Abfackelgeräte DN 25 und DN 50 — Mobile Verteilnetz-Abfackelung unter der EU-Methanverordnung

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Stand: Mai 2026 — Mobile Verteilnetz-Abfackelung, EU-Methanverordnung 2024/1787, KROHSE DN 25 und DN 50.

Wenn Sie eine Gasleitung warten, stilllegen oder neu in Betrieb nehmen, muss das Restgas raus — kontrolliert, dokumentiert, nachweisbar verbrannt. Mit der EU-Methanverordnung 2024/1787 ist das keine fachliche Empfehlung mehr, sondern verbindliches EU-Recht. Bestehende Fackeln und Abfackelgeräte müssen bis zum 26. Februar 2026 einen Zerstörungs- und Abscheidegrad von mindestens 99 % nachweisen, jeder Vorgang ist mengenmäßig zu erfassen, und routinemäßiges Ablassen ohne Verbrennung ist verboten. Dieser Ratgeber erklärt, was die Verordnung im deutschen Verteilnetz konkret bedeutet, wie ein mobiles Abfackelgerät technisch aufgebaut ist und nach welchen Kriterien Sie zwischen DN 25 und DN 50 wählen.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Stichtag 26. Februar 2026: Bestehende Fackeln müssen einen Zerstörungs- und Abscheidegrad (DRE) von mindestens 99 % nachweisen — ertüchtigt oder ausgetauscht.
  • Routinemäßiges Ablassen verboten: Ausblasen ist nur in den in Artikel 15 genannten Ausnahmefällen zulässig — bei Reparaturen, Inbetriebnahme, Stilllegung, Notfällen.
  • Mengenerfassung Pflicht: Jeder Abfackel- und Ausblasvorgang ist quartalsweise zu dokumentieren und zu melden.
  • Zwei Baugrößen für das Verteilnetz: DN 25 für Druckbereich 5 mbar bis 5 bar (bis ca. 900 m³/h Methan), DN 50 bis 16 bar (bis ca. 2.000 m³/h bei 5 bar).
  • Sechs Gase abdeckbar: Erdgas, Propan, Biogas, Stadt- und Ferngas, Wasserstoff (mit separatem Entgasungsschlauch).
  • DBI-geprüft: KROHSE-Abfackelgeräte sind nach EU-Methanverordnung 2024/1787, TA Luft (08/2021) und VDI 2105 (10/22) am DBI Freiberg geprüft.
  • Komplett-Lösung: Abfackelgerät plus Volumendurchfluss-Messkoffer ergeben das nach Methanverordnung geforderte Doppel aus Verbrennung und Mengen-Nachweis.

EU-Methanverordnung 2024/1787 — was sich ab Februar 2026 ändert

Die Verordnung (EU) 2024/1787 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2024 ist am 4. August 2024 in Kraft getreten. Anders als eine Richtlinie gilt sie unmittelbar — sie muss nicht in nationales Recht umgesetzt werden. Hintergrund: Methan ist nach CO₂ der zweitwichtigste Treibhausgastreiber, und der Energiesektor zählt zu den wichtigsten anthropogenen Methanquellen. Die EU adressiert mit der Verordnung die gesamte fossile Lieferkette — von der Förderung über Transport und Verteilung bis zu LNG-Anlagen, Kohlebergwerken und Importverträgen.

