Rohrverschlüsse – mechanisch...

Rohrverschlüsse

Rohrverschlüsse – mechanisch dichtmachen, was offen steht

Wenn ein Rohrende verschlossen werden muss – für eine Druckprüfung, eine Wartungsabsperrung, einen Reparatureinsatz oder dauerhaft an einer stillgelegten Leitung – ist ein mechanischer Rohrverschluss die schnellste Lösung. Kein Schweißen, kein Pressfitting, kein Festinstallieren: rein, festspannen, fertig. Im Sortiment vier Bauarten von DN 12 bis DN 900, für drucklose Anwendungen ebenso wie für Druckklassen bis 12 bar.

Rohrabsperrscheiben – die Standard-Variante

Zwei Teller, Naturkautschuk-Dichtring, zentrale Flügelmutter zum Verspannen. Werkzeuglos zu setzen. Geeignet für drucklose bis schwach belastete Anwendungen, je nach Nennweite bis maximal 2 bar. In Stahl oder Aluminium, mit einem oder zwei Dichtringen. Zwei Dichtringe geben mehr Halt im Rohr, nicht mehr Druck.

Rohrverschlussstopfen – für kleine Querschnitte und höhere Drücke

Kompakter und kleiner als die Scheiben, mit zentraler Spannschraube zwischen zwei Stahltellern und Dichtring dazwischen. Drei Werkstoff-Varianten:

  • NBR (verzinkter Stahl): Standard für Wasser, Öl und viele Chemikalien bis 8 bar (Ø 11,8–99 mm) oder 12 bar (DN 85–DN 255).
  • Silikon (V2A-Edelstahl): bis 230 °C – für Heizung im Betrieb, Solar, Schweißen.
  • Konisch (NBR): wird eingedrückt statt verspannt, breiter Spannbereich pro Größe, bis 1 bar.

Hochdruck-Rohrverschluss und pneumatischer Rohrendverschluss

Für Druckprüfungen an größeren Querschnitten: Der Hochdruck-Rohrverschluss bis 6 bar aus Aluminium, DN 200 bis DN 600. Der pneumatische Rohrendverschluss wird über ein Autoventil aufgeblasen, hält bis 4 bar Gegendruck und hat einen Durchgang für Bypass-Anwendungen – DN 200 bis DN 700.

Multiverschluss – für Großdurchmesser ab DN 425

Bei großen Nennweiten reicht eine zentrale Spannmutter mechanisch nicht mehr, um den Dichtring umlaufend gleichmäßig anzudrücken. Der Multiverschluss hat eine eigene Spannmechanik und deckt 415 bis 930 mm in 20 Nennweiten ab. Druckklasse drucklos.

Abdrückstopfen für Verbundrohre – SHK-Spezialist

Stahlausführung mit 1/2″-Entlüftungsventil, gemacht für Druckprüfungen nach DIN 18380 an Heizungs- und Sanitärinstallationen. Acht Größen von 14×2 bis 32×3 mm. Anders als ein Pressfitting unbegrenzt wiederverwendbar.

Welcher Rohrverschluss passt wann?

Anwendung Empfehlung
Drucklos, Schutz offener Rohrenden Rohrabsperrscheibe (Stahl oder Aluminium)
Druckprüfung Abwasser/Kanal nach DIN EN 1610 Hochdruck-Rohrverschluss 6 bar oder pneumatischer Endverschluss
Heizungs-Druckprüfung an Stahlrohren NBR-Stopfen 8 bar (kalt) oder Silikon-Stopfen 8 bar (heiß)
Heizungs-Druckprüfung an Verbundrohren Abdrückstopfen für Verbundrohre nach DIN 18380
Schweißen an Edelstahl (Formieren) Silikon-Stopfen mit V2A, mit Durchgang für Schutzgas
Großrohre ab DN 425 Multiverschluss
Höchste Druckklasse, kleinere Querschnitte 12-bar-Stopfen NBR
Achtung: Sobald Druck im Rohr steht, muss der Verschluss gegen Herausrutschen formschlüssig gesichert werden – Verbau, Abstützung oder Sperrkette. Das gilt nach DGUV Information 201-022 in der jeweils gültigen Fassung bereits ab 1 bar. Für Trinkwasser-Druckprüfungen nach DVGW W 400-2 und Druckprüfungen an Gasleitungen sind diese Verschlüsse nicht zugelassen.

Bei Unsicherheit, welche Variante zu welcher Anwendung passt, schreiben Sie an info@ab-industrie.de.


Diese technische Information stellt eine allgemeine Orientierungshilfe dar und ersetzt nicht die fachliche Prüfung im Einzelfall. Auswahl, Auslegung und sicherheitstechnische Bewertung obliegen dem Anwender beziehungsweise dem von ihm beauftragten Fachplaner unter Berücksichtigung der konkreten Einsatzbedingungen.

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