Lecksuchspray sollte verwendet werden?
Empfohlen wird ein Lecksuchspray nach DIN EN 14291 — siehe Lecksuchspray mit DIN-DVGW-Reg.-Nr. NG-5170BR5843 . Für Einsätze bei niedrigen Temperaturen gibt es das kältestabile Lecksuchspray bis -15 °C . Reines Spülmittel-Wasser-Gemisch ist nach DIN EN 14291 für sicherheitsrelevante Prüfungen nicht zulässig.
Bieten Sie auch Sonderanfertigungen an?
Ja. Für andere Rohrdurchmesser, Stumpf-, Eck- und Kehlnähte sowie Sonderformen (Bahn, Schiffbau, zylindrische Glocken Ø 100–500 mm) fertigen wir nach Kundenwunsch. Schreiben Sie uns kurz an info@ab-industrie.de mit Angabe von Rohr-Außendurchmesser, Naht-Geometrie und gewünschtem Anschluss.
Angaben zu Maßen, Werten und Eigenschaften nach bestem Wissen und Gewissen. Trotz sorgfältiger Pflege können sich Fehler einschleichen — verbindlich sind die Angaben des Herstellers im Datenblatt sowie die tatsächliche Lieferung. Bei Unstimmigkeiten oder Detailfragen schreiben Sie an info@ab-industrie.de .
Überarbeitet: 05/2026