Vier zentrale Pflichten für Verteilnetzbetreiber

  • Verbot des routinemäßigen Abfackelns und Ausblasens (Artikel 15): Ablassen ist nur dort zulässig, wo es unvermeidbar ist — bei Reparaturen, Inbetriebnahme, Stilllegung, Wartung, Notfällen. Gefackelt werden darf nur, wenn Wiedereinleitung, Vor-Ort-Nutzung oder Markttransport nicht möglich sind.
  • Anforderungen an Fackeln (Artikel 15): Neu installierte Fackeln müssen einen Zerstörungs- und Abscheidegrad (DRE) von mindestens 99 % aufweisen, mit automatischem Zünder oder kontinuierlichem Pilotbrenner ausgerüstet sein. Bestehende Anlagen sind bis zum 26. Februar 2026 zu ertüchtigen.
  • Mess-, Berichts- und Verifizierungspflicht (MRV): Wöchentliche Funktionsprüfungen, mengenmäßige Erfassung jedes Vorgangs, quartalsweise Dokumentation und Meldung. Notfallereignisse innerhalb von 48 Stunden bei der Behörde melden.
  • LDAR — Leak Detection and Repair: Öl- und Gasunternehmen mussten ein LDAR-Programm innerhalb von neun Monaten nach Inkrafttreten vorlegen; ab August 2025 ist die erste umfassende Type-2-Untersuchung aller Komponenten abzuschließen.
Hinweis: In Deutschland sammelt das Umweltbundesamt die Berichte ein, das BAFA ist für Importeurs-Meldungen zuständig. Sanktionen nach Artikel 33 sehen ausdrücklich eine Gewinnabschöpfung vor — wirtschaftliche Vorteile aus Verstößen können entzogen werden.

Was das fürs Verteilnetz konkret heißt

Im Mittelstrom- und Verteilnetz ist mobile Abfackelung beim Spülen, Inbetriebnehmen oder Stilllegen von Leitungen ausdrücklich erlaubt — und sogar als bevorzugte Alternative zum Ausblasen definiert. Das Kerngeschäft dieses Marktsegments — und damit auch das Einsatzfeld der KROHSE DN 25 und DN 50 — wird durch die Verordnung gestärkt, nicht eingeschränkt. Voraussetzung: Das eingesetzte Gerät erreicht den 99-%-DRE-Wert nachweislich, jeder Vorgang wird mengenmäßig erfasst, und die Dokumentation hält der behördlichen Prüfung stand.


Bauarten von Gasfackeln im Überblick

Der Markt für Abfackeltechnik teilt sich in zwei klar trennbare Welten: stationäre Großfackeln für Biogas-, Klärgas-, Deponie-, Raffinerie- und Petrochemie-Anlagen — und mobile Verteilnetz-Geräte für Pipeline- und Wartungsarbeiten. Die folgende Übersicht ordnet die Bauarten nach Funktion und typischem Einsatzfeld.

Bauart Temperatur / DRE Typischer Einsatz Skalierung
Offene Hochfackel (Kerzenfackel) Sichtbare Flamme, DRE je nach Wind teilweise unter 99 % Raffinerien, Petrochemie, An-/Abfahrvorgänge bis ca. 1.000 t/h
Geschlossene Hochtemperaturfackel (Bodenfackel) 1.000 – 1.200 °C, ≥ 0,3 s Verweilzeit, DRE typ. > 99 % Biogas, Klärgas, Deponie, emissionssensitive Standorte 50 – 8.000 m³/h
Mobile Verteilnetz-Abfackelung Pilotgezündete Hauptflamme, DRE ≥ 99 % bei Auslegung Pipelineservice, Stadtwerk, Hausanschluss bis Hochdruck DN 25: bis ca. 900 m³/h
DN 50: bis ca. 2.000 m³/h
Notfackel (TRAS 120) Stand-by, kontrolliertes Abfackeln bei Störung Biogasanlagen, in Deutschland Pflicht-Bestandteil je nach Anlage

Die KROHSE-Abfackelgeräte DN 25 und DN 50 zählen zur dritten Gruppe — mobile Verteilnetz-Abfackelung. Sie ersetzen keine stationäre Großfackel und sind keine Notfackel im Sinne der TRAS 120. Ihr Einsatzfeld ist der temporäre, kontrollierte Verbrennungsvorgang am Ort der Arbeit: vor einer Reparatur, beim Spülen, bei einer Inbetriebnahme, bei einer Stilllegung.


Norm- und Regelwerksrahmen

Über die EU-Methanverordnung hinaus greifen mehrere flankierende deutsche Regelwerke. Sie bleiben in Kraft und werden durch die Verordnung verschärft, nicht ersetzt.

Regelwerk Was es regelt
Verordnung (EU) 2024/1787 vom 13.06.2024 Mess-, Berichts- und Verifizierungspflichten, DRE ≥ 99 %, Verbot routinemäßigen Abfackelns/Ausblasens
TA Luft Nr. 5.4.8.1.3a (Ausgabe 08/2021) Verbrennungsbedingungen für Fackeln: 1.000 °C, mindestens 0,3 s Verweilzeit, 99 % Methanvernichtung
VDI 2105 (Ausgabe 10/2022) Technische Anforderungen an Notfackeln
DVGW-Merkblatt G 404 Anforderungen an mobile Gasfackeln im Verteilnetz
DGUV Information 203-090 Arbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen — Anforderungen an Personal und Verfahren
TRAS 120 Sicherheitstechnische Anforderungen an Biogasanlagen, inkl. Pflicht-Notfackel
BImSchG § 5 Betreiberpflichten bei Anlagensicherheit und Stilllegung
SVGW G2 (Schweiz) Schweizer Pendant für Arbeiten an gasführenden Leitungen

Für KROHSE-Abfackelgeräte ist die DBI-Prüfung der entscheidende Vertrauensanker: Das DBI — Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg hat die Geräte gegen die EU-Methanverordnung 2024/1787, die TA Luft (08/2021) und die VDI 2105 (10/22) geprüft und freigegeben. Die Prüfung erfolgte unter realen Bedingungen mit Leitungsdrücken zwischen 0,1 und 5,8 bar, gemessen mit Honeywell IRM-3-DUO und ECOM J2KNpro (NDIR).


Funktionsweise — Pilotflamme zündet, Hauptflamme brennt

Das KROHSE-Abfackelgerät arbeitet mit einer ständig brennenden Sekundärflamme aus einer separaten Propangasflasche. Diese Pilotflamme zündet das ausströmende Restgas. Sobald die Hauptflamme stabil brennt, läuft die Verbrennung selbstständig — die Pilotflamme bleibt als Rückfall-Zündquelle stehen, falls die Hauptflamme einmal verlischt. Den Verbrennungssauerstoff zieht die Flamme aus der Atmosphäre; ein im Diffusor angesaugter Luftstrom stabilisiert die Verbrennung bei höheren Ausströmgeschwindigkeiten.

Sicherheitskette gegen Rückzündung

Im Hauptgehäuse sitzt eine DVGW-zertifizierte Flammenrückschlag- und Gasrücktrittsicherung des Herstellers IBEDA, flammendurchschlagsicher bei Betrieb mit Druckluft, geprüft nach DIN EN ISO 5175-2. Die Sicherung verhindert, dass Flamme oder Sauerstoff in die Versorgungsleitung zurückschlagen. Davor sitzt ein Vorfilter mit 0,1 mm Maschenweite, der Schmutzpartikel zurückhält und die Sicherung schützt. Bei DN 25 ist die Sicherung je nach Variante aus Messing (ECO) oder Edelstahl 1.4305 (PREMIUM und höher), bei DN 50 unterscheiden sich die Sicherungen nach Druckklasse: GRS 50 für 5 bar, GRV 50 für 16 bar.

Venturidüse VENKRO — aktive Restgas-Absaugung

Wenn der Leitungsdruck nicht ausreicht, um die Restgasmenge vollständig auszustoßen, kommt die Venturidüse zum Einsatz: VENKRO 25 für DN 25, VENKRO 50 für DN 50. Über einen Druckluft-Anschluss (8 – 16 bar, ölfrei, mind. 1,6 m³/min) erzeugt die Düse einen Unterdruck und saugt das Restgas aktiv aus der Leitung — bis zur gefahrlosen Konzentration unter 50 % der unteren Explosionsgrenze. Der Anschluss am seitlichen Prüfstutzen erlaubt zusätzlich die Gaskonzentrationsmessung mit externen Geräten von SEWERIN, Dräger oder ESDERS. Die VENKRO-Düse ist eine patentierte Eigenentwicklung von KROHSE und der Grund, warum die PRO- und PRO-PLUS-Varianten besonders bei Stilllegungen und vor Trennarbeiten gefragt sind.

Optische Flammüberwachung — H₂ und Tageslicht

Wasserstoff brennt mit nahezu unsichtbarer Flamme. Auch bei Tageslicht oder gegen einen hellen Hintergrund ist eine Erdgasflamme nicht immer eindeutig zu erkennen. Die optische Flammüberwachung der PREMIUM-PRO-PLUS-Varianten prüft permanent, ob eine Flamme vorhanden ist — eine grüne LED bestätigt, eine rote LED meldet das Erlöschen. Die LiFePO₄-Akkus halten 120 Stunden Dauerbetrieb pro Ladung. Damit ist ein mehrtägiger Einsatz ohne Netzanschluss machbar.

Gefahr: Tätigkeiten an gasführenden Leitungen und mit Flüssiggas-Anlagen dürfen nur durch befähigte, fachkundig unterwiesene Personen unter Beachtung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften (DGUV Information 203-090, SVGW G2, in der Schweiz SUVA-Merkblatt zu Erdgasleitungen) durchgeführt werden. Die Bedienung des Abfackelgeräts unter ausströmendem Gas ist nur mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung — flamm- und hitzebeständige Schutzkleidung inkl. Kopfschutz, Sicherheitsbrille, Schutzhandschuhe — zulässig. Vor jedem Einsatz sind Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung im Einzelfall maßgeblich.

DN 25 oder DN 50 — Auswahl nach Druck und Anwendungsfall

Die Frage „DN 25 oder DN 50" beantwortet sich am Leitungsdruck und am erwarteten Restgasvolumen. Die folgende Übersicht stellt die Eckdaten gegenüber.

Merkmal Abfackelgerät DN 25 Abfackelgerät DN 50
Nennweite DN 25 (1″) DN 50 (2″)
Druckbereich 5 mbar bis 5 bar bis 5 bar oder bis 16 bar (Variante)
Durchfluss Methan bis ca. 900 m³/h (bei 5 bar) bis ca. 2.000 m³/h (bei 5 bar)
Sicherheitsarmatur (IBEDA) Messing (ECO) / Edelstahl 1.4305 (ab PREMIUM) GRS 50 (5 bar) / GRV 50 (16 bar)
Venturidüse VENKRO 25 (PRO und PRO PLUS) VENKRO 50 (optional)
Optische Flammüberwachung PRO PLUS optional
Geeignete Medien Erdgas, Propan, Biogas, Stadt-/Ferngas, Wasserstoff (separater Schlauch) Erdgas, Propan, Biogas, Stadtgas, Wasserstoff (separater Schlauch)
Gewicht 15 kg Gerät + 15 kg Trolley 38 kg Gerät, 64 kg mit Trolley
Gesamthöhe 2.140 mm (ECO/PREMIUM) / 2.230 mm (PRO/PRO PLUS) 2.145 – 2.270 mm je nach Ausführung
Konstruktion Edelstahl 1.4301, glasperlengestrahlt Edelstahl 1.4301, glasperlengestrahlt
Temperaturbereich −20 °C bis +70 °C −20 °C bis +70 °C
Hersteller KROHSE GmbH (Schweiz) KROHSE GmbH (Schweiz)

Welche Ausführung wann

DN 25 nehmen Sie, wenn Sie schwerpunktmäßig in Niederdruck-Verteilnetzen, an Hausanschlüssen, Stadt-/Ferngasleitungen und kleineren Versorgungsabschnitten arbeiten. Der Druckbereich von 5 mbar bis 5 bar deckt das Verteilnetz im engeren Sinne ab, der Durchsatz bis 900 m³/h reicht für die typischen Restgasmengen aus.

DN 50 nehmen Sie, wenn Sie an Mittel- und Hochdruckleitungen bis 16 bar arbeiten, wenn größere Restgasvolumen anfallen oder wenn der Spülzyklus zeitkritisch ist. Mit bis zu 2.000 m³/h Durchsatz fackeln Sie auch große Leitungsabschnitte in vertretbarer Zeit ab.

Für Stilllegungen, vor Trennarbeiten und überall, wo die Leitung vor dem Schweißen nachweislich unter 50 % der unteren Explosionsgrenze gebracht werden muss, ist die Variante mit Venturidüse VENKRO der richtige Griff — egal ob DN 25 oder DN 50. Bei Wasserstoff-Anwendungen und bei Einsätzen unter ungünstigen Sichtverhältnissen kommt die optische Flammüberwachung dazu.

Tipp: Wenn das Sortiment von Hausanschluss bis Mitteldruck reicht und die Häufigkeit der Hochdruck-Einsätze überschaubar ist, ist die DN 25 PREMIUM PRO PLUS oft der pragmatische Anker im Fuhrpark. Für reine Hochdruck-Aufgaben bleibt die DN 50 in der 16-bar-Variante die richtige Wahl — beide Geräte ergänzen sich, sie schließen sich nicht aus.

Restgas-Mengenerfassung — der Volumendurchfluss-Messkoffer

Mit der EU-Methanverordnung wird die mengenmäßige Erfassung jedes Abfackel- und Ausblasvorgangs Pflicht. Wer abfackelt, muss nachweisen können, wieviel Methan tatsächlich verbrannt wurde — und zwar quartalsweise dokumentiert, behördlich nachprüfbar. Schätzungen reichen nicht. Hier kommt der Volumendurchfluss-Messkoffer ins Spiel.

Kármánsche Wirbelstraße — gasartunabhängig messen

Das Messprinzip der Kármánschen Wirbelstraße arbeitet unabhängig von der Gasdichte. Damit entfallen gasart-spezifische Kalibrierungen oder Umrechnungstabellen — der Koffer misst Methan, Propan, Wasserstoff, Biogas und Stadtgas mit derselben Genauigkeit. Ein integrierter barometrischer Drucksensor und ein Medium-Temperatursensor sorgen für Normbedingungs-konsistente Werte.

Merkmal Wert
Messprinzip Kármánsche Wirbelstraße (dichteunabhängig)
Messbereich (atmosphärisch) 2,5 – 250 m³/h
Beispiel bei 5 bar bis 1.250 Bm³/h (bei 10 °C Normbedingungen)
Max. Betriebsdruck bis 16 bar
Messgenauigkeit ±1,5 % vom Messwert
Geeignete Gase Methan, Propan, Wasserstoff, Biogas, Stadtgas u. a.
Datenübertragung WLAN-Hotspot, Steuerung per Webbrowser ohne Zusatzsoftware
Datenformat PDF-Protokoll automatisch nach jeder Messung
Schutzart / Gehäuse IP44, Polypropylen
Maße / Gewicht 560 × 290 × 460 mm / ca. 36 kg, mit Trolley
Kalibrierschein im Lieferumfang enthalten

Nach Abschluss der Messung erzeugt das System automatisch ein PDF-Protokoll — direkt geeignet für Behördennachweis, Audit oder QM-Dokumentation. In Kombination mit einer DBI-geprüften KROHSE-Gasfackel haben Sie die Methanverordnung-konforme Strecke aus Verbrennung und Mengen-Nachweis in zwei Geräten abgedeckt.


Wasserstoff im Verteilnetz — was zusätzlich gilt

Die schrittweise Beimischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz und der Bau dedizierter H₂-Pipelines erhöhen die Anforderungen an Abfackelgeräte. Wasserstoff bringt drei technische Eigenheiten mit, die im Einsatz beachtet werden müssen:

  • Hohe Reaktivität und niedrige Mindestzündenergie: H₂ entzündet sich bereits bei sehr geringen Energieeinträgen — die Sicherheitsabstände und PSA-Anforderungen werden entsprechend strenger.
  • Nahezu unsichtbare Flamme: Wasserstoff brennt mit einer schwachen, blassbläulichen Flamme, die bei Tageslicht kaum erkennbar ist. Eine optische Flammüberwachung ist hier nicht Komfort, sondern Sicherheit.
  • Separater Entgasungsschlauch: Wasserstoff diffundiert durch Schlauchwerkstoffe, mit denen Methan keine Probleme hat. Für H₂-Anwendungen gibt es deshalb einen separaten, geeigneten Entgasungsschlauch — der reguläre Erdgas-Schlauch ist für Wasserstoff nicht zulässig.

Für H₂-Anwendungen empfehlen wir konsequent die PRO-PLUS-Variante mit optischer Flammüberwachung. In Verbindung mit dem geeigneten H₂-Entgasungsschlauch ist die KROHSE-Gasfackel auch für Erprobung, Spülung und Stilllegung von Wasserstoff-Verteilnetzen geeignet — relevant unter dem DVGW-Merkblatt G 404 und für die schrittweise H₂-Einspeisung im deutschen Netz.


Zubehör im Einsatz — was sich auf der Baustelle bewährt

Beschwerungsplatten für Asphalt und feste Untergründe

Die mitgelieferten Erdspieße halten das Abfackelgerät auf weichen Böden — Erdreich, Schotter, Wiese. Auf Asphalt, festem Schotter oder verdichteten Böden kommen Sie damit nicht durch. Für diese Fälle ersetzen die Beschwerungsplatten die Erdspieße. Die drei verzinkten Stahlplatten haben einen Durchmesser von 210 mm und wiegen je 9,2 kg — die drei Standfüße der Gasfackel werden in die Aussparung der Platten eingesetzt und verschraubt. Damit steht das Gerät auch bei Wind und auf hartem Untergrund stabil.

Verlängerung Diffusor-Rohr — die Flamme nach oben

Bei großen Restgasvolumen oder dort, wo Personal und Equipment im Bodennahbereich nicht durch Strahlungswärme belastet werden sollen, hebt die Diffusor-Rohrverlängerung den Flammenaustritt um 1,8 m. Das Edelstahlrohr V2A (1.4301) wird auf das vorhandene Diffusor-Rohr aufgesteckt; drei massive Ösen erlauben die Abspannung mit Seilen oder Ketten gegen Wind. Mit Verlängerung tritt die Flamme bei der DN 50 auf ca. 3,8 m (16 bar) bzw. 3,95 m (5 bar) Höhe aus — die Strahlungswärme am Boden geht spürbar zurück.

Was sonst dazu gehört

Im Trolley jeder DN 25 sind ein Piezo-Propanbrenner mit Druckminderer und Schlauchbruchsicherung, ein Entgasungsschlauch GWPB DN 19 × 4,5 mm (PN 20, ISO 3821), drei Erdspieße inklusive Erdungsbuchse, Anschluss-Adapter 2½″ und ¾″, zwei Manometer (−1 bis 1,5 bar und −1 bis 5 bar), ein 5-m-Erdungskabel, Reserve-Vorfilter und Werkzeug enthalten. Bei der DN 50 entsprechend in den größeren Anschluss-Dimensionen. Was nicht zum Lieferumfang gehört: Propangasflasche, persönliche Schutzausrüstung, Gasspürgerät — und bei den PRO-/PRO-PLUS-Varianten ein Baustellenkompressor für ölfreie Druckluft.

Achtung: Der Vorfilter im unteren Anschluss ist die typische Stolperfalle. Wird er bei verschmutzten Leitungen nicht regelmäßig gereinigt, setzt er sich zu — der Durchfluss bricht ein. Spätestens nach jeder dritten Anwendung kontrollieren, mit Bremsenreiniger spülen, mit Druckluft ausblasen und wieder einsetzen. Reserve-Vorfilter gehören in den Trolley.

Häufige Fragen

Warum reicht offenes Ablassen nicht mehr?

Weil die EU-Methanverordnung 2024/1787 routinemäßiges Ablassen ohne Verbrennung verbietet. Ausblasen ist nur in den ausdrücklich genannten Ausnahmefällen zulässig — Reparatur, Inbetriebnahme, Stilllegung, Notfall — und auch dort ist es behördlich anzuzeigen und mengenmäßig zu erfassen. Für jede vermeidbare Methanemission gibt es seit Inkrafttreten der Verordnung den Fackelweg.

Welche DRE-Vorgabe gilt ab Februar 2026?

Der Zerstörungs- und Abscheidegrad (Destruction and Removal Efficiency, DRE) muss mindestens 99 % betragen. Neu installierte Fackeln und Verbrennungsvorrichtungen müssen diesen Wert konstruktiv erreichen, bestehende Anlagen sind bis zum 26. Februar 2026 zu ertüchtigen. Die KROHSE-Abfackelgeräte sind durch das DBI Freiberg gegen die EU-Methanverordnung 2024/1787, die TA Luft (08/2021) und die VDI 2105 (10/22) geprüft.

Wann nehmen wir DN 25, wann DN 50?

Die DN 25 deckt das Verteilnetz im Druckbereich 5 mbar bis 5 bar ab — Hausanschlüsse, Niederdruck-Stadtgas, Mitteldruck-Versorgungsleitungen — bei einem Durchsatz bis ca. 900 m³/h. Die DN 50 ist für Mittel- und Hochdruckleitungen bis 16 bar ausgelegt und schafft Restgasvolumen bis ca. 2.000 m³/h bei 5 bar. Wer überwiegend im Verteilnetz arbeitet, ist mit der DN 25 bedient; wer regelmäßig an Hochdruckleitungen ist, braucht die DN 50.

Was leistet die Venturidüse VENKRO genau?

Wenn der Eigendruck der Leitung nicht ausreicht, um das Restgas vollständig auszustoßen, erzeugt die Venturidüse über einen Druckluft-Anschluss (8 – 16 bar, ölfrei, mind. 1,6 m³/min) einen Unterdruck und saugt das Restgas aktiv aus der Leitung — bis zur gefahrlosen Konzentration unter 50 % der unteren Explosionsgrenze. Das ist insbesondere bei Stilllegungen und vor Trennarbeiten relevant. VENKRO 25 für die DN 25, VENKRO 50 für die DN 50, beide patentierte Eigenentwicklungen von KROHSE.

Wer darf das Abfackelgerät bedienen?

Nur unterwiesene, fachkundige Personen — konkret jemand, der für Arbeiten an gasführenden Leitungen geschult ist, die Gefahr ausströmenden Gases kennt, das Gerät beherrscht und die Bedienungsanleitung verstanden hat. In Deutschland ist die DGUV Information 203-090 „Arbeiten an in Betrieb befindlichen Gasleitungen" maßgeblich, in der Schweiz das SUVA-Merkblatt zu Erdgasleitungen und SVGW G2. Der Betreiber bleibt für die Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall verantwortlich.

Was ist bei Wasserstoff zusätzlich zu beachten?

Drei Dinge: Erstens braucht Wasserstoff einen separaten Entgasungsschlauch — der Erdgasschlauch ist für H₂ nicht zulässig. Zweitens ist die optische Flammüberwachung (PRO-PLUS-Variante) bei H₂ nicht optional, weil die Wasserstoff-Flamme nahezu unsichtbar ist. Drittens gelten erhöhte Sicherheitsabstände wegen der niedrigen Mindestzündenergie. Für H₂-Verteilnetze ist die Konformität zum DVGW-Merkblatt G 404 das relevante Verkaufsargument.

Wie wird die abgefackelte Restgasmenge erfasst?

Die EU-Methanverordnung verlangt mengenmäßige Erfassung jedes Vorgangs. Praktisch geschieht das mit einem Volumendurchfluss-Messkoffer, der den Restgasstrom misst und automatisch ein PDF-Protokoll erzeugt. Der KROHSE-Volumen-Messkoffer arbeitet nach dem Prinzip der Kármánschen Wirbelstraße — das funktioniert dichteunabhängig für Methan, Propan, Wasserstoff, Biogas und Stadtgas. Die Daten werden per WLAN-Hotspot direkt im Browser dargestellt und gespeichert.

Wie funktioniert die Pilotflamme — und warum bleibt sie an?

Eine ständig brennende Sekundärflamme, gespeist aus einer separaten Propangasflasche, zündet das ausströmende Gas. Wenn die Hauptflamme stabil brennt, läuft die Verbrennung selbstständig — die Pilotflamme bleibt aber als Rückfall-Zündquelle stehen, falls die Hauptflamme aussetzt. Ihre Hauptaufgabe ist die Sicherheits-Funktion, nicht der Verbrauch. Eine 6-kg-Propanflasche reicht aus der Praxis für mehrere Einsatztage.

Wie oft muss der Vorfilter gereinigt werden?

Spätestens nach jeder dritten Anwendung — bei verschmutzten Leitungen häufiger. Das Sieb mit Bremsenreiniger spülen, mit Druckluft ausblasen, wieder einlegen. Ein Reserve-Vorfilter gehört dauerhaft in den Trolley, damit ein Wechsel auch direkt auf der Baustelle möglich ist.

Kann das Gerät auf Asphalt oder Beton aufgestellt werden?

Ja, aber nicht mit den mitgelieferten Erdspießen — die lassen sich auf Asphalt nicht durchschlagen. Für harte Untergründe sind die Beschwerungsplatten der richtige Griff: drei verzinkte Stahlplatten à 9,2 kg, die in die Standfüße eingesetzt und verschraubt werden. Auf weichen Böden bleibt es bei den Erdspießen. Wichtig in beiden Fällen: ebener Stand, mindestens 10 m Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Pflanzungen, kein Aufstellen in Ex-Zonen.

Bietet AB Industrie Service Schulungen?

Ja. Wir kommen auf Wunsch direkt zu Ihnen vor Ort und unterweisen Ihr Team an Ihrem eigenen Gerät — praxisnah, an konkreten Einsatzfällen aus Ihrem Netz. Termin und Schulungs-Schwerpunkte stimmen wir bei der Bestellung mit Ihnen ab. Dazu kommen Wartung, Original-Ersatzteile und die jährliche Sicherheitsprüfung der DVGW-zertifizierten Rückschlagsicherung.

Wohin liefern Sie?

Wir liefern nach Deutschland, Österreich und in alle weiteren EU-Länder sowie in die Schweiz und nach Norwegen. KROHSE-Gasfackeln sind europaweit im Einsatz; wir haben Erfahrung mit dem Versand und den landesspezifischen Anforderungen.


Sortiment im Überblick

Die mobile Verteilnetz-Abfackelung ist ein zusammenhängendes System aus Verbrennung, Mengen-Erfassung und Standsicherheits-Zubehör. Hier finden Sie die einzelnen Komponenten:

Alle Abfackelgeräte ansehen

Zur Gasfackel DN 25

Zur Gasfackel DN 50

Zum Volumendurchfluss-Messkoffer


Fazit

Die EU-Methanverordnung 2024/1787 ist im Verteilnetz angekommen — verbindlich, mit klaren Fristen und mit der Anforderung, dass jeder Vorgang messbar, dokumentierbar und behördennachweis-tauglich abläuft. Die mobile Abfackelung ist der bevorzugte Weg, mit dem die Verordnung selbst die Restgasentsorgung im Verteilnetz technisch beschreibt. Was Sie dafür brauchen, ist ein DRE-konformes Gerät, ein Mengenmesskoffer und das Wissen, wann welche Variante zum Einsatz kommt. Die KROHSE-Abfackelgeräte DN 25 und DN 50 decken den Druck- und Volumenbereich des deutschen Verteilnetzes vollständig ab — mit Wasserstoff-Eignung, Venturidüse für Stilllegungen und optischer Flammüberwachung für H₂- und Tageslicht-Einsätze.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Netz passt — schreiben Sie uns. Wir kennen die Geräte, wir kennen die Verordnung, und wir kommen auf Wunsch zur Schulung direkt zu Ihnen.

Frank Abrahams Praxis-PS: Die meisten Beratungs-Anfragen, die wir derzeit bekommen, drehen sich nicht um die Frage „Brauche ich ein Abfackelgerät?". Die drehen sich um die Frage „Welche Variante reicht für meinen Mix aus Hausanschlüssen, Mitteldruck und gelegentlichen Stilllegungen?". Das beantwortet sich am besten in einem Gespräch — die Antwort liegt nie nur an der Druckstufe, sondern auch am Anteil der H₂-Beimischung im Netz, an der Häufigkeit und am Personal, das damit arbeiten soll.


Autor: Frank Abraham, Geschäftsführer AB Industrie Service.
Veröffentlicht am 21.10.2021, zuletzt aktualisiert am 04.05.2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information auf unserem aktuellen Informationsstand und stellt eine technische Orientierungshilfe dar. Er ersetzt keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) und keine fachliche Prüfung im konkreten Einzelfall. Auswahl, Auslegung und sicherheitstechnische Bewertung obliegen dem Anwender. Verbindlich ist der Originaltext der zitierten Norm oder Regel in der jeweils aktuellen Ausgabe. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. Stand: Mai 2026.


